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Investmentausblick Juli: Was wäre wenn Trump der nächste US-Präsident wird?




30.07.24 12:44
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Was hat Grover Cleveland, was Donald Trump nicht hat? Cleveland ist bis heute der einzige US-amerikanische Präsident mit zwei Amtszeiten, die nicht aufeinander folgten. Auch wenn die Einstellung dieses Rekords nicht Trumps größte Motivation sein mag, so scheinen die Chancen hierfür aktuell gut zu stehen, so die Analysten von DONNER & REUSCHEL.

Ohne Konkurrenz in der eigenen Partei und nach dem glimpflich überstandenen Attentat erscheine Trump heute stärker denn je.

Was wäre wenn Trump tatsächlich der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werde? Dann wäre er nicht nur der erste Republikaner, dem Clevelands Kunststück gelinge, sondern seine zweite Präsidentschaft könnte für weitaus dramatischere Entwicklungen sorgen, als den Europäern lieb sei. Trump möge kein echter Visionär sein, der seine Ziele kühl kalkulierend zu erreichen versuche. Gefährlich für das Establishment und seine vermeintlich rational agierenden politischen Gegner sei sein impulsives Vorgehen. Bei Betrachtung des teilweise kindisch anmutenden Verhaltens Trumps während seiner Präsidentschaft und seiner Handlungen nach der letzten Wahl in Verbindung mit dem Supreme-Court-Urteil hinsichtlich seiner Immunität könnte man ihn somit auf dem "richtigen" Weg wähnen. Schließlich sei das "System Trump" organisatorisch heute weiter als vor der letzten Wahl.

Vielleicht wisse Trump selbst nicht so richtig, welche großen Ziele er verfolge? Was könne einem narzisstischen Mann Ende 70, der sich Zeit seines Lebens auf der Sonnenseite aufgehalten habe, noch DAS Erfolgsgefühl geben? Zweifelsohne böte sich der Kampf gegen das Establishment und das von diesem geschaffene "System" - die Nachkriegsordnung - an. Auch wenn Trump immer wieder abgewiegelt hat, so scheinen ihm das Wesen der NATO-Partnerschaft und die aus seiner Sicht asymmetrisch gelagerten Verantwortungen ein Dorn im Auge - in dem er einen ungerechtfertigten Vorteil für die EU sieht, so die Analysten von DONNER & REUSCHEL.

Schon vor Jahren habe man beim Tischgespräch die Sicht von US-Regierungsvertretern erahnen können - demnach insbesondere Deutschland Profiteur von einer vermeintlichen Vierecks-Beziehung gewesen sei: Sich von den Amerikanern beschützen lassen, günstige russische Energie beziehen und Handel mit den Chinesen betreiben. Dass das nicht ewig weitergehen könne, habe damals schon auf der Hand gelegen.

Mittlerweile habe sich zwar in Europa die Erkenntnis verbreitet, sich mehr um die eigene Sicherheit zu kümmern. In der Realität geschehe jedoch wenig, um die potenziell klaffende sicherheitspolitische Lücke zu füllen. Gerade die Politik hierzulande beschäftige sich unter ideologischer Färbung mehr mit Umverteilungsthemen als mit dem Erfordernis, Leistungswille und -incentivierung herzustellen. Beides wären notwendige Bedingungen für mehr gesellschaftliche Resilienz und Robustheit gegenüber negativen, globalen Entwicklungen in der Zukunft.

Historisch gesehen habe sich der US-Aktienmarkt nach einem Sieg der Demokraten besser entwickelt. Trumps Agenda sehe aber starke Steuersenkungen vor - so sollten etwa die Steuern für Unternehmen auf 15 Prozent sinken. Dies wäre positiv für den US-Aktienmarkt. Die Demokraten hingegen möchten die Steuern von derzeit 21% auf 28% erhöhen. Seine geplanten Zölle sollten sich positiv auf kleine und mittelständische Unternehmen auswirken, die wenig Lieferanten im Ausland hätten.

- Das Streben nach allumfassender Macht berge eine Gefahr für die US-Technologiekonzerne. Trump könnte versuchen, die Geschäftemodelle von Microsoft, Apple und Co zu beschneiden. Viele Unternehmen hätten sich in der Vergangenheit gegen Trump positioniert. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Microsoft im Jahr 2000 die Zerschlagung wegen monopolistischer Stellung gedroht habe. In diesem Fall sei die Präsidentschaftswahl zu Hilfe gekommen: Nach dem Wahlsieg Bushs habe das Justizministerium eine Zerschlagung nicht mehr angestrebt.

- Auch Aktien aus Ländern mit großen Handelsüberschüssen wie China, Japan, und Europa könnte aufgrund der angekündigten Zölle Ungemach drohen. Dies gelte insbesondere für den Automobilsektor. Der Finanzsektor könnte im Zuge einer Deregulierung zu den großen Gewinnern gehören. Ähnliches gelte für den Energie- und Rohstoffsektor. Der Bereich der erneuerbaren Energien hingegen könnte leiden.

- Im Zinsbereich erwarten die Analysten von DONNER & REUSCHEL künftig eine steilere US-Kurve - längerfristige Zinsen könnten also relativ zu kurzfristigen Zinsen steigen. Dies käme auch einem positiven Impuls für den US-Dollar gleich, der sich im Zuge von potenziellen Zöllen verstärken dürfte.

Laut US-Historikern habe der von Grover Cleveland geführte Wahlkampf - mit Fokus auf moralische Integrität - zu den schmutzigsten der US-amerikanischen Geschichte gehört. Ob sich diese wohl wiederhole? (Ausgabe Juli 2024) (30.07.2024/ac/a/m)








 
 
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