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Infineon Aktie: Begrenztes Aufwärtspotenzial - trotz vielversprechender Projekte und Partnerschaften
10.06.25 16:51
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.aktiencheck.de) - Infineon-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:
Sebastian Mathe, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt die Aktie der Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004, WKN: 623100, Ticker-Symbol: IFX, NASDAQ OTC-Symbol: IFNNF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
Der Konzernumsatz sei gegenüber dem Vorjahresquartal um 1% auf EUR 3,59 Mrd. gefallen, womit das Unternehmen jedoch haarscharf über den Konsensschätzungen gelegen habe. Hinsichtlich des Gewinns je Aktie habe wie auch im vorangegangenen Quartal ein deutlicher Rückgang von nun 19% auf EUR 0,34 hingenommen werden müssen. Analyst:innen hätten jedoch noch höhere Einbußen auf EUR 0,33 prognostiziert. Auf Spartenebene habe lediglich der Bereich "Power & Sensor Systems" ein Umsatzwachstum von 11% erzielen können. Das mit Abstand umsatzstärkste Segment "Automotive" habe sich hingegen mit -3% rückläufig entwickelt. Auch die Bereiche "Green Industrial Power" und "Connected Secure Systems" hätten deutliche Umsatzrückgänge von -30% bzw. -4% verzeichnet.
Die Umsätze mit Produkten für Server und Rechenzentren hätten den Bereich Power & Sensor Systems (PSS) wie auch schon zuletzt deutlich unterstützt. Entscheidend dafür seien neben den Stromversorgungseinheiten bzw. Power-Supply-Units (PSUs) vor allem Infineons Battery Backup Units (BBUs), mithilfe derer ein unterbrechungsfreier Betrieb von KI-Rechenzentren gewährleistet werde. Mit dieser Art der Stromzufuhr-Koordination könnten Unternehmen beispielsweise Spannungsspitzen und Überspannungen bewältigen, welche in weiterer Folge zu kostspieligen Systemausfällen oder Stillständen führen würden.
Hinsichtlich der Stromversorgung von KI-Rechenzentren möchte Infineon nun gemeinsam mit NVIDIA ein System entwickeln, welches die Stromumwandlung zentral am KI-Chip und somit eine energieeffizientere und zuverlässigere Stromverteilung ermögliche. Mit der neuen Architektur solle die dezentrale Stromversorgung via Netzteilen (PSUs), die aktuell einen signifikanten Teil des begrenzten Platzes auf Server-Racks einnähmen, zukünftig abgelöst werden. Außerdem führe Infineon das Feld hinsichtlich Mikrocontrollern an, welche als "Gehirn" insbesondere in Autos zahlreiche Anwendungen steuern und koordinieren, um diese sauberer, sicherer und intelligenter zu machen. Die Marktführerschaft im globalen Mikrocontrollermarkt solle mit dem Umstieg von der ARM-Architektur auf einen RISC-V-Standard, welcher keine Lizenzgebühren mit sich bringe, weiter untermauert werden.
Die führende Position bei Halbleitern für den Automobilbereich werde nicht nur mit Innovationen, sondern auch mit Investitionen wie der Übernahme des Automotive-Ethernet-Geschäfts von Marvell Technology für USD 2,5 Mrd. gefestigt. Diese bringe neben der Möglichkeit höherer Datenübertragungsraten ebenso einen Kundenstamm von über 50 Automobilherstellern und einige strategisch wichtige Niederlassungen in den USA mit sich. Des Weiteren rücke die Eröffnung des Front-End-Halbleiterwerks in Dresden, woran Infineon als Teil der European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) gemeinsam mit TSMC, Bosch und NXP Semiconductors beteiligt sei, mit dem planmäßigen Produktionsstart im Jahr 2026 immer näher. Diesbezüglich habe Infineon kürzlich mit der Genehmigung der deutschen Bundesregierung die letzte Hürde für eine Förderung in Höhe von EUR 920 Mio., welche das Unternehmen bei ihrer Investition von EUR 5,0 Mrd. unterstütze, genommen.
Mitte 2024 sei das Kosteneinsparungsprogramm "Step up" ins Leben gerufen worden, welches an der Kostenstruktur schrauben sowie Produktivitätsverbesserungen bringen solle. Im Zuge des Programms sei bereits die Streichung von 1.400 Stellen angekündigt worden, während weitere 1.400 Arbeitsplätze in Billiglohnländer verlagert werden sollten. Die gesetzten Schritte hätten sich im zweiten Quartal bereits in einer Verbesserung der operativen Marge gegenüber dem Vorjahr von 13,7% auf 16,7% widergespiegelt und sollten in den kommenden Quartalen und Jahren die Kosteneffizienz weiter steigern.
Bislang seien US-Zölle in Höhe von mindestens 25% auf importierte Halbleiter lediglich angedroht worden. Mit dem Betrieb zahlreicher Werke in den USA und einem relativ geringen regionalen Umsatzanteil von 11% sichere sich Infineon zu einem gewissen Grad gegen potenzielle Zollauswirkungen ab, wobei sich die Einfuhrgebühren dennoch indirekt durch den Import von Zulieferteilen oder der stark exponierten Automobilindustrie auf das Unternehmen niederschlagen könnten. Des Weiteren stelle der durch die Zollpolitik schwächere US-Dollar einen weiteren Belastungsfaktor für das Geschäft von Infineon dar.
Aufgrund der potenziellen Effekte aktueller Zollauseinandersetzungen habe der Halbleiterhersteller seine noch vor wenigen Monaten angehobene Gesamtjahresprognose für 2025 revidiert. Bei einem unterstellten EUR/USD-Wechselkurs von 1,125 (zuvor: 1,05) werde somit wieder ein leicht rückläufiger Umsatz erwartet. Auch die prognostizierten Investitionen seien von EUR 2,5 Mrd. auf EUR 2,3 Mrd. gesenkt worden, während die bereinigte Bruttomarge nach wie vor 40% erreichen solle.
Fazit: Im zweiten Quartal setze Infineon sein bisher durchwachsenes Geschäftsjahr mit weiteren Umsatz- und Gewinnrückgängen fort, wobei diese meist geringer als erwartet ausgefallen seien. Neben der aktuellen Geschäftslage stünden zudem die möglichen Auswirkungen der US-Zollpolitik im Fokus. Diese würden zu signifikanten Kursrückgängen führen und das Unternehmen schließlich veranlassen, seine Jahresprognose herabzusetzen. Inzwischen scheine das Zollrisiko vom Markt jedoch größtenteils wieder ausgepreist zu sein, sodass der Aktienkurs aktuell sogar deutlich über dem Niveau vom Tag der Zollankündigungen liege. Während sich der weitere Verlauf des Zollkrieges und dessen Auswirkungen kaum vorhersagen lassen würden, setze Infineon mit einigen in den Startlöchern stehenden Projekten wie der Kooperation mit NVIDIA, der neuen Mikrocontroller-Architektur und dem Werk in Dresden alles daran, sich für zukünftiges Wachstum aufzustellen.
Dementsprechend erhöht Alexander Frank, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, sein Kursziel für Infineon von EUR 36,00 auf EUR 38,00 - in Anbetracht der jüngsten Kursgewinne entspricht dies jedoch nur noch einer "halten"-Empfehlung. Das Kursziel ergebe sich mittels eines relativen Bewertungsansatzes, welcher basierend auf Multiples für die nächsten zwölf Monate auch einen im historischen Vergleich angemessenen Bewertungsaufschlag zum Sektor berücksichtige. (Analyse vom 10.06.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
Offenlegungen
3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.
7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (10.06.2025/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Sebastian Mathe, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), nimmt die Aktie der Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004, WKN: 623100, Ticker-Symbol: IFX, NASDAQ OTC-Symbol: IFNNF) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
Der Konzernumsatz sei gegenüber dem Vorjahresquartal um 1% auf EUR 3,59 Mrd. gefallen, womit das Unternehmen jedoch haarscharf über den Konsensschätzungen gelegen habe. Hinsichtlich des Gewinns je Aktie habe wie auch im vorangegangenen Quartal ein deutlicher Rückgang von nun 19% auf EUR 0,34 hingenommen werden müssen. Analyst:innen hätten jedoch noch höhere Einbußen auf EUR 0,33 prognostiziert. Auf Spartenebene habe lediglich der Bereich "Power & Sensor Systems" ein Umsatzwachstum von 11% erzielen können. Das mit Abstand umsatzstärkste Segment "Automotive" habe sich hingegen mit -3% rückläufig entwickelt. Auch die Bereiche "Green Industrial Power" und "Connected Secure Systems" hätten deutliche Umsatzrückgänge von -30% bzw. -4% verzeichnet.
Die Umsätze mit Produkten für Server und Rechenzentren hätten den Bereich Power & Sensor Systems (PSS) wie auch schon zuletzt deutlich unterstützt. Entscheidend dafür seien neben den Stromversorgungseinheiten bzw. Power-Supply-Units (PSUs) vor allem Infineons Battery Backup Units (BBUs), mithilfe derer ein unterbrechungsfreier Betrieb von KI-Rechenzentren gewährleistet werde. Mit dieser Art der Stromzufuhr-Koordination könnten Unternehmen beispielsweise Spannungsspitzen und Überspannungen bewältigen, welche in weiterer Folge zu kostspieligen Systemausfällen oder Stillständen führen würden.
Hinsichtlich der Stromversorgung von KI-Rechenzentren möchte Infineon nun gemeinsam mit NVIDIA ein System entwickeln, welches die Stromumwandlung zentral am KI-Chip und somit eine energieeffizientere und zuverlässigere Stromverteilung ermögliche. Mit der neuen Architektur solle die dezentrale Stromversorgung via Netzteilen (PSUs), die aktuell einen signifikanten Teil des begrenzten Platzes auf Server-Racks einnähmen, zukünftig abgelöst werden. Außerdem führe Infineon das Feld hinsichtlich Mikrocontrollern an, welche als "Gehirn" insbesondere in Autos zahlreiche Anwendungen steuern und koordinieren, um diese sauberer, sicherer und intelligenter zu machen. Die Marktführerschaft im globalen Mikrocontrollermarkt solle mit dem Umstieg von der ARM-Architektur auf einen RISC-V-Standard, welcher keine Lizenzgebühren mit sich bringe, weiter untermauert werden.
Die führende Position bei Halbleitern für den Automobilbereich werde nicht nur mit Innovationen, sondern auch mit Investitionen wie der Übernahme des Automotive-Ethernet-Geschäfts von Marvell Technology für USD 2,5 Mrd. gefestigt. Diese bringe neben der Möglichkeit höherer Datenübertragungsraten ebenso einen Kundenstamm von über 50 Automobilherstellern und einige strategisch wichtige Niederlassungen in den USA mit sich. Des Weiteren rücke die Eröffnung des Front-End-Halbleiterwerks in Dresden, woran Infineon als Teil der European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) gemeinsam mit TSMC, Bosch und NXP Semiconductors beteiligt sei, mit dem planmäßigen Produktionsstart im Jahr 2026 immer näher. Diesbezüglich habe Infineon kürzlich mit der Genehmigung der deutschen Bundesregierung die letzte Hürde für eine Förderung in Höhe von EUR 920 Mio., welche das Unternehmen bei ihrer Investition von EUR 5,0 Mrd. unterstütze, genommen.
Mitte 2024 sei das Kosteneinsparungsprogramm "Step up" ins Leben gerufen worden, welches an der Kostenstruktur schrauben sowie Produktivitätsverbesserungen bringen solle. Im Zuge des Programms sei bereits die Streichung von 1.400 Stellen angekündigt worden, während weitere 1.400 Arbeitsplätze in Billiglohnländer verlagert werden sollten. Die gesetzten Schritte hätten sich im zweiten Quartal bereits in einer Verbesserung der operativen Marge gegenüber dem Vorjahr von 13,7% auf 16,7% widergespiegelt und sollten in den kommenden Quartalen und Jahren die Kosteneffizienz weiter steigern.
Bislang seien US-Zölle in Höhe von mindestens 25% auf importierte Halbleiter lediglich angedroht worden. Mit dem Betrieb zahlreicher Werke in den USA und einem relativ geringen regionalen Umsatzanteil von 11% sichere sich Infineon zu einem gewissen Grad gegen potenzielle Zollauswirkungen ab, wobei sich die Einfuhrgebühren dennoch indirekt durch den Import von Zulieferteilen oder der stark exponierten Automobilindustrie auf das Unternehmen niederschlagen könnten. Des Weiteren stelle der durch die Zollpolitik schwächere US-Dollar einen weiteren Belastungsfaktor für das Geschäft von Infineon dar.
Fazit: Im zweiten Quartal setze Infineon sein bisher durchwachsenes Geschäftsjahr mit weiteren Umsatz- und Gewinnrückgängen fort, wobei diese meist geringer als erwartet ausgefallen seien. Neben der aktuellen Geschäftslage stünden zudem die möglichen Auswirkungen der US-Zollpolitik im Fokus. Diese würden zu signifikanten Kursrückgängen führen und das Unternehmen schließlich veranlassen, seine Jahresprognose herabzusetzen. Inzwischen scheine das Zollrisiko vom Markt jedoch größtenteils wieder ausgepreist zu sein, sodass der Aktienkurs aktuell sogar deutlich über dem Niveau vom Tag der Zollankündigungen liege. Während sich der weitere Verlauf des Zollkrieges und dessen Auswirkungen kaum vorhersagen lassen würden, setze Infineon mit einigen in den Startlöchern stehenden Projekten wie der Kooperation mit NVIDIA, der neuen Mikrocontroller-Architektur und dem Werk in Dresden alles daran, sich für zukünftiges Wachstum aufzustellen.
Dementsprechend erhöht Alexander Frank, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, sein Kursziel für Infineon von EUR 36,00 auf EUR 38,00 - in Anbetracht der jüngsten Kursgewinne entspricht dies jedoch nur noch einer "halten"-Empfehlung. Das Kursziel ergebe sich mittels eines relativen Bewertungsansatzes, welcher basierend auf Multiples für die nächsten zwölf Monate auch einen im historischen Vergleich angemessenen Bewertungsaufschlag zum Sektor berücksichtige. (Analyse vom 10.06.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:
Offenlegungen
3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.
7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.
Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (10.06.2025/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 46,005 € | 44,715 € | 1,29 € | +2,88% | 16.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0006231004 | 623100 | 48,23 € | 25,97 € | |
Werte im Artikel
| Handelsplatz | Letzter | Veränderung | Zeit |
|
|
45,885 € | +2,93% | 16.04.26 |
| München | 45,955 € | +3,94% | 16.04.26 |
| Hamburg | 46,00 € | +3,67% | 16.04.26 |
| Frankfurt | 45,83 € | +3,04% | 16.04.26 |
| Xetra | 46,005 € | +2,88% | 16.04.26 |
| Stuttgart | 45,835 € | +2,82% | 16.04.26 |
| Hannover | 45,245 € | +2,58% | 16.04.26 |
| Düsseldorf | 45,65 € | +2,39% | 16.04.26 |
| Nasdaq OTC Other | 53,65 $ | +2,19% | 16.04.26 |
= Realtime
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