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Bayer "sell"




14.11.02 14:04
Sparkasse Bremen

Die Analysten der Sparkasse Köln stufen die Bayer-Aktie (WKN 575200) mit "sell" ein.

Für das dritte Quartal habe Bayer einen drastischen Ergebnisrückgang ausweisen müssen. Der operative Gewinn aus dem laufenden Geschäft vor Sonderposten habe sich auf 66 Mio. Euro nach 711 Mio. Euro im Vorjahr reduziert. Insgesamt habe der Konzern einen Verlust von 183 Mio. Euro ausgewiesen, nachdem er im Vorjahr noch einen Gewinn von 534 Mio. Euro habe vermelden können. Das Leverkusener Unternehmen habe dabei in allen vier Arbeitsgebieten Ergebniseinbrüche verzeichnet, wobei der Einbruch im Gesundheitsbereich aufgrund der Probleme bei Cogenate und Lipobay besonders drastisch gewesen sei. Der auf die beiden Produkte entfallende Ergebnisausfall werde auf insgesamt 1,4 Mrd. Euro veranschlagt.

Das Ergebnis im Arbeitsbereich Gesundheit habe 24 Mio. Euro nach 334 Mio. Euro im Vorjahr betragen. Das Management habe in diesem Zusammenhang noch mal seine Aussage bekräftigt, dass auch auf Jahressicht die Absatzsteigerung des Milzbrandmittels Ciprobay nicht den durch Lipobay und Cogenate verursachten Ergebniseinbruch ausgleichen könne.

Neben den durch die beiden Medikamente verursachten Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf, habe das Unternehmen natürlich auch unter dem weltweiten Konjunkturverlauf gelitten. Dabei werde jedoch eine sehr differenzierte Entwicklung sichtbar. Während man in Nordamerika ein schwächeres Umsatzwachstum habe hinnehmen müssen, sei in Europa eine durchschnittliche Entwicklung feststellbar gewesen. Eine über-durchschnittliche Entwicklung, die im wesentlichen von der Expansion in China getragen werde, habe es im Asiengeschäft gegeben.

Das Geschäftsfeld Gesundheit, zu dem die Bereiche Pharma, Diagnostika und Consumer Health Care (nicht apotheken-gebundene Gesundheitsartikel) gehören, werde weiter das Kerngeschäft des Konzerns bleiben. Zur besseren Nutzung von Synergien und um eine größere Flexibilität für strategische Partnerschaften zu schaffen, solle das Arbeitsgebiet künftig als eigenständige Gesellschaft geführt werden. Wie andere Unternehmen habe auch Bayer ein Bündel von Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt, um der abgeschwächten Nachfrageentwicklung entgegen zu steuern. Dazu würden unter anderem die Rückführung der Sachanlage-Investitionen auf das Niveau der Abschreibungen sowie die Schließung von Produktionsstandorten gehören. Außerdem beabsichtige Bayer, bis zum Jahresende 2.100 Arbeitsstellen abzubauen. Das Volumen aller Kostenstrukturprogramme habe der Vorstandsvorsitzende des Konzerns mit 1,8 Mrd. Euro beziffert, die ab 2004/5 realisiert werden sollten. Im Jahr 2002 würden nach derzeitigem Stand eine Milliarde Euro abgearbeitet, so der Manager weiter.

Im Zuge der Lipobay-Ereignisse hatten die Analysten der Sparkasse Bremen Bayer auf "sell" gestellt und sehen sich in dieser Einschätzung bestätigt. Auch für das vierte Quartal rechne das Unternehmen mit schwierigen Rahmenbedingungen. Zur Zeit dränge sich ein Einstieg nicht auf.








 
 
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