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Internationale Börsen im Überblick




24.02.26 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, dass US-Präsident Donald Trump mit der Nach Nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, dass US-Präsident Donald Trump mit der Einführung pauschaler Importzölle auf Grundlage eines Notstandsgesetzes seine Befugnisse überschritten hatte, kündigte Trump am Wochenende umgehend neue Zölle an, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Dieses Mal stütze er sich auf Abschnitt 122 des Trade Act of 1974 und verhänge einen globalen Basiszoll von 15%, der zunächst für 150 Tage gelten solle, um internationale Handelsungleichgewichte auszugleichen. Nun stehe die Frage im Raum, welche Auswirkungen dies auf das Handelsabkommen zwischen den USA und der EU habe. Denn die EU gelte als Verlierer des neuen 15%-Zolls, da die durchschnittliche Zolllast dadurch um 0,8 Basispunkte steige. Darüber hinaus scheine der komparative Vorteil der EU entfallen zu sein, da nun auch Länder ohne Handelsabkommen, wie zum Beispiel China oder Indien, diesem teilweise niedrigeren Zollsatz unterlägen. Das Europäische Parlament habe die Umsetzung des bereits im Vorjahr ausgehandelten Handelsabkommens vorläufig ausgesetzt, halte jedoch grundsätzlich daran fest und lehne eine weitere Erhöhung der Zölle ab. "Ein Deal ist ein Deal", habe die Kommission betont. Bevor die EU Entscheidungen über das weitere Vorgehen treffen könne, brauche sie allerdings klare Angaben der US-Seite, welche Schritte die USA nun unternehmen wollten. Sollte das Abkommen jedoch tatsächlich scheitern, könnten verhandelte Nullzoll-Ausnahmen wie etwa auf Flugzeuge und Ersatzteile sowie die 15%-Obergrenze auf sektorale Zölle entfallen.

Die Supreme-Court-Entscheidung sei an den Märkten bereits weitgehend eingepreist gewesen, ebenso wie eine Gegenreaktion Trumps, sodass es an den globalen Aktienmärkten zu keinen großen Verwerfungen gekommen sei. Auf internationaler Ebene sei der Zolldruck sogar gesunken: Laut Global Trade Alert liege der handelsgewichtete Durchschnittszoll nun bei 13,2%, nach 15,3% vor der Aufhebung der reziproken Zölle. Dennoch stehe fest: Die Unsicherheiten rund um das Thema Zölle nähmen wieder zu und würden dieses Jahr wohl weiterhin für erhöhte Volatilität sorgen.

An den europäischen Aktienmärkten sei die Reaktion entsprechend negativ ausgefallen. Der DAX habe um rund 1,1 % nachgegeben, der EURO STOXX 50 habe 0,3% verloren. Der ATX habe sich dem Abwärtstrend hingegen leicht entziehen können und mit einem Plus von etwa 0,2% geschlossen. Auch die US-Börsen hätten den Handelstag im Minus beendet. Der Dow Jones sei um rund 1,7% abgerutscht und habe damit ein Ein-Monats-Tief markiert. Der S&P 500 habe 1% eingebüßt. Der NASDAQ 100 sei neben den anhaltenden Zollunsicherheiten zusätzlich von einem erneut schwächelnden Softwaresektor belastet worden und sei 1,2% tiefer aus dem Handel gegangen. Das Disruptionspotenzial von KI bereite Investoren in diesem Segment nach wie vor Kopfzerbrechen.

Der Iran habe laut einem ranghohen iranischen Beamten angekündigt, bereit zu sein, Zugeständnisse an seinem Atomprogramm zu machen, im Austausch für die Aufhebung von Sanktionen und die Anerkennung seines Rechts auf Urananreicherung. Der Ölpreis, der in den vergangenen Tagen von einer Zuspitzung des Konflikts zwischen Washington und Teheran profitiert habe, habe daraufhin gestern leicht verloren. Ein Fass der Nordseesorte Brent koste derzeit rund USD 72. In Zeiten erhöhter geo- und handelspolitischer Unsicherheiten könne Gold als sicherer Hafen profitieren. Dies sei auch gestern der Fall gewesen, eine Feinunze koste derzeit rund USD 5.200. Der Bitcoin habe gestern hingegen an Wert verloren und notiere aktuell bei rund USD 63.000.

Die asiatischen Börsen würden sich heute Morgen uneinheitlich zeigen. Während Festland-China und Japan Gewinne verbuchen würden, handle Hongkong derzeit klar im Minus (24.02.2026/ac/a/m)







 
 
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