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Deutsche Telekom meiden




14.11.02 13:24
Sparkasse Bremen

Die Aktie der Deutschen Telekom AG (WKN 555750) vorerst meiden. Dies ist die Empfehlung von Analysten der Sparkasse Bremen.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom habe einstimmig Kai-Uwe Ricke mit sofortiger Wirkung zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Der 41-jährige gehöre seit Mai 2001 dem Konzernvorstand an und sei bisher für die Mobilfunk- und Onlineaktivitäten der Telekom zuständig gewesen. Ricke werde Nachfolger von Helmut Sihler, der den Vorstandsvorsitz nur vorübergehend übernommen hätte.

Damit der neue Chef das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft führen könne, werde die Bilanz komplett bereinigt. So werden allein im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2002 Sonderabschreibungen von 21,7 Mrd. Euro vorgenommen. Allein 19 Mrd. Euro seien davon für den Firmenwert und die Mobilfunklizenzen der US-Tochter VoiceStream vorgesehen. Zusätzlich fallen 0,4 Mrd. Euro Restrukturierungskosten in der Netzwerksparte T-Systems und 0,5 Mrd. Euro Wertberichtigungen für das Beteiligungsportfolio an. Abzüglich steuerlicher Effekte ergebe sich insgesamt eine Sonderbelastung von 19,5 Mrd. Euro für das dritte Quartal 2002.

Ohne diese Sonderbelastungen hätte die Telekom ein relativ erfolgreiches drittes Quartal vermelden können. Nach vorläufigen Angaben sei das EBITDA um 2,8% auf 4,2 Mrd. Euro gestiegen. Der Konzernverlust sinke auf 659 Mio. Euro. Verglichen mit den letzten drei Quartalen wäre das ein klarer Fortschritt. Der Umsatz sei um 7,2% auf 13,42 Mrd. Euro gewachsen. Inklusive der Sonderbelastungen ergebe sich jedoch für die ersten neun Monate 2002 ein Verlust nach Steuern von 24,51 Mrd. Euro bei einem Konzernumsatz von 39,18 Mrd. Euro.

Über die Zukunft von VoiceStream sei noch nicht entschieden worden. Nach der Bereinigung sei für den Vorstand sowohl eine Fusion mit einem anderen Anbieter als auch die weitere Selbständigkeit vorstellbar. Fest stehe hingegen, dass im Jahr 2003 keine Dividende gezahlt werde. Hierdurch werden 1,6 Mrd. Euro eingespart.

Aus Kostengründen plane die Telekom den Abbau von 43.400 Arbeitsplätzen. Davon werden 18.800 Beschäftigte in eine Beschäftigungsgesellschaft überführt.

Ein wichtiges Ziel für die Telekom bleibe der Abbau der Schulden von derzeit 64 Mrd. Euro auf circa 50 Mrd. Euro bis Ende 2003. Neben dem Cashflow aus dem operativen Geschäft sollen der Verkauf des Kabelnetzes und nicht betriebsnotwendiger Immobilien dazu beitragen.

Die Börse habe sehr freundlich auf die Bilanzbereinigung und die Wahl des neuen Konzernlenkers reagiert. Die Telekom sei mit ihren Maßnahmen den Forderungen des Marktes nach einem Neuanfang nachgekommen.

Die Telekom hat wichtige Weichenstellungen vorgenommen. Vor einem Einstieg in die Aktie der Deutschen Telekom wollen die Analysten der Sparkasse Bremen jedoch Ergebnisse abwarten, welche die Richtigkeit der Maßnahmen belegen.








 
 
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