Sechs Prozent Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen — und trotzdem ein Minus in der Schlagzeile. Roche lieferte im ersten Quartal 2026 operativ solide Zahlen, doch der starke Schweizer Franken verwandelte das Plus in ein Minus von fünf Prozent auf 14,7 Milliarden CHF in der Berichtswährung. Das eigentliche Spannungsfeld liegt woanders: Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch, während eine strukturelle Erosionswelle heranrollt.
Wachstum trotz Währungsgegenwind
In der Pharma-Division legten die Verkäufe um sieben Prozent zu — getragen von Xolair, Phesgo, Hemlibra, Vabysmo und Ocrevus. Die Diagnostik-Sparte wuchs um drei Prozent, weil die Nachfrage nach Zentrallabor- und Pathologielösungen die Preisreformen im chinesischen Gesundheitsmarkt überkompensierte.
Die Jahresprognose steht: Roche erwartet für 2026 ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich sowie einen Kerngewinnzuwachs je Aktie im hohen einstelligen Bereich — jeweils zu konstanten Wechselkursen. Die Dividende in Schweizer Franken soll weiter steigen. Rückenwind kommt auch von der US-Front: Über die Tochter Genentech hat Roche mit der Trump-Administration eine Vereinbarung zur Medikamentenpreissenkung getroffen und erhält im Gegenzug eine dreijährige Schonfrist vor pharmazeutischen Zöllen — sofern die US-Produktion ausgebaut wird.
Die Biosimilar-Lücke
Das strukturelle Risiko ist bekannt, wird aber konkreter. Zwischen 2025 und 2030 droht Roche durch Biosimilar-Konkurrenz bei acht Medikamenten ein kumulierter Umsatzrückgang von rund 6,7 Milliarden CHF. Allein für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Exklusivitätsverlust von rund einer Milliarde CHF — hauptsächlich durch Biosimilars zu Avastin, Herceptin, MabThera/Rituxan, Lucentis und Actemra.
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Besonders auffällig: Xolair wuchs im ersten Quartal um 26 Prozent, doch das erste Biosimilar wird bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet. Das Management betont, dass danach in den folgenden zwei Jahren kein weiteres Biosimilar folgen werde — eine Atempause, die die Pipeline nutzen soll.
Pipeline und Diagnostik als Gegenantwort
Roche setzt 19 neue molekulare Entitäten mit Markteinführungspotenzial bis 2030 dagegen. Zentral dabei: Fenebrutinib für Multiple Sklerose, dessen Zulassungseinreichung für Mitte 2026 geplant ist. Der Wirkstoff halbierte in zwei Spätphasenstudien die Schubrate, doch mehr Patienten starben während der Behandlung als in der Vergleichsgruppe. Guggenheim Securities sieht eine "hohe Hürde" beim Nachweis eines günstigen Nutzen-Risiko-Profils — zumal die FDA kurz zuvor Sanofis ähnlich positioniertes Tolebrutinib wegen schwerer Leberschäden abgelehnt hatte.
In der Diagnostik plant Roche für Sommer 2026 die Markteinführung der AXELIOS-Sequenzierungslösung. Die geplante Übernahme von SAGA Diagnostics — für bis zu 595 Millionen US-Dollar inklusive Meilensteinzahlungen — soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden und Roche im MRD-Markt positionieren, der bis 2030 auf knapp fünf Milliarden CHF wachsen könnte.
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Die Aktie notiert mit rund 413 US-Dollar nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn bereits gut 17 Prozent zugelegt. Wie der Markt das Verhältnis zwischen operativem Momentum und Biosimilar-Druck bewertet, dürfte die Kursentwicklung in den kommenden Wochen maßgeblich prägen.
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