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DAX geriet ins Stocken




01.04.04 12:38
Frankf. Finance Newsletter

Der DAX ist Mitte Januar ins Stocken geraten und pendelt seitdem zwischen 4.000 und 4.175, berichten die Experten vom "Frankfurter Finance Newsletter".

Tage vor den Terroranschläge in Madrid am 11. März, habe der Index seine Basis wieder einmal bei 4.000 Punkten gefunden. Doch an diesem Tag habe der DAX sein Ruhebett verlassen und sei bis auf unter 3.900 Punkte abgerutscht. Unter dem Eindruck der Ereignisse seien der Blick auf positive Meldungen getrübt und negative Schlagzeilen verstärkt zur Kenntnis genommen worden. Panik habe sich breit gemacht, die den DAX am 22. März auf 3.700 Punkte geschickt habe.

Die Einbeziehung von Horrorszenarien, die in den Köpfen der Anleger wiederholt aufflackern würden, mache die Prognose von Aktienmärkten nicht gerade einfach. Richtig sei, dass die schlimmsten Untergangsbefürchtungen im Raum stünden. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit des Eintretens solcher Befürchtungen noch so klein sei, sollte man sie doch nicht leugnen. Diese Ängste hätten offensichtlich reale Auswirkungen. Hier handle es sich natürlich einerseits auch um ein psychologisches Phänomen und um wahrgenommene Gefahr seitens der breiten Bevölkerung.

Wie der Untersuchungsausschuss in den USA zur möglichen Vermeidung der Anschläge auf das World Trade Center andererseits zeige, habe es handfeste Hinweise auf mögliche Terroranschläge gegeben. Der frühere US-Regierungsberater für Terrorabwehr Richard Clarke und der Chef der CIA George Tenet hätten bei den Entscheidungsträgern in der US-Regierung damals jedoch kein Gehör gefunden.

Die Diskussion der Aktienmärkte allein in Bezug auf die Terrorängste greife natürlich zu kurz. Insbesondere die US-Wirtschaftspolitik beherrsche in Wahrheit die Märkte. Vorteil der Amerikaner sei, dass sie noch die Möglichkeit hätten, Spielräume zu verengen. Richtig rosig sehe es allerdings trotz des durch Staatsverschuldung angeheizten weltweiten Wirtschaftswachstums nicht aus. Dass trotz phantastisch hohem Wirtschaftswachstum und anziehenden Unternehmensumsätzen und Gewinnen, die Stimmung nicht der Lage entspreche, sei zugegebenermaßen paradox.

Hier würden sich die indirekten Wirkungen der Terrorangst zeigen. Staatliche Mehrausgaben für innere und äußere Sicherheit würden zwar die Kapazitätsauslastung der Betriebe erhöhen, aber die damit verbundene Unsicherheit lasse Unternehmen davor zurückschrecken, langfristige Verpflichtungen wie Erweiterungsinvestitionen (Erhöhung von Kapazitäten) und Neueinstellungen von Arbeitskräften vorzunehmen. Erst wenn ein Aufschwung auch bei den Konsumenten vor allem in den USA ankomme, würden die Experten ihren Ausblick auf die Entwicklung des DAX positiv formulieren.

In Europa, das heiße vor allem in Deutschland und Frankreich, sei man mit Gedeih und Verderb auf die USA angewiesen. Dies zeige sich in seit Jahrzehnten angestauten Strukturproblemen und in schwacher Binnenkonjunktur. Sei man nahezu manövrierunfähig, stelle jedes Problem ein unüberwindliches Hindernis dar. Großkundgebungen mit dem Motto "Genug für alle" würden in aller Klarheit zeigen, wie wenig die Einsicht für mehr Markt und mehr Eigeninitiative in der Bevölkerung in Deutschland verankert sei. Die durchaus zu begrüßenden Reformanstrengungen auf der einen Seite würden parteiunabhängig mit weiteren Bürokratisierungen und Verschlimmbesserungen (z. B. Praxisgeld, Ausbildungsabgabe) auf der anderen Seite konterkariert.








 
 
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