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London (www.aktiencheck.de) - Die Performance chinesischer Aktien war 2025 in allen wichtigen Indices beachtlich, so Victoria Mio, Head of Greater China Equities bei Janus Henderson Investors.
Der MSCI China Index habe bis August um 26,62% zugelegt, während die 12-Monats-Rendite 44,24% erreicht habe. Der Hang Seng Index habe eine Rendite von 15,4% in lokaler Währung erzielt und damit weltweit an dritter Stelle hinter Gold und dem DAX gelegen. Diese Performance sei in erster Linie von Technologie- und Biopharma-Aktien getragen worden - der Hang Seng Tech Index habe seit Jahresbeginn um fast 30% zugelegt.
Bullenmarkt: Fünf Säulen für nachhaltiges Wachstum
Das Bullen-Szenario für chinesische Aktien stütze sich auf fünf entscheidende Säulen. Sie würden darauf hindeuten, dass diese Rally den Beginn eines mehrjährigen Bullenmarktes darstelle und nicht nur eine vorübergehende Erholung sei.
Beispiellose strukturelle politische Unterstützung
Die chinesische Regierung habe ihren Kurs grundlegend geändert: vom Skeptiker zum aktiven Befürworter des Marktes. Sie unterstütze die Aktienmärkte mit beispiellosen politischen Maßnahmen. Die Erklärung der chinesischen Volkszeitung, Finanzen seien von "nationaler Bedeutung", signalisiere, dass Peking die Bedeutung effizienter Kapitalmärkte für das Produktivitätswachstum erkannt habe. Der Markteintritt staatlich gelenkter Investoren und die Aufstockung der ETF-Bestände würden die Entschlossenheit zeigen, den Kapitalmarkt stabil zu halten. Das Vertrauen in den Markt sei dadurch gestärkt und die Anlegerstimmung deutlich verbessert worden - was sich in der Stabilisierung und Erholung des A-Aktienmarktes widerspiegele.
Enormes Umschichtungspotenzial privater Ersparnisse
Chinesische Haushalte würden im Vergleich zu den Trends vor Corona über 55 Billionen Renminbi (7,6 Billionen US-Dollar) überschüssige Einlagen verfügen - der weltweit größte Pool potenzieller Aktienmarkt-Liquidität. Historische Präzedenzfälle würden die transformative Kraft der Umschichtung von Haushaltssparvermögen belegen. In den Jahren 2009 und 2014-2015 hätten solche Umschichtungen zu Kursanstiegen von 103% bzw. 159% geführt, die durchschnittlich 14 Monate angehalten hätten. Da die Einlagenzinsen auf nahezu null gesunken seien und die Immobilienmärkte weiterhin rückläufig seien, würden Aktien die einzige rentable Alternative für chinesische Sparer, die Erträge erzielen möchten, darstellen.
Technologieführerschaft dank KI-Durchbruch
Chinas Durchbruch mit DeepSeek R1 habe die globale Wettbewerbsdynamik im KI-Bereich grundlegend verändert: Chinesische Unternehmen hätten bewiesen, dass sie zu deutlich geringeren Kosten das Leistungsniveau von OpenAI erreichen könnten. Das Ziel des Staatsrats, bis 2030 eine KI-Durchdringung von 90% zu erreichen, gebe eine klare politische Richtung vor. Und China habe in der Vergangenheit solche Ziele bereits vorzeitig erreicht (die EV-Durchdringung habe das 25%-Ziel drei Jahre früher als geplant erreicht). Die Entwicklung eines vollständig integrierten heimischen KI-Stacks verringere die Abhängigkeit von US-Technologie und schaffe gleichzeitig Exportmöglichkeiten für den Globalen Süden durch digitale "Belt and Road"-Initiativen.
Attraktive Bewertungen bei verbesserter Qualität
Trotz deutlich verbesserter Unternehmensgewinne in den letzten fünf Jahren würden chinesische Aktien mit erheblichen Abschlägen gegenüber ihren globalen Pendants gehandelt. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis des MSCI China von 12,48x sei im Vergleich zum S&P 500 mit 20,72x günstig. China sei zu Beginn der aktuellen Rally gegenüber dem fairen Wert um etwa 50% unterbewertet gewesen.
Globale Reallokationsdynamik begünstigt China
Die massive institutionelle Untergewichtung chinesischer Aktien weltweit schaffe bei verbesserter Performance erhebliches Umschichtungspotenzial. Die Gewichtung des MSCI China liege bei unter 30% gegenüber 40 % im Jahr 2018. Globale aktive Fonds müssten Aktien im Wert von rund 400 Mrd. US-Dollar kaufen, um ihre Untergewichtung auszugleichen. Die Zuflüsse ausländischer Long-only-Fonds hätten im Juli 2025 2,7 Mrd. US-Dollar erreicht. Damit habe sich der Trend gegenüber den Vormonaten aufgrund der verbesserten Stimmung beschleunigt.
Auswirkungen auf die Anlagestrategie
Diese fünf Säulen würden darauf hindeuten, dass chinesische Aktien in einen strukturellen Bullenmarkt übergehen würden - mit einem Aufwärtspotenzial von 35 bis 40% über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse würden von aktuell 11 bis 12 auf historische Höchststände von 15 bis 16 steigen.
Bärenmarkt: Drei kritische Risikofaktoren
Obwohl die Argumente für chinesische Aktien überzeugend erscheinen würden, könnten mehrere strukturelle und zyklische Risiken erhebliche Korrekturen oder anhaltende Baissebedingungen auslösen.
Krise im Immobiliensektor - struktureller Gegenwind
Die anhaltende Immobilienkrise stelle die größte strukturelle Gefahr für chinesische Aktien dar: 70% des Vermögens der Verbraucher seien an Immobilien gebunden. Der Vermögensverlust wirke sich bereits negativ auf den Konsum aus. Diese Krise führe zu einer negativen Rückkopplungsschleife: Sinkende Immobilienwerte würden das Vermögen der Haushalte verringern. Das wiederum dämpfe den Konsum, schwäche die Unternehmensgewinne und erhöhe den Druck auf die Vermögenspreise weiter.
Risiko einer Deflationsspirale - ein Gewinnvernichter
China erlebe den stärksten Deflationsdruck seit Ende der 1990er Jahre - die Preise ab Werk seien bis Juli 2025 34 Monate in Folge gesunken. Das deflationäre Umfeld führe zu einem Teufelskreis: Unternehmen würden Investitionen in Erwartung niedrigerer Kosten in der Zukunft verschieben, Verbraucher Käufe in Erwartung sinkender Preise verschieben und Unternehmen sich einen ruinösen Wettbewerb liefern, um ihren Marktanteil zu halten. Dieses Phänomen der "Involution" habe sich so stark ausgeprägt, dass Peking es offiziell in politischen Dokumenten anerkannt habe.
Geopolitische und systemische Risiken
Mehrere geopolitische Spannungen würden potenziell "Schwarzer-Schwan"-Ereignisse schaffen, die zu schneller Kapitalflucht führen könnten. Die demografischen Herausforderungen würden sich verschärfen. Die Geburtenrate in China sei von 10,4 Geburten pro 1.000 Einwohner im Jahr 2019 auf einen Rekordtiefstand von 6,4 Geburten im Jahr 2023 gefallen. Dies führe zu langfristigen strukturellen Herausforderungen für das Konsumwachstum und die Nachfrage nach Immobilien. Die Auswirkungen des Währungskriegs zwischen CBDC- und Stablecoin-Strategien würden das Risiko für das Finanzsystem zusätzlich erhöhen.
Auswirkungen auf die Anlagestrategie
Zu den sektorspezifischen Schwachstellen würden der strukturelle Rückgang im Immobilien-/Bauwesen, der durch den Wegfall des Vermögenseffekts beeinträchtigte Konsumgüterbereich und die durch Exportkontrollen betroffene Technologiebranche zählen. Das historische Muster der chinesischen Märkte, das von "kurzen, explosiven Haussephasen, gefolgt von langen, schmerzhaften Baissephasen" geprägt sei, bleibe bestehen. Die Präsenz staatlich gelenkter Investoren habe jedoch die Volatilität abgeschwächt. (17.09.2025/ac/a/m)
Der MSCI China Index habe bis August um 26,62% zugelegt, während die 12-Monats-Rendite 44,24% erreicht habe. Der Hang Seng Index habe eine Rendite von 15,4% in lokaler Währung erzielt und damit weltweit an dritter Stelle hinter Gold und dem DAX gelegen. Diese Performance sei in erster Linie von Technologie- und Biopharma-Aktien getragen worden - der Hang Seng Tech Index habe seit Jahresbeginn um fast 30% zugelegt.
Bullenmarkt: Fünf Säulen für nachhaltiges Wachstum
Das Bullen-Szenario für chinesische Aktien stütze sich auf fünf entscheidende Säulen. Sie würden darauf hindeuten, dass diese Rally den Beginn eines mehrjährigen Bullenmarktes darstelle und nicht nur eine vorübergehende Erholung sei.
Beispiellose strukturelle politische Unterstützung
Die chinesische Regierung habe ihren Kurs grundlegend geändert: vom Skeptiker zum aktiven Befürworter des Marktes. Sie unterstütze die Aktienmärkte mit beispiellosen politischen Maßnahmen. Die Erklärung der chinesischen Volkszeitung, Finanzen seien von "nationaler Bedeutung", signalisiere, dass Peking die Bedeutung effizienter Kapitalmärkte für das Produktivitätswachstum erkannt habe. Der Markteintritt staatlich gelenkter Investoren und die Aufstockung der ETF-Bestände würden die Entschlossenheit zeigen, den Kapitalmarkt stabil zu halten. Das Vertrauen in den Markt sei dadurch gestärkt und die Anlegerstimmung deutlich verbessert worden - was sich in der Stabilisierung und Erholung des A-Aktienmarktes widerspiegele.
Enormes Umschichtungspotenzial privater Ersparnisse
Chinesische Haushalte würden im Vergleich zu den Trends vor Corona über 55 Billionen Renminbi (7,6 Billionen US-Dollar) überschüssige Einlagen verfügen - der weltweit größte Pool potenzieller Aktienmarkt-Liquidität. Historische Präzedenzfälle würden die transformative Kraft der Umschichtung von Haushaltssparvermögen belegen. In den Jahren 2009 und 2014-2015 hätten solche Umschichtungen zu Kursanstiegen von 103% bzw. 159% geführt, die durchschnittlich 14 Monate angehalten hätten. Da die Einlagenzinsen auf nahezu null gesunken seien und die Immobilienmärkte weiterhin rückläufig seien, würden Aktien die einzige rentable Alternative für chinesische Sparer, die Erträge erzielen möchten, darstellen.
Technologieführerschaft dank KI-Durchbruch
Chinas Durchbruch mit DeepSeek R1 habe die globale Wettbewerbsdynamik im KI-Bereich grundlegend verändert: Chinesische Unternehmen hätten bewiesen, dass sie zu deutlich geringeren Kosten das Leistungsniveau von OpenAI erreichen könnten. Das Ziel des Staatsrats, bis 2030 eine KI-Durchdringung von 90% zu erreichen, gebe eine klare politische Richtung vor. Und China habe in der Vergangenheit solche Ziele bereits vorzeitig erreicht (die EV-Durchdringung habe das 25%-Ziel drei Jahre früher als geplant erreicht). Die Entwicklung eines vollständig integrierten heimischen KI-Stacks verringere die Abhängigkeit von US-Technologie und schaffe gleichzeitig Exportmöglichkeiten für den Globalen Süden durch digitale "Belt and Road"-Initiativen.
Attraktive Bewertungen bei verbesserter Qualität
Trotz deutlich verbesserter Unternehmensgewinne in den letzten fünf Jahren würden chinesische Aktien mit erheblichen Abschlägen gegenüber ihren globalen Pendants gehandelt. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis des MSCI China von 12,48x sei im Vergleich zum S&P 500 mit 20,72x günstig. China sei zu Beginn der aktuellen Rally gegenüber dem fairen Wert um etwa 50% unterbewertet gewesen.
Die massive institutionelle Untergewichtung chinesischer Aktien weltweit schaffe bei verbesserter Performance erhebliches Umschichtungspotenzial. Die Gewichtung des MSCI China liege bei unter 30% gegenüber 40 % im Jahr 2018. Globale aktive Fonds müssten Aktien im Wert von rund 400 Mrd. US-Dollar kaufen, um ihre Untergewichtung auszugleichen. Die Zuflüsse ausländischer Long-only-Fonds hätten im Juli 2025 2,7 Mrd. US-Dollar erreicht. Damit habe sich der Trend gegenüber den Vormonaten aufgrund der verbesserten Stimmung beschleunigt.
Auswirkungen auf die Anlagestrategie
Diese fünf Säulen würden darauf hindeuten, dass chinesische Aktien in einen strukturellen Bullenmarkt übergehen würden - mit einem Aufwärtspotenzial von 35 bis 40% über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse würden von aktuell 11 bis 12 auf historische Höchststände von 15 bis 16 steigen.
Bärenmarkt: Drei kritische Risikofaktoren
Obwohl die Argumente für chinesische Aktien überzeugend erscheinen würden, könnten mehrere strukturelle und zyklische Risiken erhebliche Korrekturen oder anhaltende Baissebedingungen auslösen.
Krise im Immobiliensektor - struktureller Gegenwind
Die anhaltende Immobilienkrise stelle die größte strukturelle Gefahr für chinesische Aktien dar: 70% des Vermögens der Verbraucher seien an Immobilien gebunden. Der Vermögensverlust wirke sich bereits negativ auf den Konsum aus. Diese Krise führe zu einer negativen Rückkopplungsschleife: Sinkende Immobilienwerte würden das Vermögen der Haushalte verringern. Das wiederum dämpfe den Konsum, schwäche die Unternehmensgewinne und erhöhe den Druck auf die Vermögenspreise weiter.
Risiko einer Deflationsspirale - ein Gewinnvernichter
China erlebe den stärksten Deflationsdruck seit Ende der 1990er Jahre - die Preise ab Werk seien bis Juli 2025 34 Monate in Folge gesunken. Das deflationäre Umfeld führe zu einem Teufelskreis: Unternehmen würden Investitionen in Erwartung niedrigerer Kosten in der Zukunft verschieben, Verbraucher Käufe in Erwartung sinkender Preise verschieben und Unternehmen sich einen ruinösen Wettbewerb liefern, um ihren Marktanteil zu halten. Dieses Phänomen der "Involution" habe sich so stark ausgeprägt, dass Peking es offiziell in politischen Dokumenten anerkannt habe.
Geopolitische und systemische Risiken
Mehrere geopolitische Spannungen würden potenziell "Schwarzer-Schwan"-Ereignisse schaffen, die zu schneller Kapitalflucht führen könnten. Die demografischen Herausforderungen würden sich verschärfen. Die Geburtenrate in China sei von 10,4 Geburten pro 1.000 Einwohner im Jahr 2019 auf einen Rekordtiefstand von 6,4 Geburten im Jahr 2023 gefallen. Dies führe zu langfristigen strukturellen Herausforderungen für das Konsumwachstum und die Nachfrage nach Immobilien. Die Auswirkungen des Währungskriegs zwischen CBDC- und Stablecoin-Strategien würden das Risiko für das Finanzsystem zusätzlich erhöhen.
Auswirkungen auf die Anlagestrategie
Zu den sektorspezifischen Schwachstellen würden der strukturelle Rückgang im Immobilien-/Bauwesen, der durch den Wegfall des Vermögenseffekts beeinträchtigte Konsumgüterbereich und die durch Exportkontrollen betroffene Technologiebranche zählen. Das historische Muster der chinesischen Märkte, das von "kurzen, explosiven Haussephasen, gefolgt von langen, schmerzhaften Baissephasen" geprägt sei, bleibe bestehen. Die Präsenz staatlich gelenkter Investoren habe jedoch die Volatilität abgeschwächt. (17.09.2025/ac/a/m)
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