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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Seit einiger Zeit ist in den US-Daten eine bemerkenswerte Abweichung zwischen den Stimmungsindikatoren und den "harten" Daten zu beobachten, so die Analysten der Helaba.
Dies gelte für die Verbraucherstimmung, die angesichts der üblichen Determinanten - Benzinpreise, Aktienkurse, Arbeitsmarkt - seit längerer Zeit viel besser sein müsste. Es gelte aber ebenfalls für die Unternehmensstimmung.
Im Dienstleistungsgewerbe habe der ISM-Einkaufsmanagerindex seit Mitte 2023 im Schnitt bei 52,7 gelegen. Dieser Wert sei laut ISM in der Vergangenheit mit einem Wachstum der Gesamtwirtschaft um 1% bis 1,5% verbunden gewesen. Stattdessen habe die US-Wirtschaft gemäß den offiziellen BIP-Zahlen im dritten Quartal um fast 5% expandiert, im vierten um über 3%. Der Unterschied werde im Verarbeitenden Gewerbe, dem zyklischeren Teil des Unternehmenssektors, noch augenfälliger. Hier habe der durchschnittliche Indexwert seit Mitte letzten Jahres nur 47,5 betragen, ein Wert, der historisch nicht nur Kontraktion in der Industrie, sondern auch in der gesamten US-Wirtschaft signalisiere.
Der ISM-Index für die Industrie sei zuletzt im Oktober 2022 auf oder bei 50 gewesen. Nach diesem Indikator schrumpfe der Sektor also seit November 2022. Dies passe grob zu den Produktionszahlen über diesen Zeitraum: Sie seien seit Ende 2022 im Trend rückläufig. Im Unterschied zu den Verbrauchern, bei denen Worte (Stimmung) und Taten (Konsumausgaben) derzeit so gar nicht zusammenpassen würden, seien im Verarbeitenden Gewerbe Vertrauen und Produktion soweit also im Einklang. Was offenbar nicht mehr stimme, sei die übliche Beziehung zwischen dem Sektor, dem häufig zugeschrieben werde, dass er "die Konjunktur mache", und der Gesamtwirtschaft. Habe der Indikator damit seine Rolle als wichtigen (Früh-)Indikator für die Konjunktur eingebüßt?
Die Abweichung zwischen dem Wachstum des realen BIP und dem ISM-Index für die Industrie sei derzeit enorm. Wie so viele Besonderheiten im aktuellen Zyklus sei auch dieses "this time is different" wahrscheinlich vor allem den Nachwirkungen der Pandemie geschuldet. Die Abkopplung des Verarbeitenden Gewerbes vom größeren Teil der US-Wirtschaft müsse wohl vor dem Hintergrund eines noch immer nicht abgeschlossenen "rebalancing" der Nachfrage nach Dienstleistungen gesehen werden. In dem Maße, in dem diese Effekte in den Hintergrund treten würden, werde auch der ISM-Index wieder besser zur Gesamtkonjunktur passen. Auf mittlere Sicht sollte er also seine alte Rolle wieder ausfüllen.
Im Februar dürfte der ISM-Index mit rund 49,0 erneut unter der Expansionsmarke von 50 geblieben sein. Aufgrund der aktuellen Entkopplung sei dies aber kein ziehendes Argument für ein schwaches erstes Quartal in der Gesamtwirtschaft. Hier richte sich das Augenmerk mehr auf die Konsumausgaben im Januar, die trotz nach wie vor robuster Nachfrage nach Dienstleistungen mau ausgefallen sein dürften. (23.02.2024/ac/a/m)
Dies gelte für die Verbraucherstimmung, die angesichts der üblichen Determinanten - Benzinpreise, Aktienkurse, Arbeitsmarkt - seit längerer Zeit viel besser sein müsste. Es gelte aber ebenfalls für die Unternehmensstimmung.
Der ISM-Index für die Industrie sei zuletzt im Oktober 2022 auf oder bei 50 gewesen. Nach diesem Indikator schrumpfe der Sektor also seit November 2022. Dies passe grob zu den Produktionszahlen über diesen Zeitraum: Sie seien seit Ende 2022 im Trend rückläufig. Im Unterschied zu den Verbrauchern, bei denen Worte (Stimmung) und Taten (Konsumausgaben) derzeit so gar nicht zusammenpassen würden, seien im Verarbeitenden Gewerbe Vertrauen und Produktion soweit also im Einklang. Was offenbar nicht mehr stimme, sei die übliche Beziehung zwischen dem Sektor, dem häufig zugeschrieben werde, dass er "die Konjunktur mache", und der Gesamtwirtschaft. Habe der Indikator damit seine Rolle als wichtigen (Früh-)Indikator für die Konjunktur eingebüßt?
Die Abweichung zwischen dem Wachstum des realen BIP und dem ISM-Index für die Industrie sei derzeit enorm. Wie so viele Besonderheiten im aktuellen Zyklus sei auch dieses "this time is different" wahrscheinlich vor allem den Nachwirkungen der Pandemie geschuldet. Die Abkopplung des Verarbeitenden Gewerbes vom größeren Teil der US-Wirtschaft müsse wohl vor dem Hintergrund eines noch immer nicht abgeschlossenen "rebalancing" der Nachfrage nach Dienstleistungen gesehen werden. In dem Maße, in dem diese Effekte in den Hintergrund treten würden, werde auch der ISM-Index wieder besser zur Gesamtkonjunktur passen. Auf mittlere Sicht sollte er also seine alte Rolle wieder ausfüllen.
Im Februar dürfte der ISM-Index mit rund 49,0 erneut unter der Expansionsmarke von 50 geblieben sein. Aufgrund der aktuellen Entkopplung sei dies aber kein ziehendes Argument für ein schwaches erstes Quartal in der Gesamtwirtschaft. Hier richte sich das Augenmerk mehr auf die Konsumausgaben im Januar, die trotz nach wie vor robuster Nachfrage nach Dienstleistungen mau ausgefallen sein dürften. (23.02.2024/ac/a/m)
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