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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Der Ölmarkt gab im dritten Quartal alle Gewinne seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine wieder ab - vom Hochpunkt im Juni bis Ende August fiel der WTI-Ölpreis um knapp 27%, so Berenberg im aktuellen Kapitalmarktausblick des Berenberg Wealth and Asset Management.
Grund für den Preisverfall seien der starke US-Dollar, eine coronabedingt schwächere Nachfrage aus China sowie Rezessionssorgen gewesen. Für den weiteren Ölausblick sei die Schwere einer etwaigen Rezession entscheidend. Bei einer milden Rezession nehme zwar das Nachfragewachstum ab, kollabiere aber in der Regel nicht. Die sich zuspitzende Energiekrise in Europa dürfte zudem auf der Nachfrageseite den Ölpreis durch die Umstellung von Gas auf Öl unterstützen. Angebotsseitig bleibe die Situation weiterhin angespannt. Während ein mögliches Iran-Abkommen das Angebotsdefizit zwar abmildern würde, dürfte die Wiederaufnahme von Produktionskürzungen der OPEC+ die Angebotssituation deutlich verschärfen, zumal ab November die USA nach aktuellem Stand keine weiteren strategischen Reserven freigeben würden. Bei Rohöl erwarte Berenberg Wealth and Asset Management kurzfristig weiterhin eine erhöhte Volatilität, mittelfristig aber tendenziell höhere Preise.
Gold im Bann der FED-Politik
Nach fünf Wochen Aufwärtstrend habe Gold Mitte August eine Trendumkehr erlitten. Die restriktivere FED-Politik habe zu einem deutlichen Anstieg des US-Dollars und der langfristigen Realzinsen geführt. Ausblickend dürfte die Richtung des Goldpreises stark von der FED abhängen. Sollte die FED aufgrund hartnäckiger Inflationsraten weiterhin restriktiv bleiben, dürfte es Gold schwierig haben. Sollten jedoch Rezessionssorgen die Überhand gewinnen, könnte Gold bei fallenden Realzinsen steigen. Gold berge somit bei bereits geringer Anlegerpositionierung, insbesondere der geringen Netto-Futures-Position spekulativer Anleger, positives Überraschungspotenzial.
Industriemetalle - langfristige Treiber intakt
Industriemetalle hätten sich im August stabilisiert. Eine sengende Hitzewelle in China habe zu Stromengpässen geführt und den Betrieb von Metallwerken belastet, was die Befürchtung von Betriebsstörungen verstärkt habe. Die Energiekrise beeinträchtige bereits die Metallproduktion in Europa. Während Metalle kurzfristig bei restriktiver FED durch den stärkeren US-Dollar und die anhaltenden Rezessionssorgen belastet bleiben dürften, würden die langfristigen Treiber wie die Dekarbonisierung nicht nur weiter intakt bleiben, sondern würden Fahrt aufnehmen. Zudem könnte eine wieder freundliche Wirtschaftspolitik Chinas im Zuge des Parteitags im November für Unterstützung sorgen. (Horizonte Q4 2022) (29.09.2022/ac/a/m)
Grund für den Preisverfall seien der starke US-Dollar, eine coronabedingt schwächere Nachfrage aus China sowie Rezessionssorgen gewesen. Für den weiteren Ölausblick sei die Schwere einer etwaigen Rezession entscheidend. Bei einer milden Rezession nehme zwar das Nachfragewachstum ab, kollabiere aber in der Regel nicht. Die sich zuspitzende Energiekrise in Europa dürfte zudem auf der Nachfrageseite den Ölpreis durch die Umstellung von Gas auf Öl unterstützen. Angebotsseitig bleibe die Situation weiterhin angespannt. Während ein mögliches Iran-Abkommen das Angebotsdefizit zwar abmildern würde, dürfte die Wiederaufnahme von Produktionskürzungen der OPEC+ die Angebotssituation deutlich verschärfen, zumal ab November die USA nach aktuellem Stand keine weiteren strategischen Reserven freigeben würden. Bei Rohöl erwarte Berenberg Wealth and Asset Management kurzfristig weiterhin eine erhöhte Volatilität, mittelfristig aber tendenziell höhere Preise.
Nach fünf Wochen Aufwärtstrend habe Gold Mitte August eine Trendumkehr erlitten. Die restriktivere FED-Politik habe zu einem deutlichen Anstieg des US-Dollars und der langfristigen Realzinsen geführt. Ausblickend dürfte die Richtung des Goldpreises stark von der FED abhängen. Sollte die FED aufgrund hartnäckiger Inflationsraten weiterhin restriktiv bleiben, dürfte es Gold schwierig haben. Sollten jedoch Rezessionssorgen die Überhand gewinnen, könnte Gold bei fallenden Realzinsen steigen. Gold berge somit bei bereits geringer Anlegerpositionierung, insbesondere der geringen Netto-Futures-Position spekulativer Anleger, positives Überraschungspotenzial.
Industriemetalle - langfristige Treiber intakt
Industriemetalle hätten sich im August stabilisiert. Eine sengende Hitzewelle in China habe zu Stromengpässen geführt und den Betrieb von Metallwerken belastet, was die Befürchtung von Betriebsstörungen verstärkt habe. Die Energiekrise beeinträchtige bereits die Metallproduktion in Europa. Während Metalle kurzfristig bei restriktiver FED durch den stärkeren US-Dollar und die anhaltenden Rezessionssorgen belastet bleiben dürften, würden die langfristigen Treiber wie die Dekarbonisierung nicht nur weiter intakt bleiben, sondern würden Fahrt aufnehmen. Zudem könnte eine wieder freundliche Wirtschaftspolitik Chinas im Zuge des Parteitags im November für Unterstützung sorgen. (Horizonte Q4 2022) (29.09.2022/ac/a/m)
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