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Kulmbach (aktiencheck.de AG) - Capital-Manager veröffentlicht heute ein Interview, welches das DAF mit Herrn Szillat von Capital-Manager führte.
Die Commerzbank (ISIN DE0008032004 / WKN 803200) im Tal der Tränen und mit ihr die Aktionäre. Eine einzige Trauergeschichte, die Anlegern einiges abverlangt. Der Glaube an bessere Zeiten ist fast erloschen, der Albtraum Pennystock rückt näher. Ob die Aktie bis dahin fallen kann und wie es weitergeht mit der Commerzbank - wir fragen nach bei Frank Szillat von capital-manager.net.
DAF: Herr Szillat, die Commerzbank macht Probleme. Man muss fragen: Droht hier sogar die Pleite?
Frank Szillat: Hallo, in aller Kürze geantwortet: Eigentlich nein! Wir halten die Pleite unter den aktuellen Voraussetzungen für relativ ausgeschlossen. Die Commerzbank hat zwar schon eine sehr kleine Kapitaldecke, zumindest im Vergleich zu anderen größeren Banken, wie z. B. der Deutschen Bank, und dazu noch offene Schulden beim Bund, aber auf der anderen Seite sollten die Assets doch ausreichen, um zumindest mittelfristig auftretende Einbrüche zu verkraften. Auf der anderen Seite machen die Commerzbanker operativ derzeit alles richtig. Wir erwarten steigende Umsätze und Gewinne im laufenden Jahr, wie der Markt - wohl auch im nächsten Jahr. Von daher winkt auf der operativen Seite das Überraschungspotenzial eher auf der oberen Seite. Zumal, wenn man sich den Aktienkurs ansieht, ist doch mittlerweile sehr viel Negatives eingepreist. Das Problem ist natürlich PIIGS. Was heißt PIIGS? Die Staaten im Süden, die Probleme machen. Und das lastet derzeit auf der Aktie. Dabei geht es nicht nur um Griechenland, sondern um mehrere Staaten. Und der Markt fragt sich einfach, was passiert wenn Griechenland fällt. Fallen dann die anderen auch sofort? Und welche Probleme bekommt dann die deutsche Bankenwelt und insbesondere die Commerzbank. Das ist das eigentliche Problem aktuell.
DAF: Da möchte ich gleich mal anschließen. Welche Probleme würde die Commerzbank denn bekommen, sollten diese Länder, die Sie angesprochen haben, wirklich in Probleme geraten?
Frank Szillat: Also, derzeit geistert ja durch die Gazetten, dass die Commerzbank in etwa 24 Milliarden Euro in den sogenannten PIIGS-Staaten liegen hat, die im Falle einer Bankenbeteiligung an der Rettung, also sagen wir einem Haircut von 40 bis 60 Prozent doch deutliche Abschreibungen nach sich ziehen würden. Und somit wäre dann doch die Gefahr gegeben, dass die Commerzbank nicht mehr ganz so gut dasteht, ohne den Staat im Hintergrund. Und von daher muss man sich als Steuerzahler fragen, ob dann quasi eine Rettungsaktion wieder nötig wäre oder nicht. Wahrscheinlich schon. Zum Beispiel gibt es ja diese Stresstests, und da reichen dann die Spannen von 11 bis 30 Milliarden, die eventuell fehlen würden, falls es richtig große Ausfälle bei den PIIGS-Staaten geben würde - das ist schon eine ganz andere Hausnummer. Das ist das eigentliche Problem, was der Markt aktuell einpreist. Weil sich alle fragen: Was passiert nach Griechenland?
DAF: Und würden Sie meinen, dass der Staat wenn es zu Problemen in den anderen Staaten kommen würde, noch einmal einspringen und die Commerzbank weiter unterstützen würde?
Frank Szillat: Wir denken genau das. Also man wird sich kein zweite HRE ans Bein binden, aber im Endeffekt wird der Staat sicherlich noch mal die selbe Rettungsaktion durchziehen wie zuletzt 2008/2009 gesehen. Ganz einfach weil die Commerzbank im Vergleich zur HRE völlig anders aufgestellt ist. Man hat ein breites Geschäft, man ist nicht nur Immobilienfinanzierer, ist nicht nur Staatsfinanzierer, sondern man hat eine breite Basis im Privatkundengeschäft, was richtig gut läuft. Es ist mittlerweile eine Mittelstandsbank - eine richtig gute und sogar führende in Deutschland. Und man agiert in Wachstumsmärkten wie in Asien, Osteuropa usw. - wo einfach von der Basis her richtig operativ Geld verdient wird. Das Problem sind die Altlasten, die vor 2008 angeschafft wurden. Das sind die bekannten 24 Milliarden oder sogar mehr, an denen man jetzt quasi knabbert, und die der Steuerzahler oder der Bund im Endeffekt so oder so retten müsste.
DAF: Jetzt wird ja eine freiwillige Beteiligung der Banken bei der Griechenlandrettung doch gefordert, gerade von der Bundesregierung. Wie schwer würde eine freiwillige Beteiligung der Banken wirklich die Banken treffen?
Frank Szillat: Sie sprechen jetzt von Griechenland?
DAF: Erstmal von Griechenland und wenn dann auch noch andere Staaten hinzukommen, was würde dann passieren?
Frank Szillat: Also Griechenland an sich wäre für die Commerzbank eigentlich kein Problem. Man hat an die 3 Milliarden an Griechenlandanleihen noch in den Büchern. Und wenn die komplett ausfallen würden, wäre das schon ein sehr, sehr harter Schlag. Sagen wir es fällt die Hälfte aus, dann wäre das rein aus operativen Erträgen zu tragen. Es würden dann zwar die Gewinnziele von 2011 und 2012 nicht haltbar sein; aber im Endeffekt würde es die Bank durchaus überleben. Wenn es dann natürlich zu weiteren Abschreibungen kommt, weil noch Irland folgen oder vor allem Italien und Spanien, dann ist die Frage wann und wie der Bund, oder sprich der Steuerzahler, einspringt – und wie dann im Endeffekt der Kleinaktionär da steht.
DAF: Das ist die Frage, wie wird es denn für den kleinen Aktionär aussehen? Müsste er mit weiteren Kapitalerhöhungen rechnen oder anderen Inbezugnahmen?
Frank Szillat: Tja, das ist eine gute Frage. Ich denke eigentlich schon. Weil im Endeffekt muss das Geld irgendwo herkommen. Und der Staat müsste dann entweder selbst Aktien zukaufen und sein Gewicht bei der Commerzbank erhöhen. So dass er quasi die Rettung - die er wahrscheinlich anstreben würde - indizieren würde. Was dann beim Kleinaktionär herauskommt im Endeffekt? Das kann man sehr, sehr schwer sagen. Deswegen ist die Commerzbank-Aktie aktuell aus unserer Sicht schon noch ein heißes Eisen.
DAF: Herr Szillat könnte bei der aktuellen Bewertung der Commerzbank nicht vielleicht sogar die Deutsche Bank in die Versuchung geraten, die Commerzbank zu übernehmen?
Frank Szillat: Also eine komplette Übernahme können wir uns eigentlich nicht so recht vorstellen, aber in Teilen ist es durchaus möglich. Zumal: Wenn man sich ansieht, was Herr Ackermann bei der Kreierung der verschiedenen Hilfspakete für eine Rolle spielt, dann muss man schon sagen, dass z.B. die Deutsche Bank schon in der Pole Position steht. Und dabei die anderen deutschen Banken, die ja nicht mehr so zahlreich sind, nicht so gut aussehen, so dass man durchaus nicht überrascht sein sollte, wenn es wirklich hart auf hart kommt, das die Deutschbanker dann doch Teilbereiche der Commerzbank übernehmen. Zumal unseres Wissens nach, die Deutsche Bank Rückstellung bildet, die genau für so eine Teilübernahme durchaus reichen würden. Von daher ist dann auf diesem Niveau etwas mehr als nur eine geringe Übernahmespekulation gerechtfertigt.
DAF: Wie kann man sich solch eine Übernahme vorstellen? Wie würde der Aktionär denn abgegolten werden?
Frank Szillat: Das ist die Frage. Ich denke mal, dass hängt davon ab, welchen Kurs er beim Einstieg hatte und ob die aktuellen Einstiegskurse schon die günstigsten Kaufkurse waren - das wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln. Ich denke vorher würde es wohl erstmal zu einem schockartigen Ausverkauf kommen, der die Aktie zumindest zum Tief von 2009 drücken könnte. Das hängt aber wie gesagt immer davon ab, was mit den PIIGS-Staaten, in erster Linie zunächst in Griechenland passiert. Fällt z. B. Griechenland aus, wird sofort die Frage gestellt, folgen dann alle anderen auf einen Schlag? Oder folgen sie stückweise? Griechenland fällt, fällt dann eine Woche später Irland? Fällt Spanien und fällt Italien oder mehr oder weniger innerhalb von zwei Wochen die komplette DIX-Gemeinde? Dann hätten wir ein richtiges Problem und dann müsste man eigentlich alle Bankaktien schnellstmöglich verkaufen. Aber soweit sind wir ja noch lange nicht. Gott sei Dank.
DAF: Dann schauen wir mal auf die Aktie an sich. Sie sagten, da könnte noch einiges Ungemach drohen. Sehen Sie die Aktie irgendwann im Pennystockbereich notieren?
Frank Szillat: Also als wirklichen Pennystock kann ich mir die Aktie nicht vorstellen. Da müsste schon sehr, sehr viel passieren. Wie gesagt diese totale PIIGS-Pleite , so dass das ganze Bankensystem in eine Schieflage gerät, aber da wären wir auch mit jeder anderen Bankaktie schlecht beraten. Von daher denke ich eher, dass die Commerzbankaktie noch mal Richtung 2 Euro gehen könnte. So dass Anleger, die jetzt über einen Einstieg nachdenken, eigentlich eher gut beraten wären, wenn sie nur mit kleinem Einsatz eine erste Position kaufen, aber immer noch sehr, sehr viel Cash in der Rückhand halten, um dann solche Kurs-Dips oder Abstürze, Crashs mehr oder weniger bei der Commerzbank für Zukäufe zu nutzen. Aber wie gesagt, alles nur unter dem Vorbehalt, dass der Anleger spekulativ ausgerichtet ist. Für die langfristige Anlage halten wir Bankaktien generell für eher ungeeignet, aufgrund der aktuellen Schlagzeilen in den Zeitungen und anderen Medien.
DAF: Frank Szillat, an dieser Stelle bedanke ich mich für das Interview.
Frank Szillat: Vielen Dank. Tschüss. (29.06.2011/ac/e/i)
Disclaimer
Diese Publikation wurde durch einen Redakteur der aktiencheck.de AG, erstellt. Die hierin geäußerten Ansichten stellen ausschließlich die Ansichten des Redakteurs und der aktiencheck.de AG dar. Die in dieser Publikation enthaltenen Informationen und Meinungen können ohne vorherige Ankündigung jederzeit geändert werden.
Diese Publikation stellt nur die persönliche Meinung des Redakteurs dar und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich.
Diese Publikation stellt kein Verkaufsangebot für Wertpapiere dar und ist nicht Teil eines solchen und keine Aufforderung für ein Angebot zum Kauf von Wertpapieren und ist nicht in diesem Sinne auszulegen; noch darf sie oder ein Teil davon als Grundlage für einen verbindlichen Vertrag, welcher Art auch immer, dienen oder in einem solchen Zusammenhang als verlässlich herangezogen werden. Eine Entscheidung im Zusammenhang mit einem voraussichtlichen Verkaufsangebot für Wertpapiere von der sollte ausschließlich auf der Grundlage von Informationen in Prospekten oder Angebotsrundschreiben getroffen werden, die in Zusammenhang mit einem solchen Angeboten herausgegeben werden.
Die Verfasser dieser Publikation stützen sich auf als zuverlässig und genau geltende Quellen und haben die größtmögliche Sorgfalt darauf verwandt, sicherzustellen, dass die verwendeten Fakten und dargestellten Meinungen angemessen und zutreffend sind. Gleichwohl sind die in diesem Dokument enthaltenen Informationen von der aktiencheck.de AG nicht gesondert geprüft worden, daher übernimmt die aktiencheck.de AG für die Angemessenheit, Genauigkeit, Richtigkeit und Vollständigkeit der in dieser Publikation enthaltenen Informationen und Meinungen sowie für übersetzungsfehler keine Haftung oder Gewährleistung - weder ausdrücklich noch stillschweigend. Für unvollständige oder falsch wiedergegebene Meldungen sowie für redaktionelle Versehen in Form von Schreibfehlern, übersetzungsfehlern, falschen Kursangaben o.ä. wird ebenfalls keine Haftung übernommen. Wir übernehmen auch keine Garantie dafür, dass der angedeutete Ertrag oder die angedeuteten Kursziele erreicht werden. Die aktiencheck.de AG übernimmt keine Haftung für Schäden, die auf Grund der Nutzung dieses Dokumentes oder seines Inhaltes oder auf andere Weise in diesem Zusammenhang entstehen. Wir geben zu bedenken, dass Investments in Aktien grundsätzlich mit Risiken verbunden sind. Der Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.
Diese Dokumentation ist Ihnen lediglich zur Information zugegangen. Sie darf zu keinem Zweck vollständig oder teilweise nachgedruckt, vervielfältigt, veröffentlicht oder an andere Personen weitergegeben werden.
Die Commerzbank (ISIN DE0008032004 / WKN 803200) im Tal der Tränen und mit ihr die Aktionäre. Eine einzige Trauergeschichte, die Anlegern einiges abverlangt. Der Glaube an bessere Zeiten ist fast erloschen, der Albtraum Pennystock rückt näher. Ob die Aktie bis dahin fallen kann und wie es weitergeht mit der Commerzbank - wir fragen nach bei Frank Szillat von capital-manager.net.
DAF: Herr Szillat, die Commerzbank macht Probleme. Man muss fragen: Droht hier sogar die Pleite?
Frank Szillat: Hallo, in aller Kürze geantwortet: Eigentlich nein! Wir halten die Pleite unter den aktuellen Voraussetzungen für relativ ausgeschlossen. Die Commerzbank hat zwar schon eine sehr kleine Kapitaldecke, zumindest im Vergleich zu anderen größeren Banken, wie z. B. der Deutschen Bank, und dazu noch offene Schulden beim Bund, aber auf der anderen Seite sollten die Assets doch ausreichen, um zumindest mittelfristig auftretende Einbrüche zu verkraften. Auf der anderen Seite machen die Commerzbanker operativ derzeit alles richtig. Wir erwarten steigende Umsätze und Gewinne im laufenden Jahr, wie der Markt - wohl auch im nächsten Jahr. Von daher winkt auf der operativen Seite das Überraschungspotenzial eher auf der oberen Seite. Zumal, wenn man sich den Aktienkurs ansieht, ist doch mittlerweile sehr viel Negatives eingepreist. Das Problem ist natürlich PIIGS. Was heißt PIIGS? Die Staaten im Süden, die Probleme machen. Und das lastet derzeit auf der Aktie. Dabei geht es nicht nur um Griechenland, sondern um mehrere Staaten. Und der Markt fragt sich einfach, was passiert wenn Griechenland fällt. Fallen dann die anderen auch sofort? Und welche Probleme bekommt dann die deutsche Bankenwelt und insbesondere die Commerzbank. Das ist das eigentliche Problem aktuell.
DAF: Da möchte ich gleich mal anschließen. Welche Probleme würde die Commerzbank denn bekommen, sollten diese Länder, die Sie angesprochen haben, wirklich in Probleme geraten?
Frank Szillat: Also, derzeit geistert ja durch die Gazetten, dass die Commerzbank in etwa 24 Milliarden Euro in den sogenannten PIIGS-Staaten liegen hat, die im Falle einer Bankenbeteiligung an der Rettung, also sagen wir einem Haircut von 40 bis 60 Prozent doch deutliche Abschreibungen nach sich ziehen würden. Und somit wäre dann doch die Gefahr gegeben, dass die Commerzbank nicht mehr ganz so gut dasteht, ohne den Staat im Hintergrund. Und von daher muss man sich als Steuerzahler fragen, ob dann quasi eine Rettungsaktion wieder nötig wäre oder nicht. Wahrscheinlich schon. Zum Beispiel gibt es ja diese Stresstests, und da reichen dann die Spannen von 11 bis 30 Milliarden, die eventuell fehlen würden, falls es richtig große Ausfälle bei den PIIGS-Staaten geben würde - das ist schon eine ganz andere Hausnummer. Das ist das eigentliche Problem, was der Markt aktuell einpreist. Weil sich alle fragen: Was passiert nach Griechenland?
DAF: Und würden Sie meinen, dass der Staat wenn es zu Problemen in den anderen Staaten kommen würde, noch einmal einspringen und die Commerzbank weiter unterstützen würde?
Frank Szillat: Wir denken genau das. Also man wird sich kein zweite HRE ans Bein binden, aber im Endeffekt wird der Staat sicherlich noch mal die selbe Rettungsaktion durchziehen wie zuletzt 2008/2009 gesehen. Ganz einfach weil die Commerzbank im Vergleich zur HRE völlig anders aufgestellt ist. Man hat ein breites Geschäft, man ist nicht nur Immobilienfinanzierer, ist nicht nur Staatsfinanzierer, sondern man hat eine breite Basis im Privatkundengeschäft, was richtig gut läuft. Es ist mittlerweile eine Mittelstandsbank - eine richtig gute und sogar führende in Deutschland. Und man agiert in Wachstumsmärkten wie in Asien, Osteuropa usw. - wo einfach von der Basis her richtig operativ Geld verdient wird. Das Problem sind die Altlasten, die vor 2008 angeschafft wurden. Das sind die bekannten 24 Milliarden oder sogar mehr, an denen man jetzt quasi knabbert, und die der Steuerzahler oder der Bund im Endeffekt so oder so retten müsste.
DAF: Jetzt wird ja eine freiwillige Beteiligung der Banken bei der Griechenlandrettung doch gefordert, gerade von der Bundesregierung. Wie schwer würde eine freiwillige Beteiligung der Banken wirklich die Banken treffen?
Frank Szillat: Sie sprechen jetzt von Griechenland?
Frank Szillat: Also Griechenland an sich wäre für die Commerzbank eigentlich kein Problem. Man hat an die 3 Milliarden an Griechenlandanleihen noch in den Büchern. Und wenn die komplett ausfallen würden, wäre das schon ein sehr, sehr harter Schlag. Sagen wir es fällt die Hälfte aus, dann wäre das rein aus operativen Erträgen zu tragen. Es würden dann zwar die Gewinnziele von 2011 und 2012 nicht haltbar sein; aber im Endeffekt würde es die Bank durchaus überleben. Wenn es dann natürlich zu weiteren Abschreibungen kommt, weil noch Irland folgen oder vor allem Italien und Spanien, dann ist die Frage wann und wie der Bund, oder sprich der Steuerzahler, einspringt – und wie dann im Endeffekt der Kleinaktionär da steht.
DAF: Das ist die Frage, wie wird es denn für den kleinen Aktionär aussehen? Müsste er mit weiteren Kapitalerhöhungen rechnen oder anderen Inbezugnahmen?
Frank Szillat: Tja, das ist eine gute Frage. Ich denke eigentlich schon. Weil im Endeffekt muss das Geld irgendwo herkommen. Und der Staat müsste dann entweder selbst Aktien zukaufen und sein Gewicht bei der Commerzbank erhöhen. So dass er quasi die Rettung - die er wahrscheinlich anstreben würde - indizieren würde. Was dann beim Kleinaktionär herauskommt im Endeffekt? Das kann man sehr, sehr schwer sagen. Deswegen ist die Commerzbank-Aktie aktuell aus unserer Sicht schon noch ein heißes Eisen.
DAF: Herr Szillat könnte bei der aktuellen Bewertung der Commerzbank nicht vielleicht sogar die Deutsche Bank in die Versuchung geraten, die Commerzbank zu übernehmen?
Frank Szillat: Also eine komplette Übernahme können wir uns eigentlich nicht so recht vorstellen, aber in Teilen ist es durchaus möglich. Zumal: Wenn man sich ansieht, was Herr Ackermann bei der Kreierung der verschiedenen Hilfspakete für eine Rolle spielt, dann muss man schon sagen, dass z.B. die Deutsche Bank schon in der Pole Position steht. Und dabei die anderen deutschen Banken, die ja nicht mehr so zahlreich sind, nicht so gut aussehen, so dass man durchaus nicht überrascht sein sollte, wenn es wirklich hart auf hart kommt, das die Deutschbanker dann doch Teilbereiche der Commerzbank übernehmen. Zumal unseres Wissens nach, die Deutsche Bank Rückstellung bildet, die genau für so eine Teilübernahme durchaus reichen würden. Von daher ist dann auf diesem Niveau etwas mehr als nur eine geringe Übernahmespekulation gerechtfertigt.
DAF: Wie kann man sich solch eine Übernahme vorstellen? Wie würde der Aktionär denn abgegolten werden?
Frank Szillat: Das ist die Frage. Ich denke mal, dass hängt davon ab, welchen Kurs er beim Einstieg hatte und ob die aktuellen Einstiegskurse schon die günstigsten Kaufkurse waren - das wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln. Ich denke vorher würde es wohl erstmal zu einem schockartigen Ausverkauf kommen, der die Aktie zumindest zum Tief von 2009 drücken könnte. Das hängt aber wie gesagt immer davon ab, was mit den PIIGS-Staaten, in erster Linie zunächst in Griechenland passiert. Fällt z. B. Griechenland aus, wird sofort die Frage gestellt, folgen dann alle anderen auf einen Schlag? Oder folgen sie stückweise? Griechenland fällt, fällt dann eine Woche später Irland? Fällt Spanien und fällt Italien oder mehr oder weniger innerhalb von zwei Wochen die komplette DIX-Gemeinde? Dann hätten wir ein richtiges Problem und dann müsste man eigentlich alle Bankaktien schnellstmöglich verkaufen. Aber soweit sind wir ja noch lange nicht. Gott sei Dank.
DAF: Dann schauen wir mal auf die Aktie an sich. Sie sagten, da könnte noch einiges Ungemach drohen. Sehen Sie die Aktie irgendwann im Pennystockbereich notieren?
Frank Szillat: Also als wirklichen Pennystock kann ich mir die Aktie nicht vorstellen. Da müsste schon sehr, sehr viel passieren. Wie gesagt diese totale PIIGS-Pleite , so dass das ganze Bankensystem in eine Schieflage gerät, aber da wären wir auch mit jeder anderen Bankaktie schlecht beraten. Von daher denke ich eher, dass die Commerzbankaktie noch mal Richtung 2 Euro gehen könnte. So dass Anleger, die jetzt über einen Einstieg nachdenken, eigentlich eher gut beraten wären, wenn sie nur mit kleinem Einsatz eine erste Position kaufen, aber immer noch sehr, sehr viel Cash in der Rückhand halten, um dann solche Kurs-Dips oder Abstürze, Crashs mehr oder weniger bei der Commerzbank für Zukäufe zu nutzen. Aber wie gesagt, alles nur unter dem Vorbehalt, dass der Anleger spekulativ ausgerichtet ist. Für die langfristige Anlage halten wir Bankaktien generell für eher ungeeignet, aufgrund der aktuellen Schlagzeilen in den Zeitungen und anderen Medien.
DAF: Frank Szillat, an dieser Stelle bedanke ich mich für das Interview.
Frank Szillat: Vielen Dank. Tschüss. (29.06.2011/ac/e/i)
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Diese Publikation wurde durch einen Redakteur der aktiencheck.de AG, erstellt. Die hierin geäußerten Ansichten stellen ausschließlich die Ansichten des Redakteurs und der aktiencheck.de AG dar. Die in dieser Publikation enthaltenen Informationen und Meinungen können ohne vorherige Ankündigung jederzeit geändert werden.
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