Wer später einmal vom Saisonverlauf der Dynamos im ersten Drittliga-Jahr des deutschen Fußballs berichten will, wird die Geschichte des Halil Savran erzählen. Sie handelt von einem jungen Mann, der am Sonnabend mit drei Treffern innerhalb von 20 Minuten den 3:1 (0:0)-Sieg gegen Jahn Regensburg sicherstellte. Sein eigenes Torekonto erhöhte er damit auf 14.
Dass Savran allein nach dem Jahreswechsel elfmal erfolgreich war, ist bemerkenswert, aber nicht zufällig. „Ich musste mich an diese Liga erst gewöhnen. In der Hinrunde hatte ich so meine Probleme", sagte der 23-Jährige, dessen Selbstanalyse für die gesamte Mannschaft gilt. Inzwischen greift bei Dynamo ein Rädchen ins andere - auch wenn der Gegner mit einem „Tor aus dem Nichts", wie Regensburgs Trainer Markus Weinzierl das 0:1 in der 48. Minute beschrieb, in Führung geht. „Wir können den Schalter jetzt umlegen und solche Spiele noch drehen", betonte Dreifach-Torschütze Savran (58., 72., 78.). Alles andere als ein Sieg im letzten Heimspiel der Saison wäre auch eine herbe Enttäuschung gewesen. Viel zu überlegen agierte Dresden gegen bayerische Gäste, die vor der Rekordkulisse im Rudolf-Harbig-Stadion eigentlich den Klassenerhalt perfekt machen wollten. Nach zähen 20 Anfangsminuten sahen die 13 863 Zuschauer aber nur ein Team im Angriff: die Dynamos. Savran (26., 30., 33.), Sascha Pfeffer (32.), Lars Jungnickel (42.) und Ronny Nikol (44.) hatten eine Vielzahl von Chancen, bei denen stets die letzte Präzision und Entschlossenheit fehlte. Nach der Pause und dem schnellen Gegentor brauchten die Gelb-Schwarzen fünf Minuten, ehe sie ihren Sturmlauf fortsetzten und damit sogar ihren Trainer beeindruckten. „Ich hatte richtig Angst, dass wir gegen die defensiv disziplinierten Regensburger kein Tor schießen", gestand Ruud Kaiser: „Doch das ist der Unterschied zur Hinserie: Die Mannschaft macht weiter, kämpft und spielt." Und hat einen Savran im Angriff, der mit Pavel Dobry - zu Saisonbeginn noch Bankdrücker - prächtig harmoniert. Da störte es auch nicht, dass Savran das 2:1 für sich reklamierte, obwohl der Ball nach Schuss des Tschechen die Torlinie fast schon überquert hatte. „Ich wollte sichergehen", sagte Savran, dem als vierten Stürmer der Liga ein Hattrick gelang. Den Platz im Geschichtsbuch hat er dennoch längst sicher. Am 25. Juli 2008 erzielte Savran das Premieren-Tor.
Quelle: SZ |