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DAX über 200-Tage-Linie




06.06.03 14:10
Frankfurter Sparkasse

Der DAX hat seine kurze Konsolidierungsphase, die ihn bis unter die 2.800er Marke geführt hat, beendet und eine erneute Gegenbewegung eingeleitet, berichten die Analysten der Frankfurter Sparkasse.

Dabei sei es gelungen, sowohl die psychologisch wichtige Marke bei 3.000 Punkten als auch die für den langfristigen Trend maßgebende 200-Tage-Durchschnittslinie, die bei 2.961 Punkten verlaufe, zu überwinden. Bemerkenswert sei dabei, dass selbst negative Meldungen, wie die überraschende Gewinnwarnung von DaimlerChrysler oder die Ermittlungen über möglicherweise fehlerhafte Buchungen beim US-Konzern IBM, problemlos verdaut worden seien. Sollte es auch noch gelingen, den charttechnischen Widerstand bei 3.060 Punkten im DAX zu überwinden, erwachse weiteres Aufwärtspotenzial.

Fundamental sei das Umfeld immer noch unklar. In Deutschland liege die Arbeitslosenrate im April mit 8,8% auf dem höchsten Stand seit drei Jahren, eine schnelle Besserung sei nicht in Sicht. Die saisonbereinigten Einzelhandelszahlen im April seien gegenüber dem Vorjahresvergleichsmonat sogar um 1,9% rückläufig gewesen. Auch in der Euro-Zone seien die zuletzt veröffentlichten Indikatoren zur Wirtschaftsstimmung sowie der Einkaufsmanagerindex abermals abgerutscht und würden wenig Wachstumsperspektiven zeigen.

Andererseits habe die Inflationsrate im Mai in der Euro-Zone erstmals seit Juni 2002 unter der Obergrenze der EZB für Preisstabilität gelegen. Aus den USA deute sich eine durchwachsene Konjunkturlage an. So habe der Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor vermehrte Zuversicht angezeigt, überdies habe sich die Produktivität erhöht. Andererseits hätten sich die Auftragseingänge im April deutlich schlechter als die Erwartungen dargestellt.

Auch US-Notenbankpräsident Greenspan habe sich verhalten zuversichtlich für die US-Wirtschaft geäußert, habe aber erneut eine Deflationsdebatte angestoßen. Der heute von der EZB vorgenommene deutliche Leitzinssenkungsschritt in Höhe von einem halben Prozent auf 2,0% sei so erwartet worden und dürfte der wirtschaftlichen Erholung in Euroland Unterstützung bieten. Kurzfristig scheine am Aktienmarkt nach dieser Maßnahme aber erst einmal die Neigung zu Gewinnmitnahmen zu überwiegen. Dass sich hieraus eine erneute Konsolidierungsphase entwickle, sei nicht ausgeschlossen. Nach unten hin biete spätestens der Bereich um 2.900 Punkten im DAX recht gute Unterstützung.







 
 
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