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Siemens - neue Konzernstruktur stärkt Ausrichtung auf Kundengruppen und Wachstumsfelder




13.04.11 14:25
aktiencheck.de EXKLUSIV

München (aktiencheck.de AG) - Die Siemens AG setzt den radikalen Konzernumbau fort und strukturiert ihren Vorstand neu. Der weltweit führende Technologiekonzern aus München will mit der Gründung seines vierten Sektors "Infrastructure and Cities" an der Wachstumsdynamik und den Technologietrends im Zusammenhang mit Aufbau und Erneuerung der städtischen Infrastrukturen in Industrie- und Schwellenländern stark partizipieren. Die neue Sparte mit einem Umsatz von etwa 20 Mrd. Euro wird künftig vom bisherigen Strategiechef der Siemens AG Roland Busch geleitet.

Darüber hinaus hat Siemens vor, seine Tochtergesellschaft, die Glühbirnenfirma Osram, im Herbst diesen Jahres an die Börse zu bringen. Der Konzern wolle sich allerdings keineswegs von seiner technologisch und vertrieblich eigenständigen Licht-Sparte komplett trennen, sondern "als Ankeraktionär an der künftigen Osram AG langfristig beteiligt bleiben", wie Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Peter Löscher erklärte.

Auch in der Führungsebene der Siemens AG gibt es Änderungen: Roland Busch, Klaus Helmrich und Michael Süß werden zum 01.04.2011 in den Vorstand der Siemens AG berufen. Helmrich, bisher CEO der Division Drive Technologies, übernimmt das Vorstandsressort Technology und Süß, bisher CEO der Division Fossil Power Generation, wird CEO des Sektors Energy. Wolfgang Dehen scheidet aus dem Vorstand der Siemens AG aus und wird zum 01.04.2011 Vorsitzender der Geschäftsführung der Osram GmbH.

aktiencheck.de EXKLUSIV führte ein kurzes Interview mit Frau Monika Brücklmeier, der Pressesprecherin der Siemens AG.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG Peter Löscher hat die Zielvorgaben für die Zukunft klar definiert: "Wir richten Siemens auf Technologieführerschaft auf einem breiten Spektrum von Energieeffizienz-Lösungen in Städten und für Industrie-Branchen aus. So wollen wir in den nächsten Jahren die Schwelle von 100 Milliarden Euro Geschäftsvolumen überschreiten". Im Geschäftsjahr 2010 erzielte der Konzern einen Umsatz von fast 76 Mrd. Euro. Bis zum Sprung über die 100-Mrd.-Euro-Marke fehlt also noch ein gewaltiges Stückchen. Selbst wenn Siemens heute ziemlich gut auf diese ambitionierte Herausforderung vorbereitet zu sein scheint, wird es Ihr Unternehmen mit Sicherheit trotzdem viel Kraft und Anstrengung kosten, dieses Ziel zu erreichen. Und eine Erfolgsgarantie, vor allem aufgrund der großen Konkurrenz und vielen störenden Faktoren (so. z.B. die verheerende Naturkatastrophe in Japan und ihre Folgen, die anhaltenden Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten, die stetig steigenden Rohstoffpreise usw.) für die Weltkonjunkturlage gibt es selbstverständlich nicht. Was stimmt die Siemens AG dennoch so optimistisch und wie sieht der Zeitplan für die Realisierung dieses Vorhabens aus?

Siemens AG: Die Wachstumsdynamik in Städten ist enorm: Über die nächsten 20 Jahre wird der Anteil der in Städten lebenden Bevölkerung von 50 auf 60 Prozent steigen - dies entspricht einem Zuzug von ca. 1,4 Mrd. Menschen. Daran wollen wir als Infrastrukturpionier verstärkt partizipieren. Deshalb haben wir beschlossen, uns technologisch, organisatorisch und personell weiterzuentwickeln und einen vierten Sektor, Infrastructure & Cities, zu gründen. In diesem Sektor bündeln wir unsere Kompetenzen für urbane Infrastruktur. Der Markt dafür ist riesig: Das für uns adressierbare Potenzial in Städten liegt bei rund 300 Milliarden Euro jährlich. Die Weichen sind damit gestellt, um mittelfristig die Schwelle von 100-Mrd.-Euro Geschäftsvolumen zu erreichen.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Mit der Gründung der neuen Konzernsparte "Infrastructure and Cities" will die Siemens AG nachhaltig vom globalen Modernisierungsprozess, vor allem in der Infrastruktur, profitieren. Der Hauptschwerpunkt dieser Entwicklung liegt natürlich in den Schwellenländern, wo trotz des Baubooms und des technologischen Sprungs in den letzten zwei Dekaden, immer noch ein hohes Nachholpotenzial besteht. Aber auch in vielen Industriestaaten rollt die Erneuerungswelle. Mit Ihrem bisherigen Strategiechef Roland Busch hat die Siemens AG diese zukunftsträchtige Sparte in gute Hände gegeben. Gibt es für diesen neuen Sektor seitens der Konzernführung konkrete Ziele, an denen man sich künftig messen lassen will? Soll diese Sparte mittel- bis langfristig zum Hauptpfeiler des Konzerngeschäfts ausgebaut werden?

Siemens AG: Es ist noch zu früh für konkrete Ziele. Es geht jetzt erst einmal um die inhaltliche und strukturelle Ausgestaltung des neuen Sektors. Zahlen werden wir dann erstmals zu Q1 im Geschäftsjahr 2012 vorlegen. Insgesamt richten wir uns mit der neuen Struktur noch konsequenter auf die Kundengruppen und Wachstumsfelder aus. Sie kommt somit allen vier Sektoren zugute.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Die Siemens AG will ihre Leuchtmittel-Sparte, die Osram GmbH, in diesem Herbst an die Börse bringen. Viele Kommentatoren wundern sich, daß die Siemens AG bis zum Herbst wartet, um ihre höchst bekannte und profitable Tochtergesellschaft an der Börse zu platzieren. Das Umfeld an den Kapitalmärkten und die Konjunkturlage sind momentan gut und das geplante Volumen stellt die bisher für das Jahr 2011 am deutschen Aktienmarkt geplanten IPOs weit in den Schatten. Wo liegen die Gründe für diese abwartende Haltung des Konzerns und wie sollen die Erlöse aus diesem Börsengang verwendet werden?

Siemens AG: Die Entscheidung, Osram an die Börse zu bringen, fiel am 28. März 2011. Jetzt beginnen wir intensiv mit den Vorbereitungen, beispielsweise müssen die Finanzeckdaten für Osram als eigene Einheit geprüft werden, und zwar nicht nur für das Berichtsjahr, in dem der Börsengang stattfindet, sondern auch für die zwei Jahre davor. Wir glauben, dass wir im Herbst mit diesen technischen Voraussetzungen umfänglich fertig sind. Ob der Börsengang dann im Herbst klappt, hängt auch von den Marktbedingungen ab. Was die Erlöse aus dem Börsengang betrifft, die fließen zunächst der Siemens AG zu. Wir werden Osram aber mit einer sehr hohen Eigenkapitalquote und einer guten Kapitalstruktur ausstatten, um die nachhaltige Entwicklung der Energieeffizienz dort zu unterstützen.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Durch die jüngsten Ereignisse in Japan bekamen die Diskussionen um die Energieversorgung der Zukunft neue Nahrung. Auch in Deutschland ist das aktuell eine der wichtigsten Fragen, die es schnell und vernünftig zu lösen gilt, wie die letzten Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und vor allem in Baden-Württemberg gezeigt haben. Würden Sie sagen, Siemens könnte mittel- bis langfristig zu den Gewinnern einer nachhaltigen Umorientierung in der Energiepolitik werden? Das Kraftwerksgeschäft des Konzerns lief in den letzten Jahren wohl doch nicht so gut und die Erneuerbaren Energien eröffnen hier neue Chancen. Wie ist die Siemens AG in diesem Markt positioniert?

Siemens AG: Siemens baut seine Position am wachsenden Markt für erneuerbare Energien stetig aus: Zum Beispiel unsere Gasturbinen der H-Frame-Klasse stehen für höchste Energieeffizienz und damit für erfolgreich praktizierten Klimaschutz. Sie ist die weltweit leistungsfähigste in Betrieb genommene Gasturbine der Welt mit einem Wirkungsgrad von mehr als 60 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien, ausgenommen Wasser, wird in der weltweiten Stromerzeugung von drei Prozent im Jahre 2008 auf 17 Prozent im Jahre 2030 ansteigen. Welche Ergebnisse die energiepolitische Diskussion auch bringen wird, wir sind sehr gut aufgestellt für das zu erwartende Wachstum am Markt für erneuerbare Energien.

aktiencheck.de EXKLUSIV bedankt sich für dieses Interview und wünscht der Siemens AG weiterhin viel geschäftlichen Erfolg. (13.04.2011/ac/e/i)




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