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DAX: spätsommerliches Hoch




10.09.12 11:59
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der "Schicksalsmonat" September mit seinen zahlreichen wichtigen Entscheidungen hat - zumindest für Börsianer - einen guten Anfang genommen, berichtet die Deutsche Börse AG.

Nachdem EZB-Chef Mario Draghi am vergangenen Donnerstag neue, unbegrenzte Anleihekäufe in Aussicht gestellt habe, seien die Aktienkurse in die Höhe geschossen, der DAX habe mit 7.248 Punkten ein Jahreshoch erreicht. Auch der Euro habe profitiert und sei auf über 1,28 US-Dollar geklettert. Staatsanleihen der südeuropäischen Länder hätten sich deutlich erholt, Bundesanleihen hätten an Wert verloren. Der eher enttäuschende US-Arbeitsmarktbericht am Freitag sei schnell weggesteckt worden. Am Montagmorgen notiere der DAX bei rund 7.200 Punkten nahezu unverändert gegenüber dem Vorwochenschluss.

Für Claudia Windt von der Helaba sei es aber noch verfrüht, den positiven Trend an den Märkten fortzuschreiben. "In dieser Woche stehen politische Ereignisse an, die den einen oder anderen Strich durch die Rechnung machen könnten", bemerke die Analystin und verweise vor allem auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts über den Rettungsfonds ESM am Mittwoch. "Zwar rechnet niemand mit einem grundsätzlichen Veto aus Karlsruhe, sehr wohl ist aber davon auszugehen, dass künftige Finanzhilfen mit Auflagen versehen werden." Windt räume allerdings ein, dass die EZB mit ihren "quasi unlimitierten Anleihekäufen" dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts den Schrecken genommen habe.

Nach den Ankündigungen der Europäischen Zentralbank werde nun damit gerechnet, dass auch die US-Notenbank auf ihrer Sitzung in dieser Woche neues Geld für Anleihekäufe bereitstellen werde. Jens Herdack von der Weberbank rate vor diesem Hintergrund dazu, weiterhin im Aktienbereich investiert zu bleiben und die durch die Liquiditätsmaßnahmen möglichen weiteren Kurssteigerungen mitzunehmen. "Aufgrund fast rezessiver Frühindikatoren wird die Luft nach oben aber mit zunehmenden Kursniveaus deutlich dünner, und es sollte auf das strikte Mitziehen von Stopp-Loss-Limiten geachtet werden", ergänze der Analyst. Denn ohne nachhaltige Verbesserung der Fundamentaldaten sei irgendwann jede Liquiditätsrally vorbei.

Das charttechnische Bild überzeuge unterdessen: Wie Christian Schmidt von der Helaba erläutere, habe der DAX durch die Kursgewinne die Rückkehrlinie des Aufwärtstrendkanals erreicht. "Es stellt sich nun die Frage, ob ein nachhaltiger Ausbruch nach oben gelingt." Die Chancen dafür stünden gut, das erreichte Jahreshoch untermauere diese Erwartung. "Die nächsten Kursziele finden sich bei 7.390 und 7.507 Punkten." Lediglich vereinzelt auftretende negative Divergenzen bei den Oszillatoren würden zur Vorsicht mahnen. (10.09.2012/ac/a/m)








 
 
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