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RWE & E.ON-Aktie: Lage spitzt sich dramatisch zu




07.11.13 12:56
Deutscher Investorenbrief

Essen (www.aktiencheck.de) - Liebe Leserinnen und Leser,

die Situation beim Essener Energiegiganten RWE (ISIN DE0007037129 / WKN 703712) spitzt sich dramatisch zu.

Jetzt gab der durch die sogenannte "Energiewende" schwer angeschlagene DAX-Konzern bekannt, dass man 2.500 Mitarbeiter entlassen wolle. Zwar steht die Aktie nach einer lupenreinen Bärenmarktrallye seit September mit 27 Euro noch sehr stabil, doch ist dieses Level eher der technischen Überhitzung denn einer fundamentalen Legitimierung geschuldet.

Im Ernst: Wollen Sie in ein Unternehmen investieren, dessen CEO über dasselbe soeben geäußert hat "Die Erträge reichen nicht, um unsere Schulden zu bedienen. Um es klar zu sagen: eine gefährliche Situation."

Nun wird sogar kolportiert, dass der Stellenabbau im gesamten RWE-Konzern weit größer ausfallen soll als bislang geplant. Nachdem RWE in den vergangenen Jahren bereits den Abbau von gut 10.000 Stellen angekündigt hatte, diskutiert der Konzern nun über einen weiteren Abbau in dieser Größenordnung.

Wer diese Zeichen nicht zu deuten versteht, hat an der Börse nichts zu suchen. Nachdem das Papier auch charttechnisch bereits eine Wendemarke erreicht hat, sprechen alle Fakten für einen vorläufigen Ausstieg bzw. eine Reduktion der Engagements bis die Gesamtperspektive wieder klarer wird.

"30 bis 40 Prozent der Anlagen schreiben Verluste", sagt CEO Terium über sein eigenes Konzerngebilde.

Es ist verheerend zu sehen, wie die Ökodiktatur, auf die wir uns spätestens mit der Energiewende zubewegen, die von Links geplante Deindustrialisierung Deutschlands in die Praxis umsetzt. RWE war einmal ein Musterbeispiel erfolgreicher Industrieentwicklung im Nachkriegsdeutschland. Jetzt wird das stolze Unternehmen immer mehr ein Torso. Die wachsende Strommenge aus alternativen Energiequellen belastet die Stromkonzerne in Deutschland insgesamt, auch der E.ON-Konzern (ISIN DE000ENAG999 / WKN ENAG99), größter Rivale von RWE im heimischen Markt, leidet massiv darunter: Konventionelle Kraftwerke werden immer seltener gebraucht, um die Stromerzeugung zu stützen, das wachsende Angebot drückt zudem den Börsenpreis für Strom. Bei Preisen von weniger als 37 Euro je Megawattstunde lohne sich der Betrieb vieler Kraftwerke nicht mehr. E.ON hat europaweit Kraftwerke mit einer Leistung von 11 000 Megawatt zur Disposition gestellt, wovon bereits mehr als die Hälfte abgeschaltet ist.

Zusammen mit neun anderen europäischen Stromkonzernen fordert RWE eine Neuausrichtung der EU-Energiepolitik und übt scharfe Kritik an der Ökostrom-Förderung. Die Konzerne bemängeln steigende Energiepreise für Unternehmen und Verbraucher durch Steuern und Umlagen sowie ausbleibende Investitionen wegen fehlender Planungssicherheit. Sie fordern unter anderem eine grundlegende Änderung des Subventionssystems für die erneuerbaren Energien. Zusätzlich drücken RWE aber auch Schulden von rund 35 Milliarden Euro.

Am 14, November steht die Veröffentlichung der neuen Zahlen an. Wir gehen stark davon aus, dass spätestens ab diesem Moment die Aktie wieder gen Süden fällt und die 20 Euro Marke ins Visier nimmt. (07.11.2013/ac/a/d)







 
 
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