BayWa kaufen




29.11.07 09:49
Aktienservice Research

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Aktienservice Research" stufen die Aktie von BayWa (ISIN DE0005194062 / WKN 519406) mit "kaufen" ein.

Der dieser Tage international tätige BayWa-Konzern sei 1923 in München gegründet worden und habe heute seinen Schwerpunkt in den Bereichen Groß- und Einzelhandel sowie Dienstleistungen. Die jüngsten Quartalszahlen des SDAX-Unternehmens seien solide gewesen und würden vor allem im wichtigsten Segment Agrar auf weitere Wachstumssteigerungen hoffen lassen!

Die Hauptgeschäftsaktivitäten der Gesellschaft würden sich in drei Segmente Agrar, Bau und Energie teilen. Weitere Konzerngesellschaften würden sich mit Konsumgüterproduktion und Autohandel befassen. Der Konzern habe inklusive Franchise/Partnerfirmen rund 2.625 Vertriebsstandorte in acht europäischen Ländern. Die Hauptvertriebsgebiete lägen in Deutschland, vor allem in Süd- und Ostdeutschland, sowie Österreich und in den südosteuropäischen Ländern.

In den ersten neun Monaten 2007 habe BayWa einen Umsatz von 5,3 Mrd. Euro (+1,4%) erzielt und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit 67,8 Mio. Euro beziffert, was einem Plus von 14% entspreche. Ergebnistreiber sei dabei vor allem das Agrargeschäft gewesen. Um aber den durchaus profitablen Konzern und dessen Geschäftsaktivitäten besser verstehen zu können, müsse man sich die Sparten im Einzelnen einmal genauer ansehen. Langfristig würden alle Segmente von BayWa gut ausgerichtet und zukunftsträchtig erscheinen.

Den größten Umsatzanteil erziele der Konzern mit der Land- und Ernährungswirtschaft. Die Sparte Agrar handle mit landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, erfasse und vermarkte pflanzliche Erzeugnisse vom Feld bis zur Ernährungsindustrie. Im Agrarsektor sei die BayWa einer der größten Vollsortimenter Europas und handle mit einigen Produkten auch weltweit. Die Sparte Technik vertreibe Maschinen und Geräte, Gebäude und Einrichtungen. Den Service garantiere sie mit einem dichten Netz von Werkstätten.

In den ersten neun Monaten habe das Segment Agrar 2,4 Mrd. Euro umgesetzt, was einem Plus von 15,5% entspreche. Die Gesellschaft habe dabei von den Einkommenssteigerungen und nicht zuletzt den Stimmungsverbesserungen in der Landwirtschaft profitiert. Das Geschäft mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Betriebsmitteln sei um 19%, das Technikgeschäft um 4,5% gewachsen. Der Jahresgewinn vor Steuern und vor Rücklagenbewegungen (EGT) habe im Agrar-Segment bei 32,4 Mio. Euro und damit 49% höher als vor Jahresfrist gelegen.

Strategisch könnte das Unternehmen hier weitere Investitionen in Standorte, die den Transport auf Wasser, Schiene und Straße ermöglichen würden, tätigen. Im Rahmen des Kostenmanagements komme es zu Schließungen von 20 kleineren Standorten. Die Einführung des Warenwirtschaftssystems sei laut dem Unternehmen zu 85% abgeschlossen, so dass die Prozesse künftig effizienter gesteuert werden könnten.

Knapp ein Drittel seines Konzernumsatzes entfalle bei BayWa auf den Geschäftsbereich Bau. Im Baustoffhandel sei der Konzern die Nummer zwei in Deutschland und führend in Österreich. Bau- & Gartenmärkte betreibe der Konzern überwiegend in Regionen mit geringer Wettbewerbsdichte. Im Baustoffhandel und mit Bau- & Gartenmärkten sei die BayWa zudem ein bedeutender Franchisegeber. Die Haustechnik biete Dienstleistungen auf regionaler Ebene im Bereich Heizungsbau und Sanitär.

Im Segment Bau habe sich vor allem im zweiten und dritten Quartal 2007 der Einbruch im Wohnungsbau bemerkbar gemacht. Aber dennoch habe der Konzern in diesem Segment operativ fast die Vorjahreszahlen wieder erreichen können. Der Umsatz von 1,3 Mrd. Euro weise zwar ein Minus von 8,3% aus, operativ liege das Segment unter Berücksichtigung eines Umbuchungseffekts im österreichischen Baustoffhandel aber auf Vorjahreshöhe. Speziell die Baustoffsparte habe nach neun Monaten operativ einen Umsatzrückgang um rund 5% verzeichnet, während aber die Sparte Bau- & Gartenmarkt des Konzerns die Erlöse auf 354 Mio. Euro gesteigert habe - das sei ein Plus von 11%. Ausschlaggebend seien dafür neben dem guten Gartengeschäft im Frühjahr auch die Neueröffnung großflächiger Märkte und die Optimierung bestehender Standorte gewesen.

Der Geschäftsbereich Energie sei das dritte große Geschäftssegment. Hauptvertriebsgebiete seien Bayern und Österreich. Im Vordergrund stehe der Absatz von Heizöl, Diesel und Schmierstoffen. Unter dem Dach des Konzerns werde eine Vielzahl von Tankstellen betrieben. Über 280 in Deutschland unter dem Namen BayWa und AVIA, in Österreich seien rund 500 GENOL-Tankstellen über die RWA dem Konzern angeschlossen.

Bei umweltfreundlichen Schmierstoffen auf Pflanzenbasis und Bio-Diesel sei die BayWa Marktführer. Dennoch hätten milde Temperaturen und Mehrwertsteuer-Vorzieheffekte den Absatz etwas ausgebremst, da die Befüllungsstände der Heizöltanks im Vergleich zu normalen Witterungsverläufen weiterhin hoch seien. Die Branche melde Rückgänge von über 40% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem eine lange Frostperiode den Absatz angetrieben habe. Der Segmentumsatz habe nach neun Monaten mit 1,3 Mrd. Euro um 19% hinter dem Vergleichswert gelegen.

Die jeweiligen Konzerntöchter, die primär in der Konsumgüterproduktion und im Autohandel tätig seien, seien im Gegensatz zu den Segmenten Bau und Energie nicht mit Marktproblemen behaftet gewesen und hätten in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum den Umsatz um 15% auf mehr als 310 Mio. Euro gesteigert. Das EGT habe der Konzern in diesem Segment von 23,5 Mio. Euro auf 26,4 Mio. Euro gesteigert.

Für das Gesamtjahr habe der Konzern seine Prognose bestätigt, den Umsatz gegenüber 2006 leicht steigern und ein bereinigtes Vorsteuerergebnis von mehr als 75 Mio. Euro erreichen zu können. Man sei trotz erheblich unterschiedlicher Marktverläufe und saisonaler Schwankungen weiterhin auf Plankurs. Vor allem für den Agrarbereich seien die Perspektiven weiterhin gut, so dass er die Umsatz- und Ergebniszahlen des Gesamtkonzerns positiv beeinflussen werde. Das Bausegment könne in diesem Jahr wegen der ungünstigen Branchenkonjunktur und eines kälteren Schlussquartals als 2006 die Vorjahreszahlen wie erwartet nicht mehr erreichen.

Der aktuelle Kurs der Aktie scheine eine gute Einstiegsmöglichkeit in ein Investment zu sein, das in den zukunftsträchtigen Branchen Agrar und Energie schon heute gut positioniert sei. Weitere Kurssteigerungen sollten auf Sicht von zwölf Monaten vor allem durch eine angepeilte Margenverbesserung angetrieben werden. Hinzu komme, dass im Kurs der BayWa-Aktie die eigentliche Konzernsubstanz mit ihren diversen Immobilien- und Finanzbeteiligungen noch nicht genügend eingepreist sei. Hier sei noch deutliches Potenzial vorhanden. Die jüngste Korrektur könne daher eine gute langfristige Einstiegsgelegenheit bieten. Zumal auch charttechnisch der langfristige Aufwärtstrend seit dem Tief 2003, in dessen Verlauf sich der Kurs in der Spitze mehr als verzehnfacht habe, weiterhin intakt sei. Engagements sollten mit einem Stopp bei 32 Euro abgesichert werden. Knapp über dieser Marke verlaufe aktuell die langfristige Aufwärtstrendlinie.

Die Experten von "Aktienservice Research" bewerten die Aktie von BayWa mit dem Rating "kaufen". (Aktien Ausgabe 443 vom 28.11.2007) (29.11.2007/ac/a/nw)







 
 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
2,755 € 2,79 € -0,035 € -1,25% 23.04./17:47
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0005194062 519406 8,00 € 2,21 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
2,755 € -1,25%  17:47
Hannover 2,765 € +0,91%  08:16
München 2,79 € 0,00%  08:00
Xetra 2,78 € -0,18%  16:53
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