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Deutsche Konjunktur wird 2012 nur eine Verschnaufpause einlegen




18.01.12 16:04
M.M. Warburg & CO

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Wenn es der Politik mit Hilfe der Europäischen Zentralbank gelingt, die seit Monaten schwelende Vertrauenskrise in den Griff zu bekommen, wird der Aufschwung in Deutschland nur eine kurze Verschnaufpause von bis zu zwei Quartalen einlegen, ehe die Wirtschaft wieder an Dynamik gewinnt - zu dieser Einschätzung kommen die Konjunkturexperten des Bankhauses M.M. Warburg & CO in ihrem Ausblick für 2012.

In ihrem Basisszenario würden sie ein marginales Wachstum von 0,2% für das Gesamtjahr unterstellen, wobei der Konsum und die Bauwirtschaft vergleichsweise robust bleiben würden.

"Die Weltwirtschaft befindet sich in einem synchronen Abschwung, eine globale Rezession ist aber unwahrscheinlich", habe Chefvolkswirt Carsten Klude beim Neujahrsempfang der Bank gesagt. Dies sei der strukturell besseren Verfassung der Schwellenländer zu verdanken, deren Einfluss auf die Weltwirtschaft weiter zunehme. Für die Gruppe dieser Länder erwarte M.M. Warburg & CO nur einen Rückgang der Wachstumsrate um 1,5 Prozentpunkte auf 5,5%. Zudem habe sich die konjunkturelle Lage in den USA zuletzt merklich verbessert, so dass die größte Volkswirtschaft der Welt um rund 2% wachsen dürfte.

In der Eurozone werde sich eine Rezession aufgrund der restriktiven Wirkung der Fiskalpolitik in den hoch verschuldeten Ländern nicht mehr verhindern lassen. Insbesondere in der europäischen Peripherie, aber auch in Frankreich, werde das Bruttoinlandsprodukt sinken. Für die gesamte Eurozone rechne die Bank mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts von 0,5%. "Wir gehen davon aus, dass sich die Situation in Europa erst weiter zuspitzen muss, bevor eine Entscheidung zugunsten von Eurobonds oder des unbegrenzten Einsatzes der Geldpolitik durch die EZB getroffen wird", habe Chefvolkswirt Klude gesagt.

Schwache Konjunkturdaten sowie geringere Inflationsraten würden nach Einschätzung von M.M. Warburg & CO das Potenzial eröffnen, die Zinsen in diesem Jahr um nochmals 50 Basispunkte zu senken. Der Inflationshöhepunkt sei erreicht. In der Eurozone werde die Inflationsrate in Kürze wieder unter 3% liegen, im Jahresdurchschnitt bei knapp 2%. Das "Japan-Szenario" für Bundesanleihen halte damit an. Die Renditen könnten angesichts der fundamentalen Rahmenbedingungen und der anhaltenden Verunsicherung der Anleger vorerst noch weiter sinken. Neben Cash seien auch kurzlaufende Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen eine mögliche Anlagealternative.

Das fundamentale Umfeld für Aktien bleibe dagegen schwierig. "Aktien sind zwar optisch billig, aber die konjunkturellen Unsicherheiten sind größer als üblich", habe Chief Investment Officer Dr. Christian Jasperneite gesagt. Da die Unternehmen zudem ihre noch optimistischen Einschätzungen für 2012 in den nächsten Monaten sukzessive zurückschrauben würden, könne der Deutsche Aktienindex DAX im ersten Halbjahr erneut bis auf 5.500 Punkte zurückfallen. Wenn dies allerdings nur ein "normaler" zyklischer Abschwung sei, sollten die Kurse im Jahresverlauf wieder steigen.

"Wir empfehlen derzeit, die Aktienquote in einem Portfolio leicht unterzugewichten", habe Jasperneite gesagt. Die noch defensive Ausrichtung könne aber aufgegeben werden, wenn sich die konjunkturelle Lage weiter stabilisiere und die Schuldenkrise nicht erneut zuspitze. Regional betrachtet sei eine Übergewichtung US-amerikanischer Aktien sinnvoll. Das gelte nicht nur im Hinblick auf die besser laufende amerikanische Konjunktur, sondern auch vor dem Hintergrund einer sinnvollen Währungsdiversifikation. Die Wachstumsdifferenzen zwischen den USA und der Eurozone würden nach Einschätzung der Bank für eine weitere Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro sprechen. Im ersten Halbjahr sei eine Aufwertung in Richtung 1,22 EUR/USD wahrscheinlich. (18.01.2012/ac/a/m)








 
 
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