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Titelbild: © Collorio – stock.adobe.com
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Der ifo-Geschäftsklimaindex fällt also erneut. Uns kann das wenig überraschen. „Zunehmend in die Krise“ gerate die deutsche Wirtschaft, erklärt ifo-Präsident Clemens Fuest. Ach. Im Smart Investor Magazin und im Smart Investor Weekly weisen wir, nach abwägender Analyse, auf die sich entwickelnde deutsche Krise seit Wochen und Monaten hin.
Die Probleme, die zu ihr führen, sind hausgemacht. Die Rezeptur kommt aus Berlin. Dort stehen die Regierungsköche am Herd. Sie rühren weiter. Aber international agierende Anleger müssen die Hausmannskost nicht löffeln. International ist das Büfett reich gedeckt. In der Etagere locken glänzende Nuggets, Feinschmeckern vom Smart Investor bereits seit langem empfohlen. Der Goldpreis erreicht in diesen Tagen einen neuen Höchststand. Für eine Feinunze (31,1 Gramm) sind rund 2.252 EUR zu zahlen. Gründe:
- Zentralbanken weltweit nehmen die Zinsen zurück. Zuletzt kündigte Fed-Chef Jerome Powell in Jackson Hole für die USA sinkende Zinsen an. Wird (Papier-)Geld „billiger“, wird mehr davon geliehen, es kommt mehr in Umlauf. Während die Gütermenge und erst recht die Goldmenge weniger stark anschwillt. Dafür steigt der Preis der knappen Güter. - Die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen machen Angst. Anleger flüchten in sichere Anlagen wie Gold. - Staatliche Goldkäufer aus China, Brasilien, Indien erhöhen zusätzlich die Edelmetallnachfrage. Die Länder wollen sich unabhängiger vom Dollar machen und schichten um.
Privatanleger, die ihren Kapitalstock durch Beimischung von Gold sichern wollen, greifen zu Münzen oder Barren. Wer flexibler sein möchte, wird sich mit Gold-Fonds beschäftigen wie den Xetra Gold ETC (WKN: A0S9GB) oder den Euwax Gold ETC (WKN: EWG0LD).
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Antizyklische Aktienkäufer schauen auf Valvoline (WKN: A2ARFC). Vor Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen brach der Kurs des US-Unternehmens, das im renommierten S&P 500-Index gelistet ist, um heftige 20% ein. Seitdem jedoch erholt sich der Wert, fast möchte man sagen: klammheimlich.
Zum Valvoline-Basiswissen gehört, dass die bekannten Valvoline Schmierstoffe, Motoröle, Frostschutzmittel und Filter längst nicht mehr im Portfolio des Börsenunternehmens enthalten sind. Das verwirrt zunächst, könnte aber auch der Schlüssel zum erhofften Langzeiterfolg der neu aufgestellten Valvoline sein, die an der Börse gehandelt wird. Dieses Unternehmen betreibt Autowerkstätten und konzentriert sich auf zyklische, margenstarke Wartungsarbeiten, die besonders schnell durchgeführt werden können. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um beeindruckende 12% zu. Seit 2017 hat Valvoline die Zahl der Werkstätten in Nordamerika fast verdoppelt und besitzt derzeit nahezu 2.000 Stützpunkte. Das Unternehmen tilgt Schulden und hat ein Programm zum Rückkauf eigener Aktien aufgelegt.
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Über NVIDIA (WKN: 918422) spricht die Welt, die KI-Chips aus Kalifornien bringen Serverfarmen und Depots zum Summen. Aus China schien keine KI-Konkurrenz zu drohen, seitdem die US-Politik Handelsbeschränkungen durchsetzte, um einen Wissenstransfer aus westlichen Staaten in den Fernen Osten zu unterbinden. Doch jetzt stellt der chinesische Technologieführer Huawei den Ascend 910C vor. Huawei teilt potenziellen Kunden mit, dass der neue Chip vergleichbar sei mit NVIDIAs Hochleistungschip H100, der im vergangenen Jahr eingeführt wurde und in China nicht erhältlich ist.
Experten merken auf. Huawei scheint auf dem besten Wege zu sein, die Technologielücke zu schließen. Huawei-Manager verhandeln bereits mit Kunden, und angeblich stehen bereits 70.000 von den neuen Huawei-Chips in den Orderbüchern, Handelswert 2 Mrd. USD. Versenden will Huawei ab Oktober. Für NVIDIA und andere westliche KI-Chipdesigner sind das kaum gute Nachrichten. Heute Abend, nach Börsenschluss in New York, wird NVIDIA neue Geschäftszahlen veröffentlichen und einen Ausblick geben, was Anleger im nächsten Quartal erwarten dürfen.
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Unbeirrt zieht der DAX weiter nach oben. Inzwischen hat er sogar jene Linie überwunden, welche die alten Hochs miteinander verbindet. Offenbar wirken die US-Zinssenkungshoffnungen, die Fed-Chef Jerome Powell anlässlich des Jackson-Hole-Treffens der wichtigsten Notenbanken Ende vergangener Woche verbreitet hat, weiter. Allerdings ist der DAX nun ohne nennenswerte Korrektur von seinen Tiefs am 5. August in gut drei Wochen um rund 1.800 Punkte angestiegen. Selbst, wenn für Deutschland neben den Zinshoffnungen noch die Aussicht auf ein baldiges Auseinanderbrechen der Regierungskoalition den Markt zusätzlich beflügelt, ist ein solches Tempo auf Dauer nicht durchzuhalten. Es dürfte sich inzwischen also zumindest einiges an Korrekturbedarf aufgebaut haben, zumal die wirtschaftliche Lage und die Aussichten sich immer weiter verschlechtern (s.o.). Auch technisch ist der Anstieg nicht ganz das, was Chart-Enthusiasten sehen wollen. Die Umsätze sind per Saldo rückläufig.
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Die deutsche Konjunktur trübt sich weiter ein, aber der DAX steigt. Es ist viel Hoffnung im Markt, vielleicht zu viel? Dagegen schleicht sich Gold, von kleineren Rücksetzern abgesehen, immer weiter nach oben.
Ralf Flierl, Frank Sauerland, Ralph Malisch
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