PrimaCom Enteignung geplant




14.05.04 16:04
SdK

Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V., München, kündigt massiven Widerstand gegen die geplante Enteignung der PrimaCom-Aktionäre an.

Diese sollten nach den Vorstellungen der Verwaltung in der Hauptversammlung am 08. Juni 2004 umfangreiche Beschlüsse fassen, die de facto zu ihrer Enteignung führen würden. Bei der geplanten Transaktion solle das operative Geschäft inklusive der Schulden auf eine von JP Morgan und der Apollo Management beherrschte Gesellschaft übergehen. Für die Aktionäre, die beim Börsengang im Jahr 1999 29 Euro pro Aktie gezahlt hätten, sollten nach Durchführung der Transaktion im Bestfall 0,25 Euro je Aktie übrigbleiben, die nach der Liquidation in ungefähr zwei Jahren ausgezahlt werden sollten.

Angeblich gebe es aufgrund der hohen Verschuldung (derzeit existiere unter anderem ein mit über 440 Mio. Euro valutiertes Fremdkapitalengagement, dass zu großen Teilen in Händen von JP Morgan liege und für das derzeit 20 Prozent Zins anfallen) keine andere Möglichkeit, damit das Unternehmen überleben könne. Dabei seien in den letzten Jahren allein an Beratungs- und Strukturierungsgebühren (ohne Zinsen) von den beteiligten Banken, die jetzt offensichtlich von der selbst herbeigeführten Situation profitieren würden, nach Schätzungen der SdK über 80 Millionen Euro (über 4 Euro je Aktie) in Rechnung gestellt worden.

Die SdK halte den Wert der PrimaCom-Aktie für deutlich höher. Zum einen habe sich das Geschäft operativ positiv entwickelt und zum anderen spreche aus der Sicht der SdK einiges dafür, dass Schadensersatzansprüche im Zusammenhang mit verschiedenen Kreditaufnahmen und aus anderen Geschäften gegen unterschiedliche Beteiligte bestehen würden. Die 0,25 Euro könnten zudem erst nach der Abwicklung in etwa 1-2 Jahren ausgezahlt werden. Dabei bestehe nach Auffassung der SdK eine hohes Risiko, dass dieser Betrag am Ende doch deutlich niedriger ausfalle. Eine Chance auf Besserung bestehe jedoch in keinem Fall.

Nach Meinung der SdK sei dies der erste Angriff eines amerikanischen Vultures(Geier)-Fonds, der mit Unterstützung amerikanischer Investmentbanken Aktionärsvermögen an sich reißen wolle. Die SdK messe dem Vorgang einen extrem hohen Stellenwert bei und habe daher eine Task Force aus Juristen, Analysten und Wirtschaftsprüfern gebildet, die derzeit alle möglichen zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen für sämtliche Beteiligten prüfe. Die SdK werde auf der Hauptversammlung verschiedene Sonderprüfungsanträge stellen, die die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsbeziehungen zwischen der PrimaCom AG und JP Morgan prüfen solle. Zudem rufe die SdK alle PrimaCom-Aktionäre auf, ihr Stimmrecht zu nutzen bzw. auf die SdK zu übertragen.








 
 
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