Die Rohstoffpreise bleiben hoch oder steigen sogar noch, besonders der Ölpreis. Nur der Goldpreis tendiert weiter seitwärts – aktuell bestimmt von Inflationssorgen auf der einen und Zinserhöhungserwartungen auf der anderen Seite.
27. Januar 2022. Frankfurt (Börse
Frankfurt). Vierjahreshoch, Siebenjahreshoch,
Elfjahreshoch – Rohstoffe kosten so viel wie seit vielen,
vielen Jahren nicht. Das spiegelt sich auch in den an der
Börse Frankfurt gehandelten ETCs wider. Der WisdomTree
Broad Commodities (DE000A0KRKC6),
der den gesamten Rohstoffmarkt abbildet, ist auf den
höchsten Stand seit Herbst 2014 geklettert. „Abgesehen von
Gold haben Rohstoffe 2021 gezeigt, dass sie ein guter
Schutz gegen Inflation sind“, bemerkt Mobeen Tahir von
WisdomTree.
Für Anleger*innen ist Gold nach dem insgesamt enttäuschenden Jahr 2021 mit einem Preisrückgang allerdings derzeit das spannendste Thema. Auf der ETC-Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen vier Wochen belegen Gold-ETCs sechs der ersten acht Plätze. In den Monaten zuvor war das oft anders. Öl- oder Industriemetall-Tracker hatten die traditionell umsatzstarken Gold-ETCs von den ersten Plätzen verdrängt.
„Gold wird trotz Zinsanstieg wieder gesucht werden“
Das neue Jahr startete für Goldanleger mit Gewinnen: Die Feinunze Gold kostete zwischenzeitlich 1.849 US-Dollar nach 1.817 Ende 2021. Am Donnerstagmorgen sind es aber wieder nur 1.810 US-Dollar. Inflation und steigende Zinsen sind die bestimmenden Faktoren: Einerseits liegt der Verbraucherpreisanstieg in Deutschland auf dem höchsten Stand seit fast 30 Jahren, in den USA sogar seit 40 Jahren. Anderseits wird für die USA mit mehreren Zinserhöhungen dieses Jahr gerechnet. Am gestrigen Mittwoch bestätigte US-Notenbankpräsident Powell diese Erwartung. Höhere Zinsen machen Gold unattraktiver.
Rohstoffanalysten erwarten daher oft weder einen starken Anstieg noch einen Rückgang: „Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Investoren nach dem Vollzug der zinspolitischen Wende ihre Zurückhaltung aufgeben und an den Goldmarkt zurückkehren werden“, erklärt etwa Barbara Lambrecht von der Commerzbank mit Blick auf die in der zweiten Jahreshälfte 2021 dominierenden Goldverkäufe institutioneller Investoren. Dann dürfte der Preis weiter Richtung des Jahresendziels der Bank von 1.900 US-Dollar klettern. „Man ist sich am Goldmarkt bewusst, dass nun eine Phase tendenziell ansteigender Zinsniveaus bevorsteht“, stellt Dora Borbély von der DekaBank fest. „Das sollte aber nicht zu einem abrupten Rückgang des Goldpreises führen. Im Gegenteil, Gold wird weiter aus Gründen der Portfoliodiversifikation gesucht werden und damit teuer bleiben.“
„Unsere Analyse zeigt, dass sich Gold in den vergangenen vier Zinserhöhungszyklen in den Monaten nach dem ersten Zinsschritt der Fed überdurchschnittlich entwickelt hat“, twitterte Juan Carlos Artigas, Head of Research beim World Gold Council, dem Verband der Goldproduzenten.
Hohe Umsätze mit Gold-ETCs
In den vergangenen vier Wochen verzeichneten Gold-ETCs wieder hohe Zuflüsse, wie WisdomTree meldet. An der Börse Frankfurt war das Handelsaufkommen besonders hoch bei Xetra-Gold (DE000A0S9GB0), Gold-ETCs von Xtrackers mit und ohne Währungsabsicherung (DE000A2T0VU5, < DE000A2T5DZ1>, DE000A1EK0G3) und beim WisdomTree Physical Gold (DE000A0N62G0).
Der Bestand an Xetra-Gold lag Ende 2021 bei 237,6 Tonnen – ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber Ende 2020. Aktuell sind es knapp 238 Tonnen.
Viel gehandelt wurden auch Palladium- (DE000A0N62E5) und Silber-ETCs (DE000A0N62F2). Vor allem der Palladiumpreis ist zuletzt deutlich gestiegen.
„Ölpreis von über 100 US-Dollar möglich“
Aufreger Nummer eins bleibt allerdings Öl: Der Preis hat mit 88 US-Dollar je Barrel Brent den höchsten Stand seit Herbst 2014 erreicht. Allein seit Anfang 2021 ist das ein Plus von 60 Prozent. Zuletzt sorgte die Ukraine-Krise für einen weiteren Anstieg. Laut Rohstoffanalyst Carsten Fritsch von der Commerzbank wären zumindest kurzfristig sogar Preise von deutlich über 100 US-Dollar möglich, und zwar dann, wenn die Krise zu einer Unterbrechung von Öllieferungen aus Russland führen würde. „Dieses Risiko rechtfertigt eine Risikoprämie auf den Ölpreis."
„Ukraine-Risiko rechtfertigt Risikoprämie für Öl."
„Die Ölnachfrage zeigt keine Omikron-Schwäche, während das Ölangebot nur moderat ausgeweitet wird“, erklärt Dora Borbély von der DekaBank. Die OPEC und ihre Verbündeten wollten die Förderung nicht beschleunigt hochfahren, dazu kämen Angebotsausfälle wie in Kasachstan oder Libyen. In der Folge sänken die Öllagerbestände in vielen Ländern weiter und lägen zum Teil deutlich unter ihren jeweiligen Fünfjahresdurchschnitten. Ewig wird das nach Ansicht von Borbély aber nicht so bleiben: „Zwar dürfte das Thema Knappheit in den kommenden Monaten noch dominieren, doch im weiteren Verlauf des Jahres erwarten wir eine leichte Entspannung bei der Versorgungssituation.“
An der Börse Frankfurt konzentrierten sich Anleger*innen auf den WisdomTree WTI Crude Oil (DE000A0KRJX4).
Industriemetall-ETCs: Höchster Stand seit 2011
Auch Industriemetalle kosten so viel wie lange nicht: Der WisdomTree Industrial Metals (DE000A0KRKG7), der immerhin 600 Millionen Euro an Geldern angesammelt hat, ist auf den höchsten Stand seit 2011 geklettert. Der Preis von Zinn hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt, der Aluminiumpreis ist um 56 Prozent, der Nickelpreis immerhin noch um 29 Prozent gestiegen. Der viel beachtete Kupferpreis hat seine Hochs zwar schon länger hinter sich gelassen, im Vergleich zum Januar 2021 ergibt sich aber immer noch ein Plus von 24 Prozent.
Laut Tahir von WisdomTree dürften die Industriemetallpreise auch im neuen Jahr viel Rückenwind erhalten: durch die Inflation, die die Nachfrage anschiebe, die vielen staatlichen Mittel für Infrastrukturprojekte und schließlich die Energiewende, für die viele Industriemetalle benötigt würden. „Kurzfristig belastend könnte allerdings das nachlassende Wachstum in China sein.“
Anleger*innen positionieren sich vor allem im WisdomTree Industrial Metals sowie Nickel- und Kupfer-ETCs des Emittenten.
von: Anna-Maria Borse, 27. Januar 2022, © Deutsche Börse AG
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE000A0S9GB0 | A0S9GB | 149,99 € | 89,28 € | |
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132,7088 € | +1,41% | 17.04.26 |
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