DEUTZ Aktie: Kölner Motorenhersteller will Rüstungsbranche aufmischen




17.01.25 22:58
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - DEUTZ-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Jan-Paul Fóri vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der DEUTZ AG (ISIN: DE0006305006, WKN: 630500, Ticker-Symbol: DEZ) unter die Lupe.

Bereits im vergangenen Juni habe der Motorenhersteller mit einem Einstieg in die Rüstungsbranche geliebäugelt. Nun gebe es offenbar konkrete Pläne, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichte. Demnach stehe das NATO-Mitglied Polen im Fokus. Doch auch zum geplanten Stellenabbau habe sich DEUTZ-Chef Sebastian Schulte geäußert. "Zeitenwende bedeutet auch, die notwendige Ausrüstung bereitzustellen. Mit unserem breiten Motorensortiment können wir dazu einen wichtigen Beitrag leisten", habe er im Gespräch mit der Zeitung erklärt.

Das Kölner Unternehmen habe bereits erste Schritte unternommen, um in das Rüstungsgeschäft einzusteigen: "Kürzlich haben wir unseren langjährigen Vertriebs- und Servicepartner in Polen übernommen. Über diesen liefern wir nun die ersten Motoren für Militärfahrzeuge. Das in Warschau ansässige Unternehmen BTH FAST versorgt unter anderem Militärfahrzeuge mit DEUTZ-Motoren, die im Rahmen der Unterstützung für die Ukraine zum Einsatz kommen. Eines dieser Produkte ist das Oncilla, ein Fahrzeug, das sowohl Mannschaften als auch Waffen transportieren kann."

Im Land des neuen Standorts schlummere noch großes Potential: "Viele osteuropäische Bündnispartner verfügen noch über Fahrzeuge aus sowjetischer Produktion, für die es keine Ersatzteile mehr gibt oder wenn, dann nur in Russland und damit nicht mehr verfügbar. In Polen etwa gibt es Tausende solcher Fahrzeuge, die perspektivisch neue und moderne Motoren benötigen. Das bietet großes Potenzial", habe Schulte gesagt.

Darüber hinaus wolle DEUTZ weitere Optionen im Bereich Defence ausloten. Gleichwohl habe sich Schulte nach wie vor nicht zu Medienberichten geäußert, wonach DEUTZ angeblich ein Angebot für den Kauf der thyssenkrupp-Werften abgegeben habe. Stattdessen habe er vom geplanten Sparprogramm i.H.v. 50 Mio. Euro gesprochen. Mit rund 30 Mio. Euro wolle der Motorenbauer mehr als die Hälfte davon im Bereich Forschung und Entwicklung entfallen. Daher würden bei DEUTZ rund 200 Stellen wegfallen. Schulte: "Wir müssen da ehrlich zu uns selbst sein. Vor allem, wenn es um den Verbrenner geht. Da stehen aktuell keine weiteren Entwicklungsaufgaben an. Daher werden wir uns in dem Bereich von Mitarbeitern trennen müssen."

Gleichwohl gebe es für die Beschäftigten auch Grund zur Hoffnung. Laut dem Konzern biete die Kooperation mit Daimler Truck gute Perspektiven für das Kölner Stammwerk. Seit vergangenem Sommer vertreibe DEUTZ mittelschwere und schwere Daimler-Truck-Motoren exklusiv für Nutzfahrzeuge abseits der Straße. "Ab 2029 planen wir, die Endmontage des mittelschweren Motors bei uns hier in Köln. Eine gute Perspektive für die Auslastung unseres Werkes hier in Köln-Porz", habe Schulte gesagt.

Die DEUTZ-Aktie habe zuletzt die 4-Euro-Marke verteidigt und den GD50 zurückerobert. Trotzdem dürfte es noch eine Weile dauern, bis sie wieder den Vorwärtsgang einlege. Ein Neueinstieg dränge sich daher aktuell weiterhin nicht auf, so Jan-Paul Fóri vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse. (Analyse vom 17.01.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (17.01.2025/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.








 
 
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