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Chinas Exporte ziehen an - Zollpolitik trifft deutschen Aktienmarkt




15.07.25 09:11
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Trotz des Zollstreits mit den USA haben Chinas Exporteure zum Ende des ersten Halbjahrs einen Schlussspurt hingelegt, so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".

Die Ausfuhren hätten im Juni wertmäßig um 5,8% über dem Vorjahr gelegen, wie die Zollbehörde mitgeteilt habe. Im Mai habe der Zuwachs bei 4,8% gelegen. Die chinesischen Hersteller würden angesichts der Zollschranken in den USA zunehmend versuchen, Marktanteile in den Staaten Südostasiens zu gewinnen.

Die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte hätten ihre Preise v.a. bei Obst und tierischen Produkten im Mai erhöht. Die Preise hätten um durchschnittlich 2,4% im Vergleich zum Vorjahresmonat zugelegt.

Tagesausblick: Heute veröffentliche Chinas Statistikamt die Wachstumszahlen für Q2. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt spiele eine wichtige Rolle für den globalen Handel und die Weltwirtschaft. Im vergangenen Jahr habe die chinesische Wirtschaft mit der Immobilienkrise, globalen Handelskonflikten und der schwachen Inlandsnachfrage zu kämpfen gehabt. Die Regierung habe nun weitere Unterstützungsmaßnahmen angekündigt. Mit anderen Worten: Der chinesische Staat schiebe seine Wirtschaft mit neuen Schulden an.

In Deutschland stehe ein gern beachteter Frühindikator für die deutsche Wirtschaft auf dem Programm. Die ZEW-Konjunkturerwartungen würden die Einschätzung von Analysten und institutionellen Investoren hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten sechs Monaten messen. Und ein Blick in die Liste der Termine verrate: Die Berichtssaison starte wieder. Den Auftakt würden wie gewohnt die US-Banken machen. Die Analysten der NORD/LB würden morgen darüber berichten.

Die jüngsten Entwicklungen im globalen Zollstreit hätten den deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn unter Druck gesetzt. Trump habe am Samstag Sonderzölle von 30% auf Importe aus der EU und Mexiko angekündigt. Die neuen Abgaben sollten vom 1. August an gelten. Die EU-Kommission habe daraufhin bereits angekündigte Gegenmaßnahmen auf Anfang August und verhandelt weiter verschoben. Die Wall Street habe dagegen ein moderates Plus verzeichnet.

• DAX -0,39%; MDAX -0,46%; TecDAX -0,39%
• Dow Jones +0,20%; S&P 500 +0,14%; NASDAQ Comp. +0,27%

Die anhaltende Unsicherheit über neue US-Zölle setze der deutschen Chemieindustrie spürbar zu. Gleich drei große Unternehmen - Branchenprimus BASF, der Kunststoffkonzern Covestro und der Chemikalienhändler Brenntag - hätten am Freitag ihre Gewinnprognosen für das laufende Jahr kassiert. Die Chemiebranche gelte als wichtiger Konjunkturindikator, da ihre Produkte praktisch in allen großen Industriezweigen benötigt würden. Zwar habe sich die Stimmung in der energieintensiven Branche laut ifo-Institut im Juni auch wegen der geplanten Senkung der Stromsteuer deutlich verbessert, der Auftragsbestand sei aber weiter als "äußerst niedrig" eingeschätzt worden. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF habe die Senkung seiner Jahresziele mit den anhaltenden makroökonomischen und geopolitischen Risiken (US-Zollpolitik) begründet.

Dem Graphit-Spezialisten SGL Carbon mache eine schwache Nachfrage aus der Chipbranche zu schaffen. Der Umsatz sei in H1 um 16% auf 453 Mio. EUR gesunken, das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) sei ebenfalls um 16% auf 72,5 Mio. EUR zurückgegangen. Die Auftragsflaute aus der Chip-Branche, die von SGL Carbon Spezial-Graphitkomponenten beziehe, halte an. Zudem hätten Umsätze aus der Karbonfaser-Sparte gefehlt, die sich aus unprofitablen Geschäften zurückziehe. Die Einsparungen daraus hätten die weggebrochenen Gewinne aus dem Halbleiter-Geschäft nicht wettgemacht.

Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S nehme milliardenschwere Abschreibungen vor. In der Konzernbilanz zum 30. Juni erwarte das Unternehmen einen nicht zahlungswirksamen Wertberichtigungsbedarf von rund 2 Mrd. EUR. Grund seien v. a. die jüngste Abwertung des USD, gesunkene langfristige Kalipreisannahmen sowie ein höherer Kapitalkostensatz. Die Abschreibungen hätten das bereinigte Konzernergebnis und die Kapitalrendite ROCE belastet, aber nicht zu einem Liquiditätsabfluss geführt. (15.07.2025/ac/a/m)








 
 
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