IVU Traffic Technologies-Aktie: Schadensersatzansprüche? Aktienanalyse




12.12.16 11:34
Vorstandswoche.de

Haar (www.aktiencheck.de) - IVU Traffic Technologies-Aktienanalyse von "Vorstandswoche.de":

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" raten in einer aktuellen Aktienanalyse zum Verkauf der Aktie der IVU Traffic Technologies AG (ISIN: DE0007448508, WKN: 744850, Ticker-Symbol: IVU).

Martin Müller-Elschner, Vorstandsvorsitzender der IVU Traffic Technologies AG, habe seine Aktionäre in diesem Jahr massiv enttäuscht. Nach Ablauf des 1. Halbjahres 2016 habe sich das Management für den Jahresverlauf noch sehr zuversichtlich gezeigt, die eigenen Umsatz- und Ertragsziele zu erreichen. Das 1. Warnzeichen sei indes Ende Oktober 2016 erfolgt. Vorstandsmitglied Helmut Bergstein habe das Handtuch geworfen und sein Vorstandsmandat niedergelegt.

Grund seien unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausrichtung der Gesellschaft gewesen. Nur wenige Tage später habe CEO Müller-Elschner seinen Anteilseignern reinen Wein eingeschenkt. Das Unternehmen habe die Gewinnprognose für das Jahr 2016 kassiert. Anfang November habe IVU verkündet, dass das Unternehmen zwar die Umsatzerwartung für 2016 von mindestens 55 Mio. Euro sogar übertreffen und auch das Rohergebnis den Planwert von 42 Mio. Euro erreichen werde, aber das Jahresergebnis auf Basis EBIT den Vorjahreswert von 4,9 Mio. Euro deutlich unterschreiten werde. Der CEO rechne nunmehr lediglich noch mit einem EBIT von rund 1 Mio. Euro.

Der Firmenchef spreche an dieser Stelle von negativen Sondereffekten, die sich im Ergebnis niederschlagen würden. Konkret handle es sich hierbei um Wertberichtigungen auf ausländische Projekte. Vor allem bei einem größeren Projekt in Israel scheine sich Müllner-Elschner regelrecht verzockt zu haben. Das Projekt sei einst mit einem überschaubaren Gewinnbeitrag von wenigen 100 000 Euro budgetiert gewesen. Wie aus Investorenkreisen zu hören sei, sollten mit dem Israel-Abenteuer nunmehr 3 Mio. Euro versenkt worden sein. Zu allem Übel sei das Projekt sogar seitens des Kunden gestoppt worden. Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" würden nicht ausschließen, dass es an dieser Stelle noch zu einem Rechtstreit komme.

In der Summe scheine der Vorstand beim "Projektmanagement" komplett versagt zu haben. Es stelle sich zudem die Frage, ob bei IVU überhaupt ein funktionierendes Risikomanagement-System vorhanden sei, wenn derart grobe Fehler gemacht würden, die nunmehr richtig Geld gekostet hätten. Vielleicht hätte schon ein einfaches Projektmanagement-Handbuch mit Standards genügt. Der Aufsichtsrat der IVU sei nach dem Aktiengesetz dazu verpflichtet die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen den Vorstand sorgfältig zu prüfen und diese gegebenenfalls auch gegen das Management geltend zu machen. Die freien Aktionäre sollten dies auf der nächsten Hauptversammlung zum Kernthema machen. Spure der Aufsichtsrat an dieser Stelle nicht, mache er sich sogar selbst schadensersatzpflichtig.

Leider hätten die freien Aktionäre bei der Gesellschaft nicht wirklich viel zu melden. Das Grundkapital sei eingeteilt in rund 17,7 Mio. Aktien. Müller-Elschner halte rund 177.000 Aktien und sein Vorstandskollege 6.800 Aktien. Oberaufseher Herbert Sonntag besitze immerhin 866.000 Stück. Nach Angaben der Gesellschaft seien "Gründer" der IVU mit rund 23% an IVU beteiligt. Dieses "Aktienkapital" kontrolliere das Unternehmen nach Gutdünken. Die Präsenz auf der Hauptversammlung liege nicht einmal bei 30%. Vorstand und Aufsichtsrat würden die Gesellschaft sodann mit einer Minderheit an Anteilseignern" kontrollieren". Nach Meinung der Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" wäre für die Gesellschaft ein aktivistischer Investor durchaus wünschenswert, der dem Management mal etwas genauer auf die Finger schaue. Solange aber der Anteil "Gründer" offensichtlich auf der Seite von Vorstand und Aufsichtsrat stehe, hätten die Aktienexperten an dieser Stelle recht wenig Hoffnung. Die Hauptversammlung bzw. die freien Aktionäre könnten aktuell recht wenig gegen den Vorstand ausrichten.

Anstatt sich mit dem schlechten Jahr 2016 intensiv zu beschäftigen, mache Müller-Elschner schon wieder Hoffnung auf das Jahr 2017. Nach eigenen Angaben sei die Nachfrage nach den Standardprodukten der IVU.suite weiterhin groß und führe zu einer guten Auftragslage. Die Konzentration auf verlässliche und margenstarke ausländische Märkte sei wohl schon eingeleitet worden. Das Unternehmen rechne im Jahr 2017 mit einer Rückkehr zu den guten Gewinnmargen der Vorjahre. Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" würden indes bezweifeln, dass es dem Management im nächsten Jahr gelingen werde, das EBIT-Niveau des Jahres 2015 von gut 5 Mio. Euro im Jahr 2017 wieder zu erreichen. Das dürfte allenfalls erst in einigen Jahren wieder der Fall sein.

Aktuell werde das Unternehmen mit rund 50 Mio. Euro kapitalisiert. Das erscheine den Aktienexperten aufgrund der mageren Ergebnisse immer noch sehr viel. Selbst wenn das Unternehmen 2017 wieder netto 3 Mio. Euro verdiene, was sie für zu hoch erachten würden, würde sich das KGV auf 17 belaufen.

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" empfehlen in einer aktuellen Aktienanalyse die IVU Traffic Technologies-Aktie zu verkaufen. In diesem Sektor würden sei die INIT AG favorisieren, die wesentlich besser geführt sei. (Analyse vom 12.12.2016)

Börsenplätze IVU Traffic Technologies-Aktie:

XETRA-Aktienkurs IVU Traffic Technologies-Aktie:
2,96 Euro +2,42% (12.12.2016, 10:55)

Tradegate-Aktienkurs IVU Traffic Technologies-Aktie:
2,888 Euro -0,03% (12.12.2016, 11:02)

ISIN IVU Traffic Technologies-Aktie:
DE0007448508

WKN IVU Traffic Technologies-Aktie:
744850

Ticker Symbol IVU Traffic Technologies-Aktie:
IVU

Kurzprofil IVU Traffic Technologies AG:

Die IVU Traffic Technologies AG (ISIN: DE0007448508, WKN: 744850, Ticker-Symbol: IVU) mit Sitz in Berlin ist ein Anbieter von IT-Lösungen für den öffentlichen Personen- und Güterverkehr und die Transportlogistik. Die standardisierten Softwareprodukte der IVU.suite und maßgeschneiderte IT-Lösungen planen, optimieren und steuern den Einsatz von Fahrzeugflotten und Mitarbeitern. (12.12.2016/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
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