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US-Wirtschaft im Abkühlungsmodus




23.07.24 16:42
Hamburg Commercial Bank

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Die US-Wirtschaft zeigte bereits im ersten Quartal Anzeichen einer Abschwächung, im zweiten Quartal dürfte sich dieser Trend laut unseres Modells fortgesetzt haben, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.

Aber auch die Eurozone habe aufgrund der Industrie im zweiten Quartal geschwächelt. Die Inflation bleibe weiterhin eine Gefahr.

In zwei Tagen (25.07) würden die Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal veröffentlicht. Laut unserem Nowcast dürfte das Wachstum mit 1,6% annualisiert marginal über dem Vorquartal (1,4%) liegen, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank. Im Vergleich zu dem Gesamtjahr 2023 (durchschnittliches Wachstum von 2,5% annualisiert), entspreche dies jedoch einer deutlichen Verlangsamung. Vor allem die privaten Haushalte würden positiv zum Wachstum beitragen, wohingegen die Nettoexporte (Exporte - Importe) stark das Wachstum belastet haben dürften. Jüngst hätten sich die Außenhandelsdaten deutlich schwächer gezeigt, wohingegen die Einzelhandelsdaten über den Erwartungen hätten wachsen können. Bis hierhin würden viele Zeichen, zumindest auf der konjunkturellen Ebene, auf eine erste Zinssenkung der US-Notenbank im September deuten.

Beim Thema Inflation sehe es noch etwas anders aus. Ja, in den vergangenen beiden Monaten habe man eine deutliche Abschwächung der monatlichen Inflation (Mai: 0%, Juni: -0,1% für CPI) gesehen, jedoch scheine es im Juli so nicht weiterzugehen. Während vor allem im Juni die Energieinflation für einen stark negativen Beitrag gesorgt habe, dürften diese Komponente nach dem aktuellen Datenstand im Juli wieder gestiegen sein. Die Kernrate zeige sich im Juli ebenfalls stärker. Damit komme man auf eine Inflationsrate im Vormonatsvergleich von 0,3% und im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 3,1% (Juni: 3,0%).

In der Eurozone hätten sich die Wachstumsdynamiken in den vergangenen Wochen deutlich abgeschwächt. Durch die schwachen Industrieproduktionsdaten im Mai für Deutschland und Frankreich (veröffentlicht am 5. Juli) sei die Prognose von 0,4% auf nur noch 0,1% für die Eurozone im zweiten Quartal zurückgenommen worden. Für die deutsche Wirtschaft erwartet unser Modell sogar eine Schrumpfung (-0,1%), in Frankreich lediglich von marginalem Wachstum in Höhe von 0,1%, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank. Auch das Thema Inflation bleibe in der Eurozone relevant, denn im Juli dürfte sich die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat nicht verändert haben und bei 2,5% verharrt sein. Während die Kernrate im langsamen Tempo sinke, dürften die Energiepreise leicht angezogen haben. Auch hier würden die Analysten von einer weiteren Zinssenkung im September ausgehen.

In China habe sich die Wachstumsdynamik im zweiten Quartal deutlich abgeschwächt. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sei im zweiten Quartal um 0,7% im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Hier habe das Modell der Analysten 1,1% prognostiziert, womit die Abschwächung an sich korrekt geschätzt worden sei. Für das dritte Quartal werde bisher 1,5% angenommen, wobei hier bisher kaum Daten für das dritte Quartal vorliegen würden. (23.07.2024/ac/a/m)








 
 
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