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VARTA: Sanierung - Fortschritte für das Unternehmen, Totalverlust für Kleinaktionäre - Aktienanalyse
18.09.24 21:43
Der Aktionär
Kulmbach (www.aktiencheck.de) - VARTA-Aktienanalyse von "Der Aktionär":
Carsten Kaletta vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der VARTA AG (ISIN: DE000A0TGJ55, WKN: A0TGJ5, Ticker-Symbol: VAR1) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
VARTA sei ein riesiges Elend - vor allem und gerade für die Klein-Aktionäre. Daran ändere auch nichts, dass das Sanierungsverfahren beim angeschlagenen Batteriekonzern eine weitere Hürde genommen habe. "Wir haben lange verhandelt und nun auch eine Lösung mit den Schuldscheindarlehensgebern gefunden", habe Konzernchef, Michael Ostermann, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gesagt.
Er rechne damit, dass die Gruppe dem Konzept nun mehrheitlich zustimmen werde. Das ermögliche ein deutlich schnelleres und einfacheres Verfahren. Ostermann zufolge stünden jetzt fast alle von der Sanierung betroffenen Gruppen mehrheitlich hinter dem Mitte August verkündeten Konzept. Einzige Ausnahme seien die Kleinaktionäre. Das überrasche nicht: Sie sollten aus dem Unternehmen gedrängt werden, ihnen drohe der Totalverlust ihrer Investition. Anlegerschützer hätten bereits Widerstand angekündigt. Ihre Interessen könnten in dem Verfahren nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) jedoch ausgehebelt werden.
Im Wesentlichen sehe das Konzept weiterhin einen Schuldenschnitt und die Verlängerung von Krediten vor. Die Verbindlichkeiten des Konzerns von fast einer halben Milliarde Euro sollten so auf rund 230 Millionen Euro verringert werden. Damit falle der Schuldenschnitt um 30 Millionen Euro geringer aus als im August geplant. Frisches Geld sollten nach wie vor unter anderem der Einstieg des Sportwagenbauers Porsche und Darlehen der Gläubiger bringen.
Der Zeitplan nehme auch weiter Form an: Nach Zustimmung aller notwendigen Parteien solle der Restrukturierungsplan nach Angaben von Ostermann in der ersten Oktoberwoche, spätestens aber Mitte Oktober, beim zuständigen Sanierungsgericht eingereicht werden. Er habe immer noch die Hoffnung, dass das Verfahren dann Ende des Jahres abgeschlossen sei. "Spätestens aber Ende Januar", habe der Manager gesagt.
Laufe alles wie geplant, solle das Sanierungskonzept die Finanzierung der VARTA AG bis Ende 2027 sicherstellen. In der Verwaltung sollten auch Stellen gestrichen werden. VARTA habe das vorinsolvenzliche Verfahren im Juli angemeldet. Danach sei der Aktienkurs abgestürzt. Bei dem Konzern aus dem schwäbischen Ellwangen hätten zuletzt rund 4.000 Menschen gearbeitet.
Hintergrund: Der Batteriekonzern stecke schon länger in der Krise, weil die Geschäfte nicht mehr rund laufen würden. Die Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, zum Beispiel für Kopfhörer, schwanke stark. VARTA habe zuletzt außerdem über Billigkonkurrenz aus China geklagt. Zu allem Überfluss hätten Hacker im Februar die Computersysteme des Unternehmens attackiert und die Produktion wochenlang lahmgelegt. Aber auch Managementfehler stünden im Raum.
In den ersten neun Monaten 2023 habe VARTA rund 554 Millionen Euro Umsatz gemacht. Aktuellere Geschäftszahlen gebe es wegen des Hackerangriffs nicht. Der Geschäftsbericht 2023 werde Ende Oktober erwartet, Angaben zum ersten Quartal 2024 im November.
Es bleibe dabei: Die Kleinaktionäre würden trotz dieses Fortschritts mit hoher Wahrscheinlichkeit leer ausgehen. Letztlich seien es nur noch einige unentwegte Zocker, die im Überlebenskampf des traditionsreichen VARTA-Konzerns ihr Glück versuchen würden.
"Aktionär"-Leser sollten diesem Beispiel nicht folgen und vielmehr einen großen Bogen um die VARTA-Aktie machen - das Papier ist absolut tabu, so Carsten Kaletta von "Der Aktionär" in einer aktuellen Aktienanalyse. (Analyse vom 18.09.2024)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Börsenplätze VARTA-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs VARTA-Aktie:
1,502 EUR -1,958% (18.09.2024, 21:33)
XETRA-Aktienkurs VARTA-Aktie:
1,551 EUR -0,513% (18.09.2024, 17:44)
ISIN VARTA-Aktie:
DE000A0TGJ55
WKN VARTA-Aktie:
A0TGJ5
Ticker-Symbol VARTA-Aktie:
VAR1
Kurzprofil VARTA AG:
Die VARTA AG (ISIN: DE000A0TGJ55, WKN: A0TGJ5, Ticker-Symbol: VAR1) produziert und vermarktet ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen bis zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen und setzt als Technologieführer in wichtigen Bereichen die Industriestandards. Als Muttergesellschaft der Gruppe ist sie in den Geschäftssegmenten "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries" tätig.
Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf das Mikrobatterien-, Lithium-Ionen-CoinPower-, Lithium-Ionen-Rundzellen (Lithium-Ion Large Cells) sowie auf das Lithium-Ionen-Batteriepack-Geschäft. Durch intensive Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen der Lithium-Ionen-Technologie und bei Mikrobatterien weltweite Maßstäbe und ist so anerkannter Innovationsführer in den wichtigen Wachstumsmärkten der Lithium-Ionen-Technologie sowie bei primären Hörgerätebatterien.
Das Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. (18.09.2024/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Carsten Kaletta vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der VARTA AG (ISIN: DE000A0TGJ55, WKN: A0TGJ5, Ticker-Symbol: VAR1) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
VARTA sei ein riesiges Elend - vor allem und gerade für die Klein-Aktionäre. Daran ändere auch nichts, dass das Sanierungsverfahren beim angeschlagenen Batteriekonzern eine weitere Hürde genommen habe. "Wir haben lange verhandelt und nun auch eine Lösung mit den Schuldscheindarlehensgebern gefunden", habe Konzernchef, Michael Ostermann, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gesagt.
Er rechne damit, dass die Gruppe dem Konzept nun mehrheitlich zustimmen werde. Das ermögliche ein deutlich schnelleres und einfacheres Verfahren. Ostermann zufolge stünden jetzt fast alle von der Sanierung betroffenen Gruppen mehrheitlich hinter dem Mitte August verkündeten Konzept. Einzige Ausnahme seien die Kleinaktionäre. Das überrasche nicht: Sie sollten aus dem Unternehmen gedrängt werden, ihnen drohe der Totalverlust ihrer Investition. Anlegerschützer hätten bereits Widerstand angekündigt. Ihre Interessen könnten in dem Verfahren nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) jedoch ausgehebelt werden.
Im Wesentlichen sehe das Konzept weiterhin einen Schuldenschnitt und die Verlängerung von Krediten vor. Die Verbindlichkeiten des Konzerns von fast einer halben Milliarde Euro sollten so auf rund 230 Millionen Euro verringert werden. Damit falle der Schuldenschnitt um 30 Millionen Euro geringer aus als im August geplant. Frisches Geld sollten nach wie vor unter anderem der Einstieg des Sportwagenbauers Porsche und Darlehen der Gläubiger bringen.
Der Zeitplan nehme auch weiter Form an: Nach Zustimmung aller notwendigen Parteien solle der Restrukturierungsplan nach Angaben von Ostermann in der ersten Oktoberwoche, spätestens aber Mitte Oktober, beim zuständigen Sanierungsgericht eingereicht werden. Er habe immer noch die Hoffnung, dass das Verfahren dann Ende des Jahres abgeschlossen sei. "Spätestens aber Ende Januar", habe der Manager gesagt.
Laufe alles wie geplant, solle das Sanierungskonzept die Finanzierung der VARTA AG bis Ende 2027 sicherstellen. In der Verwaltung sollten auch Stellen gestrichen werden. VARTA habe das vorinsolvenzliche Verfahren im Juli angemeldet. Danach sei der Aktienkurs abgestürzt. Bei dem Konzern aus dem schwäbischen Ellwangen hätten zuletzt rund 4.000 Menschen gearbeitet.
Hintergrund: Der Batteriekonzern stecke schon länger in der Krise, weil die Geschäfte nicht mehr rund laufen würden. Die Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, zum Beispiel für Kopfhörer, schwanke stark. VARTA habe zuletzt außerdem über Billigkonkurrenz aus China geklagt. Zu allem Überfluss hätten Hacker im Februar die Computersysteme des Unternehmens attackiert und die Produktion wochenlang lahmgelegt. Aber auch Managementfehler stünden im Raum.
In den ersten neun Monaten 2023 habe VARTA rund 554 Millionen Euro Umsatz gemacht. Aktuellere Geschäftszahlen gebe es wegen des Hackerangriffs nicht. Der Geschäftsbericht 2023 werde Ende Oktober erwartet, Angaben zum ersten Quartal 2024 im November.
Es bleibe dabei: Die Kleinaktionäre würden trotz dieses Fortschritts mit hoher Wahrscheinlichkeit leer ausgehen. Letztlich seien es nur noch einige unentwegte Zocker, die im Überlebenskampf des traditionsreichen VARTA-Konzerns ihr Glück versuchen würden.
"Aktionär"-Leser sollten diesem Beispiel nicht folgen und vielmehr einen großen Bogen um die VARTA-Aktie machen - das Papier ist absolut tabu, so Carsten Kaletta von "Der Aktionär" in einer aktuellen Aktienanalyse. (Analyse vom 18.09.2024)
Börsenplätze VARTA-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs VARTA-Aktie:
1,502 EUR -1,958% (18.09.2024, 21:33)
XETRA-Aktienkurs VARTA-Aktie:
1,551 EUR -0,513% (18.09.2024, 17:44)
ISIN VARTA-Aktie:
DE000A0TGJ55
WKN VARTA-Aktie:
A0TGJ5
Ticker-Symbol VARTA-Aktie:
VAR1
Kurzprofil VARTA AG:
Die VARTA AG (ISIN: DE000A0TGJ55, WKN: A0TGJ5, Ticker-Symbol: VAR1) produziert und vermarktet ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen bis zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen und setzt als Technologieführer in wichtigen Bereichen die Industriestandards. Als Muttergesellschaft der Gruppe ist sie in den Geschäftssegmenten "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries" tätig.
Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf das Mikrobatterien-, Lithium-Ionen-CoinPower-, Lithium-Ionen-Rundzellen (Lithium-Ion Large Cells) sowie auf das Lithium-Ionen-Batteriepack-Geschäft. Durch intensive Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen der Lithium-Ionen-Technologie und bei Mikrobatterien weltweite Maßstäbe und ist so anerkannter Innovationsführer in den wichtigen Wachstumsmärkten der Lithium-Ionen-Technologie sowie bei primären Hörgerätebatterien.
Das Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. (18.09.2024/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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