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MWB Wertpapierhandelshaus Portrait




14.04.99 00:00
vwd

Das MWB Wertpapierhandelshaus AG, Gräfelfing, will nicht länger nur die Kurse für andere Aktiengesellschaften stellen, sondern nun auch ihre eigenen Titel an die Börse bringen. Am 21. April sollen die Aktien erstmals im Amtlichen Handel an den Börsen in Frankfurt, Düsseldorf und München notieren. Zeichnungstage sind der 15./16./19. April. Zum Kerngeschäft des 1993 gegründete Finanzunternehmens gehören die Skontroführung und das "Market-Making" von 750 Auslandswerten an fünf deutschen Börsen. Bei der Auswahl der betreuten Titel versucht MWB Trends zu erkennen und diese auszubauen. "Wir sind immer auf der Suche nach Dingen, die in der nächsten Zeit passieren. Wir wollen die Sachen, die interessant werden, handelbar machen", sagt Vorstandsmitglied Lutz Fröba gegenüber vwd. So habe das Haus beispielsweise bereits 1994 israelische Aktien nach Deutschland gebracht. Auch als das Internet noch weitgehend unbekannt gewesen sei, habe MWB bereits die ersten US-Titel in die deutsche Börsenlandschaft eingeführt. Zum Geschäft gehörten vor allem gute Verbindungen zum Ausland und Fingerspitzengefühl, denn die in Deutschland offerierten Kurse müßten zu 70 Prozent mit Zeitverschiebung an den Heimatmärkten geglättet werden, erklärt das Gründungsmitglied. Im abgelaufen Geschäftsjahr 1998 erzielt MBW Umsatzerlöse von 38,4 Mio DEM, nach 23,4 Mio DEM im Vorjahr. Für das laufende Geschäftsjahr plant MBW einen Umsatzerlös von 36,1 Mio DEM, für 2000 sind 40,1 Mio DEM angestrebt. Dabei seien die Zahlen vor dem Hintergrund der Börsenschwäche im vergangenem Herbst anvisiert worden und somit sehr vorsichtig. Für das erste Quartal 1999 verbuchte MBW Umsatzerlöse von 14,9 Mio DEM. "Wir setzen auf eine konservative Einschätzung, dann können wir uns später über eine angenehme Überraschung freuen", so Fröba. Geplant sei eine 75prozentige Ausschüttung des Gewinns. "Damit kann der Aktionär sich auf eine "ordentliche Dividende" freuen", erklärt der Vorstand. Für ihn hat eine "ordentliche Nettodividende" eine fünf vor dem Komma. Zur Stabilisierung der extrem zyklischen Geschäftstätigkeit will MWB mit den Erlösen aus dem Börsengang neue Standbeine aufbauen. Zur Zeit wartet MWB auf die Genehmigung für die Wertpapierhandelsbank. Über das Tochterunternehmen sollen demnächst die Vermögensberatung und die Emissionsbetreuung angeboten werden. Zur Zielgruppe gehören Kunden mit einem Anlagevolumen von mindestens einer Mio DEM. Im laufenden Geschäftsjahr will MWB noch mindestens ein Unternehmen beim Going Public unterstützen, für 2000 sind bereits zwei Emissionsbegleitungen sicher. Außerdem will MWB sich an anderen Finanzdienstleistern beteiligen. So erwarb das Unternehmen am Montag eine 6,7prozentige Beteiligung an der KST Wertpapierhandels AG, Stuttgart, mit der Option den Anteil auf zehn Prozent aufzustocken. Zu den Risiken der Geschäftstätigkeit zählt Vorstand Lutz Fröba vor allem eine globale Finanzkrise und den elektronischen Handel. Es habe sich jedoch beim XETRA-Handelssystem gezeigt, daß die elektronische Kursfindung für Auslandstitel schwer angenommen werde. Der Diskussion um die Schließung des Frankfurter Parketthandels steht er gelassen gegenüber. Dann würde sich der Handel auf die Regionalbörsen verlagern. Ein weiteres Risiko sei die Fluktuation von Mitarbeitern. Um dieser vorzubeugen, habe MWB alle 25 Mitarbeiter am Unternehmen beteiligt.






 
 

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