WashTec: Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität im Fokus - Aktienanalyse




10.04.19 09:20
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - WashTec-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Michael Schröder, Redakteur des Anlegermagazins "Der Aktionär", nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Herstellers von Fahrzeugwaschanlagen WashTec AG (ISIN: DE0007507501, WKN: 750750, Ticker-Symbol: WSU) unter die Lupe.

Wenn sich der Winter dem Ende neige und die Sonne die ersten Frühlingsgefühle wecke, dann sei es an der Zeit, das Auto vom Salz und Schmutz der letzten Monate zu befreien. Es sei Zeit für die Waschanlage, Zeit für WashTec. Der Waschanlagenhersteller wolle Umsatz und operativen Gewinn wieder deutlich steigern. Großen Anteil am angepeilten Wachstum habe die Entwicklung im internationalen Geschäft, vor allem in Nordamerika. Anleger mit Weitblick könnten auch auf dem aktuellen Niveau mit der Aktie ihr Depot aufpolieren.

Das richtige Waschprogramm samt Karosseriereinigung, Unterbodenwäsche und Wachsversiegelung sorge für ein glänzendes Auto. Als der weltweit führende Hersteller von Autowaschanlagen profitiere auch die Augsburger WashTec von diesem Frühjahrsputz-Ritual. Anlagen, die regelmäßig laufen würden, würden meist nach sieben Jahren ersetzt. Die Gesellschaft generiere rund die Hälfte des Neugeschäfts mit den Tankstellennetzen von Großkunden. Das übrige Geschäft werde mit kleineren Abnehmern wie Autohändlern, Autovermietungen oder Supermärkten erzielt. Rund ein Drittel des Umsatzes werde im After-Sales-Bereich - also mit Service und Wartung - generiert. WashTec verfüge in Europa über das größte Servicenetzwerk der Branche. Wachstumsperspektiven böten zudem die zum Betrieb der rund 35.000 Anlagen benötigten Verbrauchsmaterialien.

2018 sei für WashTec ein Jahr der Konsolidierung gewesen. 2,4 Prozent Umsatzwachstum seien im historischen Vergleich nicht wirklich rasant gewesen. Ein Blick auf die Quartalsentwicklung zeige aber, dass die Dynamik im Jahresverlauf auch 2018 kontinuierlich zugenommen habe. Regional betrachtet sei die Geschäftsentwicklung in Europa mit einem Umsatzplus von 5,5 Prozent auf 356 Millionen Euro absolut zufriedenstellend gewesen, Nordamerika sei dagegen mit einem Rückgang von 7,5 Prozent auf 74 Millionen Euro klar hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe mit 51,5 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert gelegen. Die EBIT-Marge habe 11,7 Prozent (Vorjahr: 12,3 Prozent) erreicht. Dabei sei zu beachten, dass in Europa bei einem EBIT-Plus von 21,2 Prozent mit 15,6 Prozent eine Rekordmarge erreicht worden sei und in Nordamerika mit minus 3,4 Millionen Euro und Asien/Pazifik (minus 0,4 Millionen Euro) sogar rote Zahlen geschrieben worden seien.

"Bei Letzteren belastete eine Restrukturierung in Australien. Diese Baustelle ist also bereits angegangen worden", erkläre Eggert Kuls von Warburg Research. "Die Region Asien/Pazifik liegt bei nur 3,9 Prozent vom Konzernumsatz. China dürfte dabei maximal zwei Prozent ausmachen, wird aber stark wachsen", sei sich der Analyst sicher. Neben China bestehe großes Potenzial in ganz Südostasien, also in Märkten, in denen WashTec noch nicht präsent sei. Der asiatische Raum sei für WashTec vor allem mittelfristig sehr wichtig, denn es gebe zu einem sehr hohen Prozentsatz noch keine automatisierten Wäschen.

2019 sei wieder mit einem deutlich höheren Umsatz und Gewinn zu rechnen. Ein besonders wichtiges Thema in Sachen Profitabilitätssteigerung sei die globale Produktplattform, die sich derzeit in der Testphase befinde und zum Ende des Jahres in den Betrieb gehen solle. "Die Implementierung des Plattformkonzepts dürfte die Visibilität für weitere Ergebnisverbesserungen in den Folgejahren erhöhen", so Warburg-Experte Kuls. Ab 2021 dürfte die modulare Baukastenstrategie ihre vollständige Wirkung entfalten und alle Skaleneffekte sichtbar werden. Mit der besseren Skalierbarkeit dürfte die Marge dann auch nachhaltig über die 15-Prozent-Marke ansteigen. 2019 werde die Umsatzrendite 13,2 Prozent erreichen.

Darüber hinaus stünden die üblichen Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität und Verbesserung der internen Abläufe im Fokus. Vor allem im Ausland werde Finanzvorstand Axel Jaeger die gesamte Klaviatur der Prozessoptimierung spielen. Dies resultiere in einer Optimierung des Working Capital und deutlichen Erhöhung des Free Cash Flow.

Rund die Hälfte der erwarteten Ergebnisverbesserung im laufenden Jahr werde auf die Turnarounds in Nordamerika und Asien/Pazifik zurückzuführen sein. Besonders im Fokus stehe aber das Geschäft in Nordamerika (Marktanteil: 10,5 Prozent). Hier würden die Augsburger deutlich Boden gutmachen wollen. Nach einer Umsatzverschiebung sollte die Gesellschaft in Nordamerika 2019 wieder zur Profitabilität zurückkehren - die Marge jedoch lediglich im niedrigen einstelligen Bereich liegen. Erste Erfolge dürften ab dem zweiten Halbjahr sichtbar werden. Längerfristig peile WashTec in Nordamerika zweistellige Margen an.

Nach dem etwas durchwachsenen Jahr 2018 dürfte sich der Newsflow künftig also wieder verbessern. Am Ende sollte für 2019 ein Rekordergebnis zu Buche stehen, an dem die Aktionäre mit einer auf 2,80 Euro je Aktie angehobenen Dividende partizipieren sollten. Für 2018 dürfte auf der Hauptversammlung am 29. April eine Ausschüttung auf Vorjahresniveau von 2,45 Euro je Aktie beschlossen werden.

Woher könnten weitere Wachstumsimpulse kommen? Generell hänge die Anzahl der Maschinenwäschen von der Anzahl der Fahrzeuge ab. In den meisten Schwellenländern überwiege zudem noch die Handwäsche. Allein aus Umweltgründen sollte hier der Anteil der Maschinenwäschen steigen. Aber auch künftige Megatrends könnten das Geschäft ankurbeln: Beim Thema Carsharing seien sich Vorstand und Experten einig, dass die "geteilten" Fahrzeuge aufgrund der intensiveren Nutzung auch öfter gewaschen werden müssten.

Zudem solle dem Kunden mit einer integrierten Funktion via Smartphone-App ein Kaufanreiz geboten werden. Hier sammle die Gesellschaft derzeit mit ihrer "Easy Carwash"-App erste Erfahrungen bei den Themen Flatrate, Mobile Payment, Kundenloyalität und Co. Die App könnte den Waschanlagenbetreibern zusätzliches Geschäft bringen und damit ein zusätzliches Argument zum Kauf von WashTec-Anlagen statt Konkurrenzprodukten sein. Ein steigender Anteil an Elektroautos würde dagegen keine Impulse bringen, denn die Anzahl der Wäschen sei vom Antriebskonzept unabhängig.

Solange es Autos gebe, gebe es auch einen Bedarf an Waschanlagen. Kein Wunder, dass auch bei WashTec Kontinuität Trumpf sei. Die Märkte in der Kernregion Europa seien zwar gesättigt. In Osteuropa, Asien und Nordamerika böten sich den Augsburgern allerdings noch einige Möglichkeiten zur Expansion. Der globale Einsatz der modularen Plattform und ein kontinuierlich steigender Umsatz sollten zu Skaleneffekten führen. Gelinge in Nordamerika der Sprung in die Profitabilität, sollten die Margen nachhaltig steigen.

Investierte Anleger können die nächsten Autowäschen dann mit der Dividende und den möglichen Kursgewinnen refinanzieren, so Michael Schröder von "Der Aktionär". (Analyse vom 10.04.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze WashTec-Aktie:

Xetra-Aktienkurs WashTec-Aktie:
72,00 EUR +0,70% (10.04.2019, 09:01)

Tradegate-Aktienkurs WashTec-Aktie:
72,00 EUR +0,70% (10.04.2019, 09:13)

ISIN WashTec-Aktie:
DE0007507501

WKN WashTec-Aktie:
750750

Ticker-Symbol WashTec-Aktie:
WSU

Kurzprofil WashTec AG :

Die WashTec-Gruppe (ISIN: DE0007507501, WKN: 750750, Ticker-Symbol: WSU) mit Sitz in Augsburg, Deutschland, ist der führende Anbieter von innovativen Lösungen rund um die Fahrzeugwäsche weltweit. Insgesamt beschäftigt WashTec knapp 1.700 Mitarbeiter und ist mit eigenen Tochtergesellschaften in allen wesentlichen Märkten in Europa, Nordamerika sowie China und Australien präsent. Darüber hinaus verfügt WashTec über ein breites Netz von selbständigen Vertriebspartnern und ist so insgesamt in rund 70 Ländern der Welt vertreten. (10.04.2019/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
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