Bitcoin-Mining im Weltraum verlässt die Sphäre von Science-Fiction. Das US-Startup Starcloud, das unter anderem auf Hardware von Nvidia setzt, plant für Ende 2026 den Start eines zweiten Satelliten, der spezielle Mining-Hardware ins All bringen soll. Gelingt der Test, wäre das Unternehmen der erste Akteur, der Bitcoin direkt aus dem Erdorbit generiert.
Starcloud-CEO Philip Johnston verfolgt einen klaren wirtschaftlichen Ansatz. Im All ist Solarenergie im Überfluss vorhanden – dauerhaft und ohne Konkurrenz zu normalen Stromnetzen. Während rechenintensive KI-Anwendungen auf teure Hochleistungs-GPUs angewiesen sind, setzt das Unternehmen beim Mining auf spezialisierte ASIC-Miner. Dies sind hochspezialisierte Computer, die ausschließlich für das Mining von Kryptowährungen entwickelt wurden. Der Kostenvorteil ist massiv: Ein 1-Kilowatt-ASIC kostet laut Johnston etwa 1.000 Dollar, während ein Nvidia B200-Chip der gleichen Leistungsklasse mit bis zu 30.000 Dollar zu Buche schlägt. Für Starcloud ist das Mining daher der ökonomisch logischere Einstieg in die orbitale Datenverarbeitung.
Das 2024 gegründete Unternehmen arbeitete anfänglich an orbitalen Rechenzentren, die den explosionsartig steigenden Rechenbedarf, insbesondere im Bereich der KI, decken sollten. Es hat bereits einen mit einer Nvidia H100-GPU ausgestatteten Satelliten in die Umlaufbahn gebracht und anschließend behauptet, KI-Modelle im Weltraum ausführen und sogar trainieren zu können. Bitcoin-Mining gilt jedoch als vergleichsweise einfacher und günstiger, da lediglich Strom, spezialisierte Hardware und eine stabile Datenverbindung benötigt werden.
Trotz der technologischen Ambitionen bleibt das Geschäftsmodell fraglich. Die Transportkosten in den Orbit sind weiterhin hoch. Zudem ist die Hardware extremen Bedingungen ausgesetzt: Weltraumschrott, intensive Strahlung und starke Temperaturschwankungen erhöhen das Ausfallrisiko erheblich. Da Wartungseinsätze kaum möglich sind, ist insbesondere die Lebensdauer der Systeme ein kritischer Faktor.
Branchenriesen wie Cloud-Anbieter AWS bleiben daher skeptisch. Dass Mining technisch im All möglich ist, bedeutet noch lange nicht, dass es wirtschaftlich mit klassischen Rechenzentren auf der Erde konkurrieren kann.
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