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DAX vor weiterem Kursrutsch?




20.02.09 09:22
DaxVestor

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Alles schaut derzeit nach Detroit, wo sich das Schicksal der US-Autoindustrie dieser Tage entscheidet, berichten die Experten vom "DaxVestor".

Das mit Spannung erwartete Rettungskonzept von General Motors (GM) sei freilich reichlich unkreativ ausgefallen. Der Autobauer möchte 30 Mrd. USD an weiteren Staatshilfen und 47.000 Arbeitsplätze abbauen. In Europa werde als erste GM-Tochter wahrscheinlich Saab in Konkurs gehen. Die Berichte würden sich verdichten, wonach GM seine schwedische Tochter fallen lasse. Die stehe, so Gerüchte, unmittelbar vor dem Insolvenzantrag.

Keine definitive Entscheidung habe es dagegen in Sachen Opel gegeben. Immer noch scheine alles möglich, von Werksschließungen über Werksverkäufe bis zu einer Ausgliederung und der Entlassung in die Selbstständigkeit. Wer Opel das nötige Geld für einen Neuanfang geben solle, darüber herrsche bei den Befürwortern einer Selbstständigkeit eine große Einigkeit: Der Staat solle vorläufig als Retter einspringen. Ein schlüssiges Konzept, wie Opel oder Opel plus die anderen europäischen GM-Töchter am Markt bestehen sollen, gebe es jedoch nicht.

Die Automobilexperten seien sich einig, dass Opel alleine nicht überlebensfähig sei. Hilfe von anderen Herstellern sei nicht zu erwarten. Die seien alle mit sich und ihrem eigenen Überleben beschäftigt. Natürlich sei es erlaubt, über eine Opel-Rettung nachzudenken. Doch nur wenn es ein vernünftiges Konzept gebe, wie Opel die nächsten Jahre überstehen könne, sollte der Staat sich für eine begrenzte Zeit engagieren. Ansonsten heiße es: Finger weg!

Frage, ob der Staat überhaupt als Retter maroder Unternehmen auftreten solle, sei daher mehr als berechtigt. Schließlich sei es mit dem Pumpen von Geld in ein Unternehmen nicht getan, es müssten unternehmerische Entscheidungen getroffen werden, die für die Arbeitnehmer hart sein könnten und von der Politik daher gescheut werden könnten.

Noch krasser als Opel sei der Fall Schaeffler. Die demonstrierenden Arbeitnehmer würden ihre Chefin durch die rosarote Firmenbrille sehen, was ihnen niemand verübeln könne. Aber es müsse erlaubt sein, die Dinge beim Namen zu nennen. Frau Schaeffler habe sich verzockt und sollte daher die Suppe auch selbst auslöffeln, die sie sich eingebrockt habe. Zum Zeitpunkt des Einstiegs von Schaeffler bei Continental sei die Finanzkrise "selbst für Bankvorstände" nicht mehr zu übersehen gewesen. Nun davon zu reden, dass alles so überraschend gekommen sei, sei Heuchelei. Der Einstieg bei Continental sei schlicht und einfach eine große unternehmerische Fehlleistung gewesen, für die der Staat nicht das Risiko übernehmen könne.

Etwas anders gelagert sei der Fall HypoRealEstate (HRE), die man am besten gleich hätte pleite gehen lassen sollen. Unzählige Milliarden seien in die Hand genommen worden, um die HRE zu retten, doch immer noch sei die Immobilien- und Pfandbriefbank nicht über den Berg. Im Gegenteil: Es würden sich immer neue Milliardenlöcher auftun. Daher stelle sich die Frage, ob man neues Geld nachschieße in der Hoffnung auf ein Überleben der Bank, oder ob man die Rettungsversuche aufgebe und die Staatsgelder abschreibe. Letztere Alternative sei schwer vorstellbar, weil in der Öffentlichkeit nicht vermittelbar. Also werde es auf weitere Hilfen für die HRE hinauslaufen. Dass der Staat dann mitreden möchte, sei verständlich.

Die Aufregung, die nun vonseiten der FDP und Teilen der Union wegen einer möglichen Verstaatlichung in die Welt getragen werde, sei jedoch nicht glaubhaft. Kein Investor werde aus Deutschland vertrieben, sollte die HRE verstaatlicht werden. Schließlich würde Deutschland nur das tun, was die Kapitalismus-Oberlehrer in den USA und Großbritannien schon lange getan hätten. Und auch die HRE-Aktionäre dürften sich nicht beschweren. Ohne Staatshilfe wären ihre Aktien schließlich schneller wertlos, als die nächste Ampel auf rot springen könne.

Der DAX habe sich am Freitag gerade so eben über der 4.000-Punkte-Marke halten können. Allerdings dürfte der DAX alsbald dem marktbreiten europäischen Aktienindex DJ STOXX 600 folgen, der bereits ein neues Fünfjahrestief markiert habe. Bei einem Fall unter 4.000 Punkte läge ein neues Verkaufssignal vor, das eine neue, große Verkaufswelle auslösen könnte. (20.02.2009/ac/a/m)








 
 
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