Marvell Aktie: Gemischte Signale




18.12.25 10:00
Börse Global

Marvell Technology Aktie

Während die Marvell-Aktie am Mittwoch 2,8 Prozent verlor, stufte die Ratingagentur Moody's den Halbleiter-Konzern hoch – Begründung: robuste Finanzlage dank des KI-Booms. Gleichzeitig kämpft CEO Matt Murphy gegen hartnäckige Gerüchte über verlorene Großaufträge. Was wiegt schwerer?


Moody's sieht Stärke


Die Ratingagentur Moody's hob das Senior-Unsecured-Rating für Marvell von Baa3 auf Baa2 an und vergab einen stabilen Ausblick. Die Begründung: Das Kreditprofil habe sich deutlich verbessert. Moody's erwartet, dass Marvell bis zum Geschäftsjahr 2027 Umsätze von rund zehn Milliarden Dollar erreicht. Bemerkenswert ist die Verschiebung im Geschäftsmix: Rechenzentren sollen 2026 etwa 75 Prozent der Erlöse ausmachen – vor fünf Jahren waren es nur 35 Prozent.


Auch die Verschuldung sinkt deutlich. Die Kennzahl Schulden/EBITDA fiel von über 3,0 Ende des Geschäftsjahrs 2025 auf 1,8 im dritten Quartal 2026. Moody's prognostiziert einen weiteren Rückgang unter 1,5.


CEO dementiert Auftragsverluste


Parallel dazu weist Matt Murphy Spekulationen zurück, Marvell habe Geschäft mit Großkunden wie Amazon und Microsoft verloren. Diese Gerüchte hatten die Aktie zuletzt belastet – im Monatsverlauf steht ein Minus von 8,6 Prozent zu Buche.


Institutionelle Investoren sind gespalten. Janus Henderson trennte sich von seiner Position und verwies auf mangelnde Sichtbarkeit im Rechenzentrumsgeschäft. Andere wie Salem Investment Counselors (plus 167 Prozent) und Thrivent Financial (plus 55,5 Prozent) stockten ihre Anteile deutlich auf.


Strategischer Umbau läuft


Marvell setzt auf einen radikalen Umbau. Der Konzern verkaufte seine Automotive-Ethernet-Sparte für 2,5 Milliarden Dollar und übernahm Celestial AI für zunächst 3,25 Milliarden Dollar (maximal 5,5 Milliarden). Ziel ist die Fokussierung auf optische Interconnects und maßgeschneiderte Rechenleistung für Rechenzentren.


Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen liegt bei rund 23,5 – einige Analysten sehen darin eine Unterbewertung, zumal das Umsatzwachstum im dritten Quartal 37 Prozent betrug. J.P. Morgan kürte Marvell kürzlich zur „Top-Halbleiter-Aktie" für 2026 und verweist auf die starke Position bei kundenspezifischen ASICs und Elektro-Optik.


Die Aktie testete zuletzt Unterstützungsniveaus nahe dem 200-Tage-Durchschnitt. Ob die Kombination aus Rating-Upgrade und CEO-Klarstellung eine Bodenbildung einleitet, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen.


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