Erweiterte Funktionen


Internationale Börsen im Überblick




11.07.25 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Weiter leicht aufwärts ging es am Donnerstag mit den US-Aktienmärkten, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).


Die Rally werde vorwiegend von Hoffnungen auf eine Einigung im Zollstreit zwischen der EU und den USA und dem Dauerbrenner KI sowie der Erwartung, dass die US-Notenbank in diesem Jahr noch Zinssenkungen vornehmen könnte, getragen. Da die FED in Bezug auf Letzteres den US-Arbeitsmarkt genau beobachte, seien die Augen der Anleger gestern auch auf die Bekanntgabe der wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ausgerichtet gewesen. Nach dem überraschend starken Beschäftigtenstand der vergangenen Woche habe sich die Anlegerschaft zusätzliche Rückschlüsse auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank erhofft, wobei nur ein unerwarteter und deutlicher Anstieg der "Jobless Claims" die im Markt vorhandenen Zinssenkungserwartungen untermauern hätte können. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sei aber überraschend um 5.000 auf 227.000 gesunken, obwohl ein Anstieg von 2.000 erwartet worden sei. Da die Zahlen anders als erwartet gekommen, hätten auch die verbreiteten Zinssenkungsfantasien einen Dämpfer erhalten und seien an den Börsen verhalten aufgenommen worden. Im Sitzungsverlauf sei die Beurteilung auf den zweiten Blick aber etwas positiver ausgefallen, wodurch die US-Märkte wieder nach oben gedreht hätten.

Zudem seien aufgrund der jüngsten Zoll-Eskapaden in Bezug auf die neu versandten "Tarif-Briefe" von Donald Trump keine größere Verunsicherung an den Börsen festzustellen gewesen. Man habe sich offensichtlich daran gewöhnt. Abgesehen von dem für den Welthandel durchaus wichtigen Brasilien (Zölle von zuvor 10% auf drastische 50% angehoben) sowie den Kupferimporten habe Trump Strafzölle auf Importe aus weiteren Ländern angekündigt, darunter 20% auf Waren aus den Philippinen, 30% auf Importe aus Sri Lanka, Algerien, Irak und Libyen sowie 25% auf Brunei und Moldau. Bereits zuvor habe er 25%-Zölle für Südkorea und Japan verhängt, sollten bis zum 1. August keine Handelsabkommen erzielt werden. Die Verhandlungen zwischen der EU und den USA schienen unterdessen auf Hochtouren zu laufen, was das ausbleibende "Brieflein" erklären dürfte. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič habe sich optimistisch geäußert, dass ein Deal bereits in den kommenden Tagen möglich sei. Auch von US-Seite seien die Fortschritte positiv hervorgestrichen worden, wodurch die Hoffnung auf einen baldigen Kompromiss weiter genährt worden sei. Besonders die europäische Autoindustrie stehe im Fokus der Gespräche, bei denen es um Zollsenkungen, Quoten und Ausgleichsmaßnahmen gehe. In Bezug auf Kanada habe Trump später noch einen Zollsatz von 35% auf Importe angekündigt - eine Erhöhung gegenüber den bisherigen 25%. Begründet worden sei dieser Vorstoß wieder einmal mit dem Fentanyl-Schmuggel und unfairen Handelspraktiken, insbesondere im Agrarsektor.

In diesem Umfeld hätten sich die europäischen Indices nicht ganz einheitlich entwickelt. Während der österrehische ATX zur Schlussglocke einen Zugewinn in Höhe von 0,26% über die Ziellinie habe retten können, hätten sowohl der deutsche DAX als auch sein europäisches Pendant EURO STOXX 50 den Handelstag um 0,38% bzw. 0,14% leicht tiefer beendet. Die Zahlen vom Arbeitsmarkt würden auch in New York für Ernüchterung sorgen. Die großen Wall-Street-Indices würden leicht schwächer eröffnen und damit zunächst nicht an die Gewinne des Vortags anknüpfen. Allerdings seien die Daten im Sitzungsverlauf positiver interpretiert worden, wodurch die Rekordjagd weiter fortgesetzt worden sei. So habe der mehrheitlich mit Standardwerten bestückte Dow Jones den Tag mit einem Zugewinn in Höhe von 0,43% beendet. Ähnlich sei es auch dem marktbreiten S&P 500 sowie dem NASDAQ Composite ergangen, welche mit einem Kursplus von 0,43% sowie 0,09% die Ziellinie auf einem neuen Rekordniveau durchschritten hätten. Der technologielastige Auswahlindex NASDAQ 100 habe hingegen knapp 0,2% abgeben müssen.

Was den Datenkalender betreffe, so glänze dieser heute nur mit gähnender Leere. Und in Bezug auf die in den Startlöchern stehende Berichtssaison herrsche noch einmal die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm, denn bereits in der kommenden Woche würden die großen US-Finanzinstitute ihre Bücher öffnen. Investoren würden gespannt auf die Berichtssaison für das zweite Quartal blicken, die erstmals tiefere Einblicke geben könnte, wie Unternehmen mit der neuen Ära handelspolitischer Unsicherheiten umgehen würden - und wie widerstandsfähig sich ihre Aktienkurse präsentieren würden. Nach einem durch Zölle ausgelösten Ausverkauf im April hätten sich die Märkte rasch erholt und neue Höchststände erreicht, nachdem US-Präsident Trump die angekündigten Zölle für 90 Tage ausgesetzt habe - ein Zeitraum, der das gesamte zweite Quartal abgedeckt habe. Nachdem aber zuletzt viele Unternehmen aufgrund der Unsicherheit ihre Prognosen zurückgezogen hätten, werde es wohl weniger auf die konkret vermeldeten Zahlen als vielmehr auf die Ausblicke der Unternehmen ankommen.

An den Rohstoffmärkten sei Öl gestern nicht gefragt gewesen, während Gold leicht habe zulegen können. Der Bitcoin als bekanntester Vertreter der Kryptowährungen habe gestern hingegen klar zulegen können und notiere heute Morgen bei knapp USD 118.000 auf einem neuen Rekordwert. (11.07.2025/ac/a/m)







 
 
Aktien des Tages



Werte im Artikel
77.350 plus
+3,26%
13,22 plus
+2,96%
24.702 plus
+2,27%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
Aktien des Tages

RSS Feeds




Bitte warten...