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DAX: Ölpreisschock bremst




21.04.26 00:15
Börse Global

DAX: Ölpreisschock bremst

Die Freitagseuphorie hat kaum einen Tag gehalten. Nachdem der DAX zum Wochenschluss noch kräftig zugelegt hatte, drücken heute erneute Spannungen rund um die Straße von Hormus auf die Stimmung — und auf den Kurs.


Hormus dreht auf

Der iranische Rückzieher kommt zur Unzeit: Erst kündigte Teheran die Öffnung der Meerenge bis zur Waffenruhe an, dann wurde die Ankündigung nach nur einem Tag wieder kassiert. Hinzu kommt, dass weitere Verhandlungsrunden mit Washington vorerst nicht auf dem Programm stehen. Das Ergebnis: Der Ölpreis zieht spürbar an — Brent verteuerte sich auf rund 94,55 Dollar je Barrel, ein Plus von fast 5 Prozent gegenüber dem Vortag.


Für den DAX heißt das: minus 1,3 Prozent auf rund 24.375 Punkte am Nachmittag. Die viel beachtete 200-Tage-Linie bei 24.113 Punkten hält bislang, doch der Druck bleibt spürbar.

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Verlierer und Ausreißer

Das Muster ist bekannt: Steigende Energiekosten belasten zuerst die reiseaffinen Branchen. TUI, Lufthansa und Fraport verlieren jeweils über 3 Prozent. Auch Autowerte stehen unter Druck — VW büßt rund 2,8 Prozent ein, belastet von schwachen Aussichten beim anstehenden Quartalsbericht sowie der Debatte um eine mögliche Fertigung chinesischer Modelle in deutschen Werken.


SAP trifft es noch härter: Mit einem Minus von 3,7 Prozent rutscht der Titel ans DAX-Ende und weitet den Jahresverlust 2026 auf gut 28 Prozent aus. KI-Verdrängungsängste in der Softwarebranche und offene Fragen zur Unternehmensstrategie belasten. Auf der Gegenseite gehören Energieversorger zu den wenigen Profiteuren: RWE legt 2,1 Prozent zu.


Inflation als eigentliches Risiko

Hinter den Kursbewegungen steckt ein größeres Problem. Marktanalysten betonen, dass nicht der absolute Ölpreis entscheidend ist, sondern wie lange er auf erhöhtem Niveau verharrt. Jede weitere Woche mit teuren Energiepreisen erhöht den Inflationsdruck — und damit die Wahrscheinlichkeit, dass Zinssenkungen weiter auf sich warten lassen. Steigende Anleiherenditen und ein festerer Dollar unterstreichen diese Sorge auf beiden Seiten des Atlantiks.


Zwar deuten Marktbeobachter die wiederholten Schließungen der Hormus-Straße als taktische Machtdemonstrationen im Verhandlungspoker. Die Hoffnung auf eine rasche Lösung schwindet jedoch mit jedem Gesprächsabbruch — und die laufende Berichtssaison könnte die Nervenanspannung noch verstärken, wenn Unternehmen verhaltene Ausblicke präsentieren.


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