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Der langfristige Trend der öffentlichen Finanzen der Eurozone




30.10.23 16:14
fairesearch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nach zehn Erhöhungen der Leitzinsen durch die EZB hat die Zentralbank den Zins auf ihrer turnusmäßigen Sitzung am 26.10.2023 unverändert belassen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Sie verweise auf die rückläufige Inflationsrate und die bereits hohe Belastung für die Wirtschaft. Das Ziel von 2% als Maßstab für Preisstabilität sei jedoch bisher nicht erreicht.

In ihrer Konjunkturprognose für die Eurozone (EA) gehe die Europäische Kommission (EC) von einem realen Wachstum des BIP von 1,1% und 1,6% in 2023 und 2024 aus. Die Kerninflation bleibe hoch bei 5,8% in 2023 nach ihrem Höchststand von 8,4% in 2022.

Die Staatsverschuldung werde sich leicht verbessern in 2023 und besonders in 2004. Das Staatsdefizit werde von einem Rückgang auf 3,2% und 2,4% in 2023 und 2024 geprägt sein. Dieses Defizit in der Eurozone habe sich in % des BIP auf 93% in 2022 nach fast 100% im Jahr 2020 ermäßigt und solle sich auf etwa 90% in 2024 beruhigen. Die Fiskalpolitik sei besonders expansionär in den Vorjahren gewesen.

Für die Folgejahre sehe die Kommission die öffentlichen Finanzen unter Druck durch die erforderlichen Investitionen. Die alternde europäische Bevölkerung werde ebenfalls eine zunehmende Belastung für die öffentlichen Finanzen in den nächsten Jahrzehnten sein.

Die Zahl der Beschäftigten gehe zurück, und die Ausgaben für Pensionen, Gesundheitsmaßnahmen und langfristige Vorsorgen würden in den meisten Mitgliedstaaten steigen. Geopolitische Turbulenzen würden zu einem erheblichen Anstieg von Verteidigungsmaßnahmen führen. Entlastend würden die niedrigeren Kosten für Energieaufwendungen wirken.

Die Kommission weise darauf hin, dass fiskalpolitische Stabilität erforderlich sei, um ein nachhaltiges Wachstum der Wirtschaft zu erreichen. Das könne nur erreicht werden, wenn die Preisstabilität langfristig gesichert sei. Höhere Leitzinsen würden aber gleichzeitig den Staatshaushalt belasten, was wiederum die Handlungsfähigkeit der Budgetpolitik einschränke.

Neben den öffentlichen Haushalten würden die gestiegenen Zinsen auf die Kredite der Nicht-Finanzunternehmen erheblichen Druck ausüben. Die Renditen der zehnjährigen Anleihen könnten auch 2024 auf dem gegenwärtigen Niveau verharren.

Die von der Kommission prognostizierte Konjunkturentwicklung und der Zustand der öffentlichen Finanzen würden aus fundamentaler Sicht kein optimistisches Bild weder für den Aktienmarkt noch für den Rentenmarkt zeigen. Zurückhaltung sei angebracht. Als Alternative würden sich weiterhin Anlagen in Edelmetallen anbieten, auch zu den in letzter Zeit schon kräftig gestiegenen Kursen. (Ausgabe vom 29.10.2023) (30.10.2023/ac/a/m)








 
 
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