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VARTA: "Ad hoc des Grauens" - Die Aktie auf einem neuen Rekordtief - Aktienanalyse
12.04.24 09:02
Der Aktionär
Kulmbach (www.aktiencheck.de) - VARTA-Aktienanalyse von "Der Aktionär":
Michael Schröder vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der VARTA AG (ISIN: DE000A0TGJ55, WKN: A0TGJ5, Ticker-Symbol: VAR1) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
Die Hoffnung, VARTA wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zurückführen, habe den nächsten Dämpfer bekommen. Der Restrukturierungsplan aus dem vergangenen Jahr drohe zu scheitern. Nun solle ein neues Sanierungsgutachten erstellt werden und die Investmentbank Rothschild alternative Finanzierungsmaßnahmen ausarbeiten.
Gestern Abend um 20:35 Uhr sei bei VARTA die nächste Bombe geplatzt: Der angeschlagene Batteriehersteller habe gemeldet, sein Restrukturierungskonzept aktualisieren zu müssen. Die bisherigen Sanierungspläne seien die Grundlage dafür gewesen, dass die Banken ihre Kredite bis Ende 2026 verlängert hätten - dazu müssten in der Regel definierte Finanzkennziffern eingehalten werden. VARTA habe dem Vernehmen nach 250 Millionen Euro Bankschulden und sich zudem zusätzliche 235 Millionen Euro über Schuldscheine geliehen.
Doch die im Juli 2023 im IDW-S6-Gutachten gemachten Annahmen hätten sich allem Anschein nach nicht verwirklicht. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich weiter verschlechtert. Insbesondere im Bereich der kleinformatigen Lithium-Ionen-Zellen und Energiespeicherlösungen für Endverbraucher sei ein unerwarteter Einbruch zu verzeichnen.
Zusätzlich zu diesen Problemen hätten aggressive Preisstrategien der Konkurrenz und anhaltende Lieferkettenprobleme das Unternehmen belastet. Ein weiterer Schlag für VARTA sei der Cyberangriff im Februar 2024 gewesen, der nicht nur zu einem mehrwöchigen Produktionsstillstand geführt, sondern auch die finanzielle Lage des Unternehmens weiter verschlechtert habe. Die Veröffentlichung des Konzernabschlusses für das Jahr 2023 sei daher verschoben worden.
Wie gehe es weiter? Zunächst erfolge eine Analyse und Aktualisierung des bestehenden IDW-S6-Gutachtens als Grundlage einer Anpassung der Restrukturierungsmaßnahmen durch AuxilPartner als neuem Sanierungsgutachter, die den Vorstand bereits seit mehreren Monaten im Zusammenhang mit der laufenden operativen Restrukturierung unterstützen würden. Das solle bis Mitte des Jahres fertiggestellt sein. Bis dahin hätten die Kreditgeber dem Vernehmen nach zugesagt, die Füße stillzuhalten. Doch irgendwann möchten auch die frisches Geld sehen.
Dazu habe sich der Konzern zur Analyse verschiedener Szenarien die Unterstützung von weiteren erfahrenen Beratern gesichert und unter anderen Rothschild & Co. als Financial Advisor mandatiert, "strategische Optionen in Bezug auf potenzielle Rekapitalisierungs- und Finanzierungsmaßnahmen auszuarbeiten". Daraus lasse sich schließen, dass es ohne weitere Kapitalerhöhung oder einen deutlichen Kapitalschnitt nicht weitergehe. Doch woher solle das Geld kommen?
Im letzten Absatz der Meldung von gestern Abend, die in Finanzkreisen bereits als "Ad hoc des Grauens" bezeichnet werde, zeige sich der Vorstand trotz der ungewissen Situation optimistisch, eine tragfähige Lösung für eine nachhaltige Sanierung des Unternehmens zu finden.
Was hätten Aktionäre jetzt zu erwarten? Würden die Banken die Kredite fällig stellen, wäre vermutlich eine Insolvenz die Folge. Eine andere Option könnte die Umsetzung des sogenannten Stabilisierungs- und Restrukturierungsgesetzes - kurz StaRUG - sein. Auf diese Weise sollten Unternehmen zur Insolvenzvermeidung die Möglichkeit erhalten, ihre Geschäftstätigkeit fortzusetzen und Arbeitsplätze zu erhalten. Bei der Restrukturierung der LEONI AG angewandt, sei im Sommer 2023 ein Delisting erfolgt und die Aktionäre hätten ihre Anteile verloren.
Noch seien weiter viele Fragen offen. Während VARTA an einem überarbeiteten Sanierungsplan arbeite, bleibe abzuwarten, ob die neu ausgerichteten Maßnahmen den Konzern doch noch einmal wieder in ruhigere Fahrwasser führen könnten. Fakt sei, dass die Aktie auf einem neuen Rekordtief notiere.
Angesichts der negativen Gemengelage bleiben Anleger weiter an der Seitenlinie, so Michael Schröder von "Der Aktionär" zur VARTA-Aktie. (Analyse vom 12.04.2024)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Börsenplätze VARTA-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs VARTA-Aktie:
9,515 EUR -21,69% (12.04.2024, 08:49)
XETRA-Aktienkurs VARTA-Aktie:
14,14 EUR -1,12% (11.04.2024, 17:35)
ISIN VARTA-Aktie:
DE000A0TGJ55
WKN VARTA-Aktie:
A0TGJ5
Ticker-Symbol VARTA-Aktie:
VAR1
Kurzprofil VARTA AG:
Die VARTA AG (ISIN: DE000A0TGJ55, WKN: A0TGJ5, Ticker-Symbol: VAR1) produziert und vermarktet ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen bis zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen und setzt als Technologieführer in wichtigen Bereichen die Industriestandards. Als Muttergesellschaft der Gruppe ist sie in den Geschäftssegmenten "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries" tätig.
Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf das Mikrobatterien-, Lithium-Ionen-CoinPower-, Lithium-Ionen-Rundzellen (Lithium-Ion Large Cells) sowie auf das Lithium-Ionen-Batteriepack-Geschäft. Durch intensive Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen der Lithium-Ionen-Technologie und bei Mikrobatterien weltweite Maßstäbe und ist so anerkannter Innovationsführer in den wichtigen Wachstumsmärkten der Lithium-Ionen-Technologie sowie bei primären Hörgerätebatterien.
Das Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. (12.04.2024/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Michael Schröder vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie der VARTA AG (ISIN: DE000A0TGJ55, WKN: A0TGJ5, Ticker-Symbol: VAR1) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.
Die Hoffnung, VARTA wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zurückführen, habe den nächsten Dämpfer bekommen. Der Restrukturierungsplan aus dem vergangenen Jahr drohe zu scheitern. Nun solle ein neues Sanierungsgutachten erstellt werden und die Investmentbank Rothschild alternative Finanzierungsmaßnahmen ausarbeiten.
Gestern Abend um 20:35 Uhr sei bei VARTA die nächste Bombe geplatzt: Der angeschlagene Batteriehersteller habe gemeldet, sein Restrukturierungskonzept aktualisieren zu müssen. Die bisherigen Sanierungspläne seien die Grundlage dafür gewesen, dass die Banken ihre Kredite bis Ende 2026 verlängert hätten - dazu müssten in der Regel definierte Finanzkennziffern eingehalten werden. VARTA habe dem Vernehmen nach 250 Millionen Euro Bankschulden und sich zudem zusätzliche 235 Millionen Euro über Schuldscheine geliehen.
Doch die im Juli 2023 im IDW-S6-Gutachten gemachten Annahmen hätten sich allem Anschein nach nicht verwirklicht. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich weiter verschlechtert. Insbesondere im Bereich der kleinformatigen Lithium-Ionen-Zellen und Energiespeicherlösungen für Endverbraucher sei ein unerwarteter Einbruch zu verzeichnen.
Zusätzlich zu diesen Problemen hätten aggressive Preisstrategien der Konkurrenz und anhaltende Lieferkettenprobleme das Unternehmen belastet. Ein weiterer Schlag für VARTA sei der Cyberangriff im Februar 2024 gewesen, der nicht nur zu einem mehrwöchigen Produktionsstillstand geführt, sondern auch die finanzielle Lage des Unternehmens weiter verschlechtert habe. Die Veröffentlichung des Konzernabschlusses für das Jahr 2023 sei daher verschoben worden.
Wie gehe es weiter? Zunächst erfolge eine Analyse und Aktualisierung des bestehenden IDW-S6-Gutachtens als Grundlage einer Anpassung der Restrukturierungsmaßnahmen durch AuxilPartner als neuem Sanierungsgutachter, die den Vorstand bereits seit mehreren Monaten im Zusammenhang mit der laufenden operativen Restrukturierung unterstützen würden. Das solle bis Mitte des Jahres fertiggestellt sein. Bis dahin hätten die Kreditgeber dem Vernehmen nach zugesagt, die Füße stillzuhalten. Doch irgendwann möchten auch die frisches Geld sehen.
Dazu habe sich der Konzern zur Analyse verschiedener Szenarien die Unterstützung von weiteren erfahrenen Beratern gesichert und unter anderen Rothschild & Co. als Financial Advisor mandatiert, "strategische Optionen in Bezug auf potenzielle Rekapitalisierungs- und Finanzierungsmaßnahmen auszuarbeiten". Daraus lasse sich schließen, dass es ohne weitere Kapitalerhöhung oder einen deutlichen Kapitalschnitt nicht weitergehe. Doch woher solle das Geld kommen?
Im letzten Absatz der Meldung von gestern Abend, die in Finanzkreisen bereits als "Ad hoc des Grauens" bezeichnet werde, zeige sich der Vorstand trotz der ungewissen Situation optimistisch, eine tragfähige Lösung für eine nachhaltige Sanierung des Unternehmens zu finden.
Was hätten Aktionäre jetzt zu erwarten? Würden die Banken die Kredite fällig stellen, wäre vermutlich eine Insolvenz die Folge. Eine andere Option könnte die Umsetzung des sogenannten Stabilisierungs- und Restrukturierungsgesetzes - kurz StaRUG - sein. Auf diese Weise sollten Unternehmen zur Insolvenzvermeidung die Möglichkeit erhalten, ihre Geschäftstätigkeit fortzusetzen und Arbeitsplätze zu erhalten. Bei der Restrukturierung der LEONI AG angewandt, sei im Sommer 2023 ein Delisting erfolgt und die Aktionäre hätten ihre Anteile verloren.
Noch seien weiter viele Fragen offen. Während VARTA an einem überarbeiteten Sanierungsplan arbeite, bleibe abzuwarten, ob die neu ausgerichteten Maßnahmen den Konzern doch noch einmal wieder in ruhigere Fahrwasser führen könnten. Fakt sei, dass die Aktie auf einem neuen Rekordtief notiere.
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.
Börsenplätze VARTA-Aktie:
Tradegate-Aktienkurs VARTA-Aktie:
9,515 EUR -21,69% (12.04.2024, 08:49)
XETRA-Aktienkurs VARTA-Aktie:
14,14 EUR -1,12% (11.04.2024, 17:35)
ISIN VARTA-Aktie:
DE000A0TGJ55
WKN VARTA-Aktie:
A0TGJ5
Ticker-Symbol VARTA-Aktie:
VAR1
Kurzprofil VARTA AG:
Die VARTA AG (ISIN: DE000A0TGJ55, WKN: A0TGJ5, Ticker-Symbol: VAR1) produziert und vermarktet ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen bis zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen und setzt als Technologieführer in wichtigen Bereichen die Industriestandards. Als Muttergesellschaft der Gruppe ist sie in den Geschäftssegmenten "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries" tätig.
Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf das Mikrobatterien-, Lithium-Ionen-CoinPower-, Lithium-Ionen-Rundzellen (Lithium-Ion Large Cells) sowie auf das Lithium-Ionen-Batteriepack-Geschäft. Durch intensive Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen der Lithium-Ionen-Technologie und bei Mikrobatterien weltweite Maßstäbe und ist so anerkannter Innovationsführer in den wichtigen Wachstumsmärkten der Lithium-Ionen-Technologie sowie bei primären Hörgerätebatterien.
Das Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. (12.04.2024/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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