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Internationale Börsen im Überblick




30.05.25 08:52
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Das Hin und Her in Sachen US-Zölle geht munter weiter, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Inzwischen brauche es nicht einmal mehr den sprunghaften US-Präsidenten selbst um seine per Dekreten ausgerufenen Zölle zu revidieren. Nun würden das auch die Gerichte machen - und zwar inklusive Revision der Revision. Ein weiterer Akt in einem bizarren Schauspiel. Die Märkte hätten jedoch besonnen reagiert. Man könnte auch sagen, dramatische Meldungen aus der wichtigsten Wirtschaftsmacht der Erde würden einfach nicht mehr für voll genommen, weil man (zurecht) erwarten dürfe, dass sie tags darauf ohnehin schon wieder obsolet seien. Somit hätten die Nachrichten zum US-Gerichtsurteil gegen die meisten der von US-Präsident Donald Trump verfügten Zölle am Donnerstagmorgen zunächst für nur schaumgebremst steigende Kurse an Europas Aktienmärkten gesorgt und im weiteren Verlauf habe sich bereits Ernüchterung und Zurückhaltung breitgemacht. Zurecht, denn das Urteil sei von der Berufungs-Instanz noch schneller als erwartet wieder ausgesetzt worden. In Summe habe der DAX gestern 0,4% auf 23.933 Punkte verloren, nach einem Tageshoch bei 24.255 Punkten. Der EURO STOXX 50 habe um 0,1% nachgegeben und der österreichische ATX um 0,2%. Wegen des Feiertages "Christi Himmelfahrt" seien die Börsen in einigen Teilen Europas, wie in Finnland, Dänemark, Norwegen, Schweden und der Schweiz, geschlossen geblieben.

Die Zoll-Politik samt Gerichtsurteilen habe am Donnerstag natürlich auch das Geschehen an der Wall Street dominiert. Zunächst habe das US-Gericht für Internationalen Handel die von Trump verhängten Strafzölle für nichtig erklärt. Doch ein Bundesberufungsgericht habe die umfangreichen Zölle im späten Handel wieder in Kraft gesetzt. Es sei allerdings keine Begründung mitgeteilt worden. Der US-Aktienmarkt habe mit einem leichten Plus auf die Entwicklungen reagiert. Der Dow Jones Industrials habe 0,3% gewonnen, der S&P 500 und der NASDAQ 100 hätten sich um nicht viel mehr oder weniger verbessert. Die Technologiewerte hätten etwas Rückenwind von NVIDIA erhalten. Der KI-Chipausrüster vom Dienst habe am Vortag nach Börsenschluss überraschend starke Quartalszahlen vorgelegt und einen optimistischen Ausblick gegeben.

Ein Treffen zwischen Präsident Trump und FED-Chairman Jerome Powell habe für keine Reaktionen am Markt gesorgt. Laut FED-Mitteilung habe Powell dabei nicht seine Erwartungen an die Zinspolitik erörtert. "Der Präsident hat gesagt, dass er glaubt, dass der FED-Chairman einen Fehler macht, wenn er die Zinsen nicht senkt, was für uns einen wirtschaftlichen Nachteil gegenüber China und anderen Ländern bedeutet", habe die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gesagt.

Konjunkturseitig sei die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche entgegen den Erwartungen angestiegen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des ersten Quartals habe in zweiter Lesung eine geringere Schrumpfung der US-Wirtschaft angezeigt als erwartet und als in der ersten Veröffentlichung gemeldet. Der von der US-Notenbank als Inflationsmaß favorisierte Deflator für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) sei um 3,6% gestiegen nach einem Anstieg von 2,4% im Vorquartal. Diese Makrodaten würden im Prinzip weiter dafür sprechen, dass die US-Notenbank die Zinsen zunächst auf dem aktuellen Niveau belasse.

Die Ölpreise würden vorerst weiter unter Druck bleiben. Es werde ein Anhalten des steigenden Angebots durch die OPEC+ befürchtet. Somit koste ein Fass der Nordseesorte Brent weiterhin nur rund USD 64. Auch der Goldpreis sei in den letzten 48 Stunden wenig verändert im Bereich von USD 3.300 je Feinunze verblieben. Auf hohem Niveau rückläufig zeige sich jüngst hingegen der Bitcoin. Die Benchmark unter den Krypto-"Währungen" notiere heute Morgen bei rund USD 106.000.

Die asiatischen Börsen würden sich heute Morgen einheitlich in negativem Terrain befinden. Das Tagesminus betrage aktuell zwischen 0,2% (TOPIX/Japan) und 1,8% (HSCE/China). Für Europa würden die Frühindikationen hingegen auf eine Eröffnung leicht oberhalb der Vortagesschlusskurse hindeuten. Im Datenkalender stünden für heute vornehmlich Preisdaten, die natürlich eine gewisse Relevanz für kommende Zinsentscheidungen der großen Notenbanken haben könnten. (30.05.2025/ac/a/m)







 
 
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