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Ferrexpo: $100 Millionen bis Ende April




24.04.26 08:45
Börse Global

Ferrexpo: $100 Millionen bis Ende April

Die Uhr tickt für Ferrexpo. Dem ukrainischen Eisenerzproduzenten droht in wenigen Tagen die Suspendierung an der Londoner Börse. Das Unternehmen braucht dringend frisches Kapital. Ein sanktionierter Großaktionär blockiert jedoch die Rettung.


Anleger reagieren nervös. Die Aktie fiel am Donnerstag auf ein neues 52-Wochen-Tief von 29,66 Pence. Der Kursverfall spiegelt eine tiefe Krise wider. Liquidität, operatives Geschäft und Corporate Governance kollabieren zur selben Zeit.


Das 100-Millionen-Dollar-Ultimatum

Ferrexpo muss bis Ende April mindestens 100 Millionen US-Dollar einsammeln. Gelingt das nicht, stoppt die Börse den Handel am 1. Mai. Das Management plant deshalb eine Platzierung neuer Aktien bei institutionellen Investoren.


Die Zeit drängt massiv. Dem Konzern geht das Geld aus. Mitte April lagen die frei verfügbaren Barmittel bei lediglich 17 Millionen Dollar. Selbst der Verkauf eines Schiffes brachte nur wenig Entlastung. Ohne frisches Kapital reicht die Liquidität höchstens bis Ende August.

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Sanktionen blockieren Alternativen

Der Weg über neue Aktien ist aus der Not geboren. Die Ursache heißt Kostiantyn Zhevago. Der Milliardär hält gut 49 Prozent der Anteile. Wegen persönlicher Sanktionen gegen ihn verweigern Banken dem Unternehmen jegliche Kredite. Die Folge: Alternative Finanzierungen sind faktisch ausgeschlossen.


Erschwerend kommt hinzu: Wichtige Vermögenswerte des Konzerns sind eingefroren. Ferrexpo kann Banken keine Sicherheiten bieten. Parallel dazu blockieren ukrainische Steuerbehörden Mehrwertsteuer-Rückerstattungen von rund 69 Millionen Dollar. Auch hier verweist der Staat auf die Verbindung zu Zhevago.


Krieg legt Produktion lahm

Abseits der Finanznot leidet das operative Geschäft. Im ersten Quartal brach die Eisenerzproduktion im Jahresvergleich um 72 Prozent ein. Russische Angriffe auf die ukrainische Strominfrastruktur zwangen Ferrexpo zu weitreichenden Stilllegungen.

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Erst Ende Februar liefen die Anlagen langsam wieder an. Aktuell erreicht das Unternehmen aber nur etwa ein Viertel seiner Vorkriegskapazität.


Das Schicksal von Ferrexpo entscheidet sich in den kommenden Tagen. Das Management verhandelt aktuell mit Zhevagos Holdinggesellschaft über die Zustimmung zur Kapitalerhöhung. Ohne sein grünes Licht scheitert die Rettung. Findet sich bis zum 30. April keine Lösung, verschwindet die Aktie vom Londoner Kurszettel.


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