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Aktien: Nur teuer oder schon zu teuer?




01.03.24 16:08
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Viele Anleger misstrauen inzwischen der Nachhaltigkeit des Kursaufschwungs, so die Analysten der Helaba.

Manche würden bereits vor einer Blase warnen. Sei es also an der Zeit, Gewinne mitzunehmen?

Beim Blick auf die Performancetabelle der international führenden Aktienindices würden zunehmend die Pluszeichen überwiegen. Selbst das chinesische Börsenbarometer CSI 300 scheine nach einer längeren Durststrecke inzwischen den Turnaround geschafft zu haben. Trotz ihrer positiven Erwartungshaltung seien die Jahresendprognosen der Analysten für die wichtigsten Aktienindices schon erreicht worden. Sei damit die Zeit gekommen, Gewinne mitzunehmen?

Um diese Frage beantworten zu können, wollten die Analysten die Entwicklung des US-Leitindex S&P 500 etwas genauer beleuchten: Seit seinem Zwischentief im Oktober 2023 habe der Index kräftig um 23% zugelegt. Häufig werde bemängelt, dass ein Großteil dieses Anstiegs auf die Performance weniger Schwergewichte zurückzuführen sei. In der Tat seien allein fünf Aktien für rund 35% des Kursanstiegs verantwortlich. Dies sei allerdings kein Beleg für mangelnde Marktbreite.

Tatsächlich hätten im selben Zeitraum 452 Indexmitglieder zugelegt und nur 56 hätten nachgegeben. Der Aufschwung sei somit breit getragen.

Ein weiterer möglicher Schwachpunkt, den auch die Analysten als Risikofaktor identifiziert hätten, seien die überzogen hohen Zinssenkungserwartungen als Haupttreiber der Aktienkurse gewesen. Seit dem Jahreswechsel hätten sich diese allerdings deutlich zurückgebildet - die Aktienkurse seien trotzdem gestiegen.

Der dritte und vielleicht wichtigste Punkt sei die gerade bei den US-Indices schon recht hohe Bewertung. Einige Marktteilnehmer würden in diesem Zusammenhang Parallelen zur New Economy-Blase Ende der 90er Jahre ziehen. Damals seien es überzogene Fantasien in den Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation gewesen. Heute stehe das Thema "Künstliche Intelligenz" unter Überhitzungsverdacht.

Betrachte man die absolute Bewertung auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses, lasse sich zwar ein erhöhtes Niveau feststellen, das durchaus Anlass für zwischenzeitliche Korrekturen berge. Eine Blase könne aber nicht diagnostiziert werden. Ähnliches gelte für die relative Bewertung gegenüber Staatsanleihen. Zwar sei die Risikoprämie des S&P 500 - die Differenz zwischen Gewinnrendite und der Rendite 10-jähriger US-Treasuries - mit aktuell 0,6%-Punkten deutlich niedriger als während der letzten 20 Jahre. Von Mitte der 80er Jahre bis Anfang der 00er Jahre habe es aber immer wieder Phasen negativer Risikoprämien gegeben.

Insgesamt lasse sich damit festhalten, dass Dividendentitel schon viel Positives vorweggenommen hätten und die Bewertung des US-Marktes hoch sei. Damit steige das Risiko zwischenzeitlicher Kursrücksetzer. Sich von dieser Assetklasse zu verabschieden wäre allerdings verfrüht. Schließlich würden perspektivisch sinkende Zinsen und eine sich belebende Weltkonjunktur für Aktien sprechen. (01.03.2024/ac/a/m)








 
 
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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
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