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US-Aktien weiter mit solidem Fundament




04.04.24 14:28
Swisscanto

Zürich (www.aktiencheck.de) - Obwohl die Leitzinsen voraussichtlich nur langsam sinken werden, bleibt der makroökonomische Ausblick vorerst konstruktiv, so die Experten von Swisscanto.

So hätten sich die wichtigsten Vorlauf- und Stimmungsindikatoren in den vergangenen Wochen nochmals aufgehellt. Gemäß Sentix-Konjunkturindex beurteile die Mehrheit der Anlegerinnen und Anleger die globale Konjunkturlage als gut und rechne in den kommenden Monaten mit einer weiteren Verbesserung. Für konjunkturelle Unterstützung würden zudem die etwas bessere Auftragslage in der Industrie sowie das anhaltend robuste Lohnwachstum sorgen. Die Löhne würden mittlerweile in vielen Ländern wieder stärker zunehmen als die Konsumentenpreise. In der Folge würden die Haushaltseinkommen steigen und würden dem Privatkonsum Auftrieb geben.

Wenn ein konjunktureller Spätzyklus aus marktstrategischer Sicht plausibel sei, biete sich eine defensive Ausrichtung des Portfolios an. Der Spätzyklus könne sich aber in die Länge ziehen. Und da die Notenbanken die Zinsen nicht aufgrund einer Konjunkturschwäche senken würden, sei es möglich, dass die Rezession ohne Zwischenstopp in den Aufschwung übergehe. Die Experten würden die jüngsten Konjunktursignale positiv werten und ein Umfeld erwarten, das die Gewinnaussichten der Unternehmen stütze.

Die Aktienbewertungen seien zwar hoch, aber die Experten würden keine offensichtlichen, makroökonomischen Ungleichgewichte sehen, die zu einer Umkehr des positiven Trends führen könnten. Die Anleihenrenditen dürften sich aufgrund der stabilen Konjunktur und der langsam sinkenden Inflation seitwärts bewegen. Große Kursgewinne bei festverzinslichen Wertpapieren würden die Experten nicht erwarten. Stimulierende Zinssenkungen seien nicht zu erwarten, aber solange eine Zinserhöhung unwahrscheinlich bleibe, dürften die Finanzmärkte noch lange Geduld haben.

An den Bond- wie auch an den Währungsmärkten stehe die Fragestellung im Raum, wann und wieviel die Leitzinsen in diesem Jahr gesenkt würden. Die Inflation sei vor allem in Großbritannien schneller zurückgekommen als erwartet, sodass die Terminmärkte nun wieder mehr Leitzinssenkungen von der Bank of England im Vergleich zum Februar erwarten würden. Die Experten würden Chancen sehen, dass die Inflationsüberraschungen andauern und die Renditen von Staatsanleihen zumindest über den Horizont von zwölf Monaten in diesen Währungsregionen weiter fallen würden.

Für den EUR und das GBP wären schnellere Zinssenkungen ein belastender Faktor. Das Zinsdifferenzial zum US-Währungsraum dürfte sich dementsprechend erhöhen, da die Experten in den USA einen langsameren Inflationsrückgang und damit weniger Zinssenkungen von der FED erwarten würden. Der USD dürfte deshalb vorerst die hohe Bewertung verteidigen.

US-Aktien würden die Experten nach wie vor als attraktiv erachten, auch wenn ihre Bewertung, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, seit Längerem deutlich über der Bewertung der anderen Märkte liege. Die Gewinnwachstumserwartungen seien relativ sportlich, aber vor dem Hintergrund der bislang robusten Konjunktur und der Profitabilität der technologienahen Sektoren nicht unrealistisch.

Für Entlastung auf der Bewertungsseite dürfte auch die von den Experten für Juni erwartete erste Leitzinssenkung der FED sorgen. Insofern würden sich die Einschätzungen der Experten über die Eurozone und die USA dahingehend unterscheiden, dass für erstere eine realistische Chance auf Besserung bestehe, während letztere aus ihrer fundamentalen Stärke heraus überdurchschnittlich abschneiden sollten.

Im Vergleich zum MSCI Welt hätten die Aktien der Eurozone und Großbritanniens (UK) seit März vergangenen Jahres deutlich schlechter abgeschnitten. Letztere hätten unter anderem darunter gelitten, dass sich der Rohstoffboom aus dem Jahr 2022 nicht fortgesetzt habe und defensive Sektoren weniger gefragt gewesen seien als die zyklischen. Hinzugekommen sei eine schwache Konjunkturdynamik im Vergleich zu Nordamerika. Ein Umstand, der auch den Aktienmarkt der Eurozone belastet habe. Während sich die Gewinnerwartungen für UK langsam mit den Rohstoffpreisen zurückgebildet hätten, hätten sie für die Eurozone auf derart hohen Niveaus verharrt, die von den Unternehmen aufgrund des schwachen Konjunkturverlaufs kaum hätten erfüllt werden können. Entsprechend seien die Enttäuschungen in der Berichtssaison auch größer als in den USA gewesen, was zu einer deutlichen Verringerung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses geführt habe.

Mittlerweile scheine der Gewinnoptimismus allerdings zu verfliegen, denn die Gewinnwachstumserwartungen würden gegen den globalen Trend an Dynamik verlieren. Daraus entstehe für die nächsten Wochen positives Überraschungspotenzial. Denn die konjunkturellen Frühindikatoren würden nicht nur absolut, sondern auch im Vergleich zu den anderen Regionen eine Wende zum Besseren andeuten. Sollten sich die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung weiter verdichten, dürfte die Zuversicht der Investoren zurückkehren, was in der Regel zunächst eine Bewertungsausweitung zur Folge habe und zeitversetzt eine Erholung der Gewinnwachstumserwartungen nach sich ziehe.

Innerhalb des Schwellenländeruniversums würden die kleinkapitalisierten Unternehmen (Small Caps) interessant bleiben. Denn sie könnten aufgrund ihrer größeren Abhängigkeit von der Schwellenländerbinnenkonjunktur überproportional von ihrer eigenen wirtschaftlichen Stärke profitieren - im Vergleich zu Großunternehmen, für die die globale Konjunktur eine wichtigere Rolle spiele.

Außerdem hätten wachstumsstarke Schwellenländer wie Indien und Südkorea im Small Cap-Index eine höhere Gewichtung als China, dessen Wachstumsperspektiven hinterherhinken würden. Allerdings habe es bei den indischen Small Caps im März einige Turbulenzen zu beobachten gegeben: Die indische Börsenaufsicht SEBI habe Übertreibungen in gewissen Small Cap-Werten mit wenig Free Float vermutet. Daraufhin hätten einige indische Großbanken ihre Zuflüsse in Small Cap-Fonds gestoppt. Dies habe zu einer Korrektur in diesem Segment geführt.

Mittlerweile habe sich der Markt aber wieder etwas erholt. Aufgrund der positiven Wachstumsdynamik in Indien und der Tatsache, dass indische institutionelle Investoren den Rücksetzer zum Einstieg genutzt hätten, seien auch die Experten zuversichtlich, dass dieser Rücksetzer den positiven Trend der Schwellenländer-Small Caps nicht aufhalten werde.

Der Bloomberg Commodity Index habe im März einen breit abgestützten Anstieg verzeichnet. So habe sich beispielsweise der Ölpreis weiter erholt. Wichtige Förderländer der OPEC+ hätten Anfang März entschieden, ihre Produktionskürzungen um ein weiteres Quartal bis Juni zu verlängern. Die umfangreichen Kapazitätsreserven dürften das Aufwärtspotenzial beim Rohölpreis zwar begrenzen, die anhaltenden Produktionskürzungen würden den Markt aber bis in den Sommer hinein knapphalten und zusammen mit der besser als erwarteten globalen Nachfrage den jüngsten Preisanstieg stützen.

Auch der Kupferpreis habe im März zulegen können. Große chinesische Kupferhütten hätten sich Mitte Monat darauf verständigt, ihre Schmelzkapazitäten zu drosseln. Seither habe der Preis für das Industriemetall allerdings etwas nachgegeben. Für eine anhaltende Erholung bedürfe es wohl noch einer Verfestigung des Wachstums der Weltwirtschaft und sinkender Lagerbestände bei den großen Lagerhäusern. (04.04.2024/ac/a/m)








 
 
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