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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Finanzmärkte sind einem ständigen Wandel unterworfen, so Nicolai Austein, Co-Head of Multi-Asset Solutions, Metzler Asset Management.
Euphorische Phasen würden immer wieder von Korrekturen und Krisen abgelöst. In diesem Umfeld erwiesen sich Multi-Asset-Strategien als entscheidender Baustein für nachhaltigen Anlageerfolg. Geopolitische und wirtschaftliche Umbrüche würden aktives Management bei der Kapitalanlage verlangen. Mit strategischem Weitblick und einer durchdachten Portfolioaufstellung werde der wesentliche Grundstein für langfristigen Erfolg gelegt.
Fundamentale Markteinschätzung als Basis
Aktuell befinde sich die Weltwirtschaft in einem Spannungsfeld zwischen makroökonomischer Stabilisierung und geopolitischen Herausforderungen. Metzler Asset Management gehe im Basisszenario von einem "Soft Landing" aus: ein moderates Wirtschaftswachstum bei rückläufiger Inflation schaffe ein günstiges Umfeld für riskante Anlageklassen wie Aktien. Zu den positiven Faktoren würden eine resiliente US-Wirtschaft, eine sich stabilisierende Inflation und ein anhaltend solides Gewinnwachstum vieler Unternehmen zählen. Gleichzeitig bestünden jedoch nicht zu unterschätzende Risiken: Die US-Politik unter Präsident Trump werde protektionistische Tendenzen verstärken, was sich in Handelskonflikten und steigenden Zöllen manifestieren könnte. Dies könnte in Kombination mit einer restriktiveren Einwanderungspolitik Inflationsdruck erzeugen, woraufhin die Notenbanken mit restriktiver Geldpolitik reagieren müssten.
In einer Welt volatiler Finanzmärkte würden professionelle Investoren nach Strategien suchen, die langfristig stabile Erträge erwirtschaften und dabei das Risikomanagement nicht vernachlässigen würden. Multi-Asset-Strategien hätten sich in diesem Kontext als effektives Anlagevehikel bewährt, um Anleger durch verschiedene Marktphasen zu navigieren. Entscheidend seien eine breite Diversifikation, aktives Management mit Weitblick sowie die Fähigkeit, normale Marktschwankungen auszuhalten. Stärkere Eingriffe sollten selten erfolgen und auf extreme Marktphasen beschränkt bleiben.
Eine breit diversifizierte Portfoliostruktur mit globaler Streuung könne diesen Herausforderungen begegnen. Neben klassischen Aktien- und Anleihenmärkten kämen Inflationsschutzmaßnahmen, alternative Anlagen (z.B. Immobilien und Infrastruktur) sowie Gold als Stabilisator in Krisenzeiten zum Einsatz. Eine adaptive Strategie, die auf große makroökonomische Entwicklungen flexibel reagiere, könne die Volatilität im Portfolio reduzieren und Ertragschancen wahren. Überbordendes Markttiming und vorschnelle Absicherungen sollten dabei vermieden werden. Kurz: Eine Strategie mit Weitblick dominiere die Taktik.
Die Rolle der USA innerhalb der Aktienquote
Die US-Wirtschaft bleibe trotz aller Unsicherheiten eine treibende Kraft an den Kapitalmärkten. Aufgrund der außergewöhnlichen Wertentwicklung - insbesondere im Technologiesektor - sei der US-Anteil in globalen Indices jedoch auf ein ungesundes Maß angestiegen. Eine zu hohe Marktkonzentration sowie zunehmende fundamentale Argumente sprächen daher für eine stärkere Berücksichtigung von Anlagen außerhalb der USA. Die Unsicherheit in Europa habe bei Konsumenten zu einer hohen Sparquote geführt. Eine Reduktion dieser Unsicherheit könne zu einem erheblichen Aufholeffekt beim Konsum führen. Friedensfortschritte könnten Sektoren mit Wiederaufbaupotenzial attraktive Renditen eröffnen. Zudem seien europäische Aktien günstiger bewertet und unter internationalen Investoren stark untergewichtet. Sollten Investitionen in Infrastruktur und eine Lockerung der Fiskalpolitik erfolgen, könnte dies das BIP-Wachstum positiv beeinflussen. Langfristig könnten europäische Märkte somit an Attraktivität gewinnen. US-Unternehmen würden aufgrund ihrer Innovationskraft dennoch weiterhin eine zentrale Rolle im Portfolio spielen.
Gold als strategischer Portfolio-Bestandteil
Das Edelmetall bleibe strukturell unterstützt - trotz seiner mehrjährigen Rally. Die Nachfrage, insbesondere von Zentralbanken in Schwellenländern, sei nach wie vor hoch. Geopolitische Unsicherheiten und die anhaltend hohe Staatsverschuldung machten Gold als "Krisenwährung" weiterhin attraktiv. Zentralbanken hätten ihre Goldreserven kontinuierlich aufgebaut, was darauf hindeute, dass Gold als Absicherung gegen fundamentale Risiken gesehen werde. Eine mögliche Beilegung des Ukraine-Krieges könnte allerdings die Flucht in sichere Häfen dämpfen. Auch eine restriktive US-Geldpolitik könnte den Goldpreis temporär unter Druck setzen. Langfristig bleibe Gold jedoch ein wertvoller Diversifikator im Multi-Asset-Kontext. Eine moderate technische Konsolidierung wäre nach Einschätzung von Metzler Asset Management normal und könnte als Gelegenheit für strategische Aufstockungen dienen.
Megatrends bei der Titelselektion im Fokus
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Portfoliogestaltung sei die Titelauswahl: Megatrends wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und eine alternde Bevölkerung würden in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen erfordern. Unternehmen aus klassischen Industriezweigen könnten davon profitieren, da ihre Produkte und Dienstleistungen für diese globalen Veränderungen von zentraler Bedeutung seien. Besonders attraktiv erscheinen derzeit neben höher bewerteten, aber strukturell interessanten Technologiewerten demnach auch Titel aus dem Kapitalgütersektor, so die Experten von Metzler Asset Management.
Umgang mit extremen Phasen am Aktienmarkt
Eine der wichtigsten Maximen für langfristigen Anlageerfolg sei die Fähigkeit, Marktschwankungen mit Ruhe zu begegnen. Historisch seien Phasen erhöhter Volatilität oft nur Rücksetzer auf dem langfristigen Wachstumspfad gewesen. Statt hektischer Umschichtungen sollten Konsolidierungen genutzt werden, um Positionen strategisch zu überdenken. Multi-Asset-Strategien würden hier den Vorteil bieten, dass unterschiedliche Anlageklassen unterschiedlich auf Marktereignisse reagieren würden und die Gesamtschwankung so verringert werde. Eine Reduktion der Aktienquote sollte nur in echten Bärenmärkten erfolgen, also bei massiv überdurchschnittlichen Verlusten, nicht bei normalen Korrekturen.
Solche Phasen seien oft geprägt von panikartigen Verkaufswellen. Diesen müsse mit einem klaren Regelwerk für Ein- und Ausstieg sowie einer bewussten Risikoreduktion begegnet werden. Auch in Krisenzeiten bleibe die Grundüberzeugung bestehen: Eine kontinuierliche Aktienmarkt-Investition sei unerlässlich. Eine vollständige Reduktion auf null sei dagegen nicht empfehlenswert. Der Aufschwung nach einem Bärenmarkt komme häufig überraschend und sei stark. Eine beständige, wenn auch reduzierte Aktienquote gewährleiste, dass Anleger nicht den Anschluss verlieren würden.
Fazit
In einer Welt wachsender Unsicherheiten und struktureller Umbrüche würden sich Multi-Asset-Strategien als robuste Lösung für langfristig orientierte Anleger bewähren. Sie würden verschiedene Anlageklassen kombinieren, Schwankungen reduzieren und gezielt Chancen nutzen - ohne sich von kurzfristiger Hektik leiten zu lassen. Entscheidend sei ein aktives Management, das geopolitische Risiken ebenso wie makroökonomische Wendepunkte einpreise. Die strategische Diversifikation bilde dabei das stabile Fundament. Gerade in volatilen Zeiten würden sich Disziplin, Erfahrung und ein klar strukturiertes Regelwerk - insbesondere in Extremphasen - als Erfolgsfaktoren erweisen. Wer mit ruhiger Hand durch Marktzyklen navigiere, lege den Grundstein für nachhaltigen Anlageerfolg. (Ausgabe vom 31.03.2025) (14.04.2025/ac/a/m)
Euphorische Phasen würden immer wieder von Korrekturen und Krisen abgelöst. In diesem Umfeld erwiesen sich Multi-Asset-Strategien als entscheidender Baustein für nachhaltigen Anlageerfolg. Geopolitische und wirtschaftliche Umbrüche würden aktives Management bei der Kapitalanlage verlangen. Mit strategischem Weitblick und einer durchdachten Portfolioaufstellung werde der wesentliche Grundstein für langfristigen Erfolg gelegt.
Fundamentale Markteinschätzung als Basis
Aktuell befinde sich die Weltwirtschaft in einem Spannungsfeld zwischen makroökonomischer Stabilisierung und geopolitischen Herausforderungen. Metzler Asset Management gehe im Basisszenario von einem "Soft Landing" aus: ein moderates Wirtschaftswachstum bei rückläufiger Inflation schaffe ein günstiges Umfeld für riskante Anlageklassen wie Aktien. Zu den positiven Faktoren würden eine resiliente US-Wirtschaft, eine sich stabilisierende Inflation und ein anhaltend solides Gewinnwachstum vieler Unternehmen zählen. Gleichzeitig bestünden jedoch nicht zu unterschätzende Risiken: Die US-Politik unter Präsident Trump werde protektionistische Tendenzen verstärken, was sich in Handelskonflikten und steigenden Zöllen manifestieren könnte. Dies könnte in Kombination mit einer restriktiveren Einwanderungspolitik Inflationsdruck erzeugen, woraufhin die Notenbanken mit restriktiver Geldpolitik reagieren müssten.
In einer Welt volatiler Finanzmärkte würden professionelle Investoren nach Strategien suchen, die langfristig stabile Erträge erwirtschaften und dabei das Risikomanagement nicht vernachlässigen würden. Multi-Asset-Strategien hätten sich in diesem Kontext als effektives Anlagevehikel bewährt, um Anleger durch verschiedene Marktphasen zu navigieren. Entscheidend seien eine breite Diversifikation, aktives Management mit Weitblick sowie die Fähigkeit, normale Marktschwankungen auszuhalten. Stärkere Eingriffe sollten selten erfolgen und auf extreme Marktphasen beschränkt bleiben.
Eine breit diversifizierte Portfoliostruktur mit globaler Streuung könne diesen Herausforderungen begegnen. Neben klassischen Aktien- und Anleihenmärkten kämen Inflationsschutzmaßnahmen, alternative Anlagen (z.B. Immobilien und Infrastruktur) sowie Gold als Stabilisator in Krisenzeiten zum Einsatz. Eine adaptive Strategie, die auf große makroökonomische Entwicklungen flexibel reagiere, könne die Volatilität im Portfolio reduzieren und Ertragschancen wahren. Überbordendes Markttiming und vorschnelle Absicherungen sollten dabei vermieden werden. Kurz: Eine Strategie mit Weitblick dominiere die Taktik.
Die Rolle der USA innerhalb der Aktienquote
Die US-Wirtschaft bleibe trotz aller Unsicherheiten eine treibende Kraft an den Kapitalmärkten. Aufgrund der außergewöhnlichen Wertentwicklung - insbesondere im Technologiesektor - sei der US-Anteil in globalen Indices jedoch auf ein ungesundes Maß angestiegen. Eine zu hohe Marktkonzentration sowie zunehmende fundamentale Argumente sprächen daher für eine stärkere Berücksichtigung von Anlagen außerhalb der USA. Die Unsicherheit in Europa habe bei Konsumenten zu einer hohen Sparquote geführt. Eine Reduktion dieser Unsicherheit könne zu einem erheblichen Aufholeffekt beim Konsum führen. Friedensfortschritte könnten Sektoren mit Wiederaufbaupotenzial attraktive Renditen eröffnen. Zudem seien europäische Aktien günstiger bewertet und unter internationalen Investoren stark untergewichtet. Sollten Investitionen in Infrastruktur und eine Lockerung der Fiskalpolitik erfolgen, könnte dies das BIP-Wachstum positiv beeinflussen. Langfristig könnten europäische Märkte somit an Attraktivität gewinnen. US-Unternehmen würden aufgrund ihrer Innovationskraft dennoch weiterhin eine zentrale Rolle im Portfolio spielen.
Das Edelmetall bleibe strukturell unterstützt - trotz seiner mehrjährigen Rally. Die Nachfrage, insbesondere von Zentralbanken in Schwellenländern, sei nach wie vor hoch. Geopolitische Unsicherheiten und die anhaltend hohe Staatsverschuldung machten Gold als "Krisenwährung" weiterhin attraktiv. Zentralbanken hätten ihre Goldreserven kontinuierlich aufgebaut, was darauf hindeute, dass Gold als Absicherung gegen fundamentale Risiken gesehen werde. Eine mögliche Beilegung des Ukraine-Krieges könnte allerdings die Flucht in sichere Häfen dämpfen. Auch eine restriktive US-Geldpolitik könnte den Goldpreis temporär unter Druck setzen. Langfristig bleibe Gold jedoch ein wertvoller Diversifikator im Multi-Asset-Kontext. Eine moderate technische Konsolidierung wäre nach Einschätzung von Metzler Asset Management normal und könnte als Gelegenheit für strategische Aufstockungen dienen.
Megatrends bei der Titelselektion im Fokus
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Portfoliogestaltung sei die Titelauswahl: Megatrends wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und eine alternde Bevölkerung würden in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen erfordern. Unternehmen aus klassischen Industriezweigen könnten davon profitieren, da ihre Produkte und Dienstleistungen für diese globalen Veränderungen von zentraler Bedeutung seien. Besonders attraktiv erscheinen derzeit neben höher bewerteten, aber strukturell interessanten Technologiewerten demnach auch Titel aus dem Kapitalgütersektor, so die Experten von Metzler Asset Management.
Umgang mit extremen Phasen am Aktienmarkt
Eine der wichtigsten Maximen für langfristigen Anlageerfolg sei die Fähigkeit, Marktschwankungen mit Ruhe zu begegnen. Historisch seien Phasen erhöhter Volatilität oft nur Rücksetzer auf dem langfristigen Wachstumspfad gewesen. Statt hektischer Umschichtungen sollten Konsolidierungen genutzt werden, um Positionen strategisch zu überdenken. Multi-Asset-Strategien würden hier den Vorteil bieten, dass unterschiedliche Anlageklassen unterschiedlich auf Marktereignisse reagieren würden und die Gesamtschwankung so verringert werde. Eine Reduktion der Aktienquote sollte nur in echten Bärenmärkten erfolgen, also bei massiv überdurchschnittlichen Verlusten, nicht bei normalen Korrekturen.
Solche Phasen seien oft geprägt von panikartigen Verkaufswellen. Diesen müsse mit einem klaren Regelwerk für Ein- und Ausstieg sowie einer bewussten Risikoreduktion begegnet werden. Auch in Krisenzeiten bleibe die Grundüberzeugung bestehen: Eine kontinuierliche Aktienmarkt-Investition sei unerlässlich. Eine vollständige Reduktion auf null sei dagegen nicht empfehlenswert. Der Aufschwung nach einem Bärenmarkt komme häufig überraschend und sei stark. Eine beständige, wenn auch reduzierte Aktienquote gewährleiste, dass Anleger nicht den Anschluss verlieren würden.
Fazit
In einer Welt wachsender Unsicherheiten und struktureller Umbrüche würden sich Multi-Asset-Strategien als robuste Lösung für langfristig orientierte Anleger bewähren. Sie würden verschiedene Anlageklassen kombinieren, Schwankungen reduzieren und gezielt Chancen nutzen - ohne sich von kurzfristiger Hektik leiten zu lassen. Entscheidend sei ein aktives Management, das geopolitische Risiken ebenso wie makroökonomische Wendepunkte einpreise. Die strategische Diversifikation bilde dabei das stabile Fundament. Gerade in volatilen Zeiten würden sich Disziplin, Erfahrung und ein klar strukturiertes Regelwerk - insbesondere in Extremphasen - als Erfolgsfaktoren erweisen. Wer mit ruhiger Hand durch Marktzyklen navigiere, lege den Grundstein für nachhaltigen Anlageerfolg. (Ausgabe vom 31.03.2025) (14.04.2025/ac/a/m)
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