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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Seit 2019 übt die US-Regierung Druck auf weltweit führende Halbleiterunternehmen aus, um zu verhindern, dass China hochmoderne Halbleitertechnologie und -ausrüstung erwirbt, so Yanxiu Gu, Produktspezialistin für chinesische Aktien bei ODDO BHF Asset Management.
Für Huawei sei das jedoch der Anstoß die Chip-Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Das niederländische Unternehmen ASML (ISIN NL0010273215/ WKN A1J4U4) könne seine EUV-Lithographiesysteme nicht mehr nach China verkaufen. So könne China, Experten zufolge, keine High-End-Chips mit 7nm oder kleiner mehr herstellen. In dem neuen 5G-Smartphone des chinesischen Technologiekonzerns (Mate 60 Serie) sei der in China hergestellte High-End-Chip Kirin 9000S verbaut. Experten der Beratungsfirme TechInsights zufolge sei dafür die 7nm-Prozessortechnologie des modernsten chinesischen Herstellers SMIC eingesetzt worden.
In China habe das die Begeisterung für und das Vertrauen in die heimische Innovationskraft gestärkt. Huawei könne so seinem Hauptkonkurrenten Apple (ISIN US0378331005/ WKN 865985) in China immer mehr Marktanteile abnehmen. Huawei sei bis zu den Sanktionen der USA die Nummer 1 in China und der zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt gewesen. Die Markteinführung der neuesten Smartphones dürfte Huawei wieder zum größten Smartphone-Hersteller Chinas machen. Die Produktspezialistin für chinesische Aktien von ODDO BHF fasse zusammen: "In der ersten Oktoberwoche überholte Huawei gemessen an Smartphone-Verkäufen Apple, Honor und Xiaomi und wurde zur gefragtesten Marke."
Mit 1.000 bis 3.000 verbauten Chips würden Elektroautos riesigen PCs und Smartphones ähneln. "Als Huawei Anfang des Jahres in den Markt eingestiegen ist, war nicht klar, inwiefern Huawei einen Wettbewerbsvorteil Huaweis gegenüber etablierten Marken wie BYD, Tesla oder Li Auto haben würde", erinnere sich Yanxiu Gu. "Der Durchbruch Huaweis mit dem Kirin 9000S hat jedoch das Vertrauen der Verbraucher in die Produkte des Unternehmens deutlich gestärkt."
Beispielsweise sei Huaweis neuer Elektro-Geländewagen M7 direkt zu einem ernsthaften Konkurrenten für andere chinesische Marken geworden. In 25 Tagen seien bei Huawei mehr als 50.000 Bestellungen für Elektroautos eingegangen. Das habe selbst die eigenen Erwartungen von 8.000 Bestellungen pro Monat übertroffen.
Der Expertin von ODDO BHF AM zufolge hätten seit der Markteinführung der Mate 60-Serie auch inländische Zulieferer Kursgewinne verzeichnet. Es werde erwartet, dass sie vom Nachfrageschub im Markt für Smartphones und Elektroautos profitieren würden. Ein Beispiel sei das Unternehmen OFIUM, das Huawei Kameramodule liefere und früher für Apple gefertigt habe. Der Aktienkurs habe sich innerhalb von sechs Tagen nach der Markteinführung des Huawei Mate 60 verdoppelt. Auch die Seres Group, die am Bau von Huaweis Elektroautos beteiligt seien, und der Chip-Hersteller SMIC hätten seit Markteinführung des Smartphones bis Anfang November einen höheren Anstieg ihrer Aktienkurse als der chinesische Halbleitermarkt insgesamt verzeichnet.
Die chinesische Regierung sei bereit unbegrenzt viel in die Forschung der Halbleiterindustrie zu investieren seit die US-Sanktionen die modernsten Lithographieanlagen beinhalten. Davor sei die Bereitschaft in Innovation zu investieren bei chinesischen Unternehmen gering gewesen, seien sie doch vergleichsweise günstig zu kaufen gewesen. Das werde heute kritisch gesehen, die Haltung sei naiv gewesen.
Yanxiu Gu von ODDO BHF Asset Management füge hinzu: "Chinesische Unternehmen schrecken geringere Gewinnmargen oder sogar Gewinneinbußen nicht ab, solange sie weiterhin auf die finanzielle und regulatorische Unterstützung der chinesischen Regierung zählen können." Laut Reuters plane diese einen zusätzlichen Fonds mit einem Volumen von 300 Milliarden Yuan (41 Milliarden US-Dollar), um der Halbleiterindustrie neues Leben einzuhauchen.
Der 7nm-Chip Kirin 9000S sei ein Meilenstein im Kampf Chinas gegen die US-Sanktionen so Yianxiu Gu. Die Kapitalstärke Chinas, die vorhandenen Fachkräfte und die enorme Binnennachfrage böten eine gute Grundlage, anstehende Herausforderungen zu meistern. Schließlich sei China der größte Halbleitermarkt der Welt und die riesige Binnennachfrage ermögliche etwa bei Elektroautos und Photovoltaik, von Skalenvorteilen zu profitieren.
Derweil sei mit weiteren Sanktionen der USA zu rechnen. Aufgrund der Sanktionen würden einheimische Unternehmen mehr Marktanteile erlangen. Das zeige sich auch bei Unternehmen wie Huawei, Alibaba (ISIN US01609W1027/ WKN A117ME) und BAIDU (ISIN US0567521085/ WKN A0F5DE), die sich gezwungen sehen würden, auf inländische Anbieter zurückzugreifen. Bei fast der Hälfte aller Ausschreibungen chinesischer Foundries für Maschinenausrüstungen hätten inländische Anbieter den Zuschlag bekommen.
Ähnlich wie Taiwan seit 50 Jahren den Chiphersteller TSMC (ISIN US8740391003/ WKN 909800) fördere, werde auch China lokale Unternehmen massiv unterstützen. Durch die US-Beschränkungen für Technologieexporte müssten nachgelagerte Technologieunternehmen wie Huawei kostenintensive Innovationssprünge unternehmen. Vorgelagerte Branchen und Ausrüster aus China würden jedoch eindeutig zu den Profiteuren gehören. Der Kurs des Herstellers von Ätzanlagen für integrierte Schaltkreise AMEC sei seit Jahresbeginn um 63% gestiegen (Stand: 18. Oktober 2023. Die Produkte würden weltweit anführende Unternehmen verkauft.
"Der Technologiewettlauf zwischen China und den USA wird so schnell nicht enden. Anleger jedoch könnten sich gute Chancen entgehen lassen, wenn sie sich von diesen Aktien abwenden", resümiere die Spezialistin für chinesische Aktien. (21.11.2023/ac/a/m)
Für Huawei sei das jedoch der Anstoß die Chip-Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Das niederländische Unternehmen ASML (ISIN NL0010273215/ WKN A1J4U4) könne seine EUV-Lithographiesysteme nicht mehr nach China verkaufen. So könne China, Experten zufolge, keine High-End-Chips mit 7nm oder kleiner mehr herstellen. In dem neuen 5G-Smartphone des chinesischen Technologiekonzerns (Mate 60 Serie) sei der in China hergestellte High-End-Chip Kirin 9000S verbaut. Experten der Beratungsfirme TechInsights zufolge sei dafür die 7nm-Prozessortechnologie des modernsten chinesischen Herstellers SMIC eingesetzt worden.
In China habe das die Begeisterung für und das Vertrauen in die heimische Innovationskraft gestärkt. Huawei könne so seinem Hauptkonkurrenten Apple (ISIN US0378331005/ WKN 865985) in China immer mehr Marktanteile abnehmen. Huawei sei bis zu den Sanktionen der USA die Nummer 1 in China und der zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt gewesen. Die Markteinführung der neuesten Smartphones dürfte Huawei wieder zum größten Smartphone-Hersteller Chinas machen. Die Produktspezialistin für chinesische Aktien von ODDO BHF fasse zusammen: "In der ersten Oktoberwoche überholte Huawei gemessen an Smartphone-Verkäufen Apple, Honor und Xiaomi und wurde zur gefragtesten Marke."
Mit 1.000 bis 3.000 verbauten Chips würden Elektroautos riesigen PCs und Smartphones ähneln. "Als Huawei Anfang des Jahres in den Markt eingestiegen ist, war nicht klar, inwiefern Huawei einen Wettbewerbsvorteil Huaweis gegenüber etablierten Marken wie BYD, Tesla oder Li Auto haben würde", erinnere sich Yanxiu Gu. "Der Durchbruch Huaweis mit dem Kirin 9000S hat jedoch das Vertrauen der Verbraucher in die Produkte des Unternehmens deutlich gestärkt."
Beispielsweise sei Huaweis neuer Elektro-Geländewagen M7 direkt zu einem ernsthaften Konkurrenten für andere chinesische Marken geworden. In 25 Tagen seien bei Huawei mehr als 50.000 Bestellungen für Elektroautos eingegangen. Das habe selbst die eigenen Erwartungen von 8.000 Bestellungen pro Monat übertroffen.
Die chinesische Regierung sei bereit unbegrenzt viel in die Forschung der Halbleiterindustrie zu investieren seit die US-Sanktionen die modernsten Lithographieanlagen beinhalten. Davor sei die Bereitschaft in Innovation zu investieren bei chinesischen Unternehmen gering gewesen, seien sie doch vergleichsweise günstig zu kaufen gewesen. Das werde heute kritisch gesehen, die Haltung sei naiv gewesen.
Yanxiu Gu von ODDO BHF Asset Management füge hinzu: "Chinesische Unternehmen schrecken geringere Gewinnmargen oder sogar Gewinneinbußen nicht ab, solange sie weiterhin auf die finanzielle und regulatorische Unterstützung der chinesischen Regierung zählen können." Laut Reuters plane diese einen zusätzlichen Fonds mit einem Volumen von 300 Milliarden Yuan (41 Milliarden US-Dollar), um der Halbleiterindustrie neues Leben einzuhauchen.
Der 7nm-Chip Kirin 9000S sei ein Meilenstein im Kampf Chinas gegen die US-Sanktionen so Yianxiu Gu. Die Kapitalstärke Chinas, die vorhandenen Fachkräfte und die enorme Binnennachfrage böten eine gute Grundlage, anstehende Herausforderungen zu meistern. Schließlich sei China der größte Halbleitermarkt der Welt und die riesige Binnennachfrage ermögliche etwa bei Elektroautos und Photovoltaik, von Skalenvorteilen zu profitieren.
Derweil sei mit weiteren Sanktionen der USA zu rechnen. Aufgrund der Sanktionen würden einheimische Unternehmen mehr Marktanteile erlangen. Das zeige sich auch bei Unternehmen wie Huawei, Alibaba (ISIN US01609W1027/ WKN A117ME) und BAIDU (ISIN US0567521085/ WKN A0F5DE), die sich gezwungen sehen würden, auf inländische Anbieter zurückzugreifen. Bei fast der Hälfte aller Ausschreibungen chinesischer Foundries für Maschinenausrüstungen hätten inländische Anbieter den Zuschlag bekommen.
Ähnlich wie Taiwan seit 50 Jahren den Chiphersteller TSMC (ISIN US8740391003/ WKN 909800) fördere, werde auch China lokale Unternehmen massiv unterstützen. Durch die US-Beschränkungen für Technologieexporte müssten nachgelagerte Technologieunternehmen wie Huawei kostenintensive Innovationssprünge unternehmen. Vorgelagerte Branchen und Ausrüster aus China würden jedoch eindeutig zu den Profiteuren gehören. Der Kurs des Herstellers von Ätzanlagen für integrierte Schaltkreise AMEC sei seit Jahresbeginn um 63% gestiegen (Stand: 18. Oktober 2023. Die Produkte würden weltweit anführende Unternehmen verkauft.
"Der Technologiewettlauf zwischen China und den USA wird so schnell nicht enden. Anleger jedoch könnten sich gute Chancen entgehen lassen, wenn sie sich von diesen Aktien abwenden", resümiere die Spezialistin für chinesische Aktien. (21.11.2023/ac/a/m)
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