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ROUNDUP 2: Debatte über Sicherheitskonzept nach Schüssen in Washington




27.04.26 14:30
dpa-AFX

(neu: Details)



WASHINGTON (dpa-AFX) - Der Angriff auf eine Gala mit Präsident Donald Trump und zahlreichen Regierungsvertretern hat eine Debatte über das Sicherheitskonzept der Veranstaltung ausgelöst. Auch der US-Kongress schaltet sich nun ein. Unterdessen soll der mutmaßliche Täter dem Haftrichter vorgeführt werden.



Wie die "Washington Post" und Berufung auf ungenannte Quellen berichtete, stufte die Regierung das Event nicht mit der Sicherheitsstufe ein, die für ähnliche Versammlungen hochrangiger Amtsträger üblich ist. Damit seien nicht die vollen Ressourcen abgerufen worden.



Der einflussreiche republikanische Senator Chuck Grassley setzte eine Anhörung an, um sich vom Secret Service über das Sicherheitskonzept informieren zu lassen.



Neben Trump waren bei der Veranstaltung auch Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und viele weitere Regierungsvertreter im Raum. Auch Mike Johnson, der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, der in der staatlichen Rangfolge hinter dem Präsidenten und dessen Vize steht, nahm teil.



Trump-Anhängerin Lake: Laxe Sicherheitsvorkehrungen



"Ich kann kaum glauben, wie lax die Sicherheitsvorkehrungen heute Abend beim White House Correspondents' Dinner waren", schrieb MAGA-Aktivistin Kari Lake auf der Plattform X. Es habe "praktisch keine Sicherheit" gegeben, legte sie später nach.



Der Täter, laut Medienberichten ein 31 Jahre alter Mann aus Kalifornien, stürmte bei dem Gala-Dinner mit der Hauptstadtpresse am Samstagabend (Ortszeit) schwer bewaffnet durch einen Sicherheitsposten des Secret Service, ehe er von Beamten gestoppt wurde. Der Verdächtige selbst soll sich laut Medienberichten in einem Manifest über die lockeren Standards gewundert haben.



Tatsächlich mussten Gäste erst unmittelbar vor dem Ballsaal, in dem das Dinner stattfand, durch eine Sicherheitsschleuse und nicht schon beim Eintritt in das Hilton Hotel. Der geschäftsführende Justizminister Todd Blanche verteidigte das Sicherheitskonzept. Er sagte dem Sender NBC News, das Konzept habe so funktioniert wie vorgesehen. Der Angreifer sei kaum über die Sicherheitsschleuse hinausgekommen.



Angreifer soll vor einem Bundesrichter erscheinen



Der Angreifer sollte am Montag (Ortszeit) in der Hauptstadt Washington vor einem Haftrichter erscheinen. Er soll wegen der Verwendung einer Schusswaffe bei einer Gewalttat sowie wegen tätlichen Angriffs auf einen Bundesbeamten unter Einsatz einer gefährlichen Waffe angeklagt werden. Weitere Anklagepunkte dürften später folgen.



Der 31-Jährige soll unter anderem als Nachhilfelehrer sowie Spieleentwickler gearbeitet haben. Ein früherer Schüler beschrieb ihn laut der "New York Times" als "völlig durchschnittlich". Dem Bericht zufolge sei er als parteiloser Wähler registriert gewesen und habe einen kleinen Betrag an den Wahlkampf der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris im Jahr 2024 gespendet.



Wie etwa CNN berichtet, habe der Mann die bei der Tat verwendeten Waffen legal in Kalifornien erworben, darunter eine Pistole im Jahr 2023 und eine Schrotflinte im Jahr 2025. Beide Käufe hätten Hintergrundüberprüfungen durch das FBI erfordert.



Manifest soll er mit "Freundlicher Bundes-Attentäter" unterschrieben haben



Unklar ist weiter das genaue Motiv des Täters. Nach Trumps Angaben hatte der Mann ein Manifest mit antichristlichen Ansichten verfasst. "Wenn man sein Manifest liest, merkt man, dass er Christen hasst. Das steht fest, er hasst Christen", sagte Trump dem Sender Fox News. US-Medien zitieren Auszüge aus dem Text des Angreifers mit religiösen Bezügen. Demnach habe der Angreifer mit Kritik gerechnet, seine Tat sei nicht mit christlichen Lehren vereinbar.



Der amtierende Justizminister sagte, der Schütze habe es vermutlich auf Regierungsmitglieder abgesehen. Das deckt sich mit Medienberichten über das Manifest des Schützen. Demnach schrieb der Angreifer in seinem gut 1.000-Worte langen Schriftstück: "Regierungsvertreter (mit Ausnahme von Herrn Patel): Sie sind Ziele, priorisiert vom ranghöchsten bis zum rangniedrigsten." Mit "Herrn Patel" ist vermutlich FBI-Direktor Kash Patel gemeint - warum dieser ausdrücklich ausgenommen werde, gehe aus dem Manifest jedoch nicht hervor.



Trump werde im Dokument an keiner Stelle namentlich erwähnt. Laut "New York Times" schrieb der Angreifer, er sei nicht länger bereit, zuzulassen, dass "ein Verräter" seine Hände mit Verbrechen beflecke. Mitarbeiter des Secret Service seien "nur dann Ziele, wenn es unbedingt notwendig sei". Gäste und Angestellte des Hotels seien "überhaupt keine Ziele". Unterzeichnet habe der Angreifer sein Manifest mit "Freundlicher Bundes-Attentäter".



Die "New York Post" veröffentlichte den Text in voller Länge. Andere US-Zeitungen zitierten Auszüge.



Politische Gewalt wird erneut zum Thema



Der Vorfall im Hilton weckte düstere Erinnerungen an einen blutigen Vorfall vor 45 Jahren. Seinerzeit wurde dort ein Attentat auf den damaligen Präsidenten Ronald Reagan verübt, das er schwer verletzt überlebte.



Auch Trump war mehrfach das Ziel von Attentatsversuchen. Im Sommer 2024 kam der damalige Präsidentschaftskandidat nur knapp mit dem Leben davon, als ein Attentäter bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler im Bundesstaat Pennsylvania auf ihn schoss. Eine Kugel verletzte ihn leicht am Ohr. Ein Besucher starb, zwei wurden verletzt. Der Täter wurde von Sicherheitskräften getötet./jcf/DP/nas










 
 

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