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München (www.aktiencheck.de) - Die Gewinne europäischer Unternehmen werden auch im ersten Quartal voraussichtlich wieder kräftig zugelegt haben, so Marc Decker, so Stellvertretender Leiter Aktien bei Merck Finck a Quintet Private Bank.
Die Konsensschätzungen für Q1 lägen in Europa bei einem Wachstum von ca. 20 Prozent beim Gewinn pro Aktie im Jahresvergleich. Für den STOXX 600 (ISIN: EU0009658202, WKN: 965820) seien seit Beginn des ersten Quartals die Gewinnerwartungen pro Aktie um sieben Prozent nach oben korrigiert worden. Dies stelle eine beachtliche Aufwärtsrevision für das erste Quartal dar. Dabei müsse jedoch im Auge behalten werden, dass diese Aufwärtskorrekturen insbesondere rohstoffbezogene Unternehmen betreffen würden.
Die Entwicklung im ersten Quartal dürfe jedoch nicht auf das gesamte Jahr hochgerechnet werden. Denn vor allem in Europa werfe der Krieg in der Ukraine weite Schatten auf das Wirtschaftswachstum. Kombiniert mit steigenden Zins- und Inflationszahlen sowie weiterhin bestehenden Problemen bei den Lieferketten, sei Skepsis angebracht. Insgesamt würden Umfragen unter Marktteilnehmern und Unternehmen vermuten lassen, dass Stimmungsindikatoren als auch Verbraucherumfragen im Sinken begriffen seien. Das Verbrauchervertrauen sei in der Eurozone zuletzt sehr stark gesunken und befinde sich auf einem fast rezessiven Niveau. Dies deute darauf hin, dass die Unternehmenszahlen für das zweite Quartal und das gesamte Jahr 2022 zumindest leicht nach unten revidiert werden sollten.
Allerdings müsse auch hier differenziert werden, denn für Energie- oder Grundstofftitel würden die Gewinn- und Wachstumsschätzungen stark nach oben zeigen. Insgesamt gehe Decker davon aus, dass aufgrund der makroökonomischen und geostrategischen Gemengelage, die sich beispielsweise in stark steigenden Energie- und Rohstoffkosten niederschlage, die Nettogewinnspannen und damit den Gewinn je Aktie belasten würden. Er erwarte für 2022 ein Wachstum des Gewinns je Aktie im niedrigen einstelligen Bereich gegenüber Konsensschätzungen im niedrigen zweistelligen Bereich. Sobald man jedoch Rohstoff- und Energieaktien aus der Betrachtung herausnehme, würden auch hier die Wachstumsraten für den Gewinn pro Aktie in den einstelligen Bereich zurückfallen. Interessant sei auch, dass sich die Gewinnspannen europäischer Aktien in der Nähe eines Allzeithochs befinden würden. Allerdings sei davon auszugehen, dass sie durch die höheren Inputkosten ebenfalls unter Druck geraten würden. Durch die Ergebnisse der letzten Quartale liege die Messlatte für positive Überraschungen vor allem in Bezug auf das Margenniveau hoch. Daher müsse die Entwicklung hier genau beobachtet werden.
Als Fazit gehe Decker davon aus, dass das generelle Umfeld für globale Aktien zwar solide bleiben werde, sich jedoch die Geschäftserwartungen als auch die Konsensgewinnschätzungen sukzessive zurückentwickeln würden. (20.04.2022/ac/a/m)
Die Konsensschätzungen für Q1 lägen in Europa bei einem Wachstum von ca. 20 Prozent beim Gewinn pro Aktie im Jahresvergleich. Für den STOXX 600 (ISIN: EU0009658202, WKN: 965820) seien seit Beginn des ersten Quartals die Gewinnerwartungen pro Aktie um sieben Prozent nach oben korrigiert worden. Dies stelle eine beachtliche Aufwärtsrevision für das erste Quartal dar. Dabei müsse jedoch im Auge behalten werden, dass diese Aufwärtskorrekturen insbesondere rohstoffbezogene Unternehmen betreffen würden.
Allerdings müsse auch hier differenziert werden, denn für Energie- oder Grundstofftitel würden die Gewinn- und Wachstumsschätzungen stark nach oben zeigen. Insgesamt gehe Decker davon aus, dass aufgrund der makroökonomischen und geostrategischen Gemengelage, die sich beispielsweise in stark steigenden Energie- und Rohstoffkosten niederschlage, die Nettogewinnspannen und damit den Gewinn je Aktie belasten würden. Er erwarte für 2022 ein Wachstum des Gewinns je Aktie im niedrigen einstelligen Bereich gegenüber Konsensschätzungen im niedrigen zweistelligen Bereich. Sobald man jedoch Rohstoff- und Energieaktien aus der Betrachtung herausnehme, würden auch hier die Wachstumsraten für den Gewinn pro Aktie in den einstelligen Bereich zurückfallen. Interessant sei auch, dass sich die Gewinnspannen europäischer Aktien in der Nähe eines Allzeithochs befinden würden. Allerdings sei davon auszugehen, dass sie durch die höheren Inputkosten ebenfalls unter Druck geraten würden. Durch die Ergebnisse der letzten Quartale liege die Messlatte für positive Überraschungen vor allem in Bezug auf das Margenniveau hoch. Daher müsse die Entwicklung hier genau beobachtet werden.
Als Fazit gehe Decker davon aus, dass das generelle Umfeld für globale Aktien zwar solide bleiben werde, sich jedoch die Geschäftserwartungen als auch die Konsensgewinnschätzungen sukzessive zurückentwickeln würden. (20.04.2022/ac/a/m)
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