Morphosys fiel nach den Daten am vergangenen Montag über 20 Prozent. Der Hoffnungsträger Pelabresib, der gegen Blutkrebs wirken soll, enttäuschte in den Studiendaten. Das Mittel hat zwar den primären Endpunkt erreicht, also eine starke Verringerung des Milzvolumens. Bei einem wichtigen sekundären Endpunkt zur Beurteilung der Symptomreduzierung hat das Mittel jedoch statistische Signifikanz vermissen lassen. Daher quittierten Anleger die Nachricht mit Verkäufen. Analysten sind sich uneins. Der Tenor ist vorsichtig-pessimistisch, aber es gibt auch Ausreißer wie von der UBS. Die Schweizer Großbank hat die Einstufung nach einer Telefonkonferenz mit Fachärzten zu Pelabresib mit einem Kursziel von 47 Euro auf “Buy” belassen. Die Myelofibrose-Spezialisten hielten die Daten des Blutkrebsmittels insgesamt für sehr beeindruckend, schrieb Analystin Xian Deng in einer am Freitag vorliegenden Studie. Die verfehlten Sekundärziele seien weitaus weniger wichtig als das überzeugend erreichte Primärziel der Studie. Es sei “kaum vorstellbar”, dass das Mittel unter diesen Voraussetzungen von der US-Bebörde FDA nicht zugelassen werden könnte.
Goldman Sachs hat das Kursziel von 33,50 auf 17,50 Euro gesenkt, das Analysehause Kempen das Kursziel sogar auf 10,00 Euro halbiert. Morphosys selbst ist optimistisch, was die Zulassung von Pelabresib betrifft: „Wichtig ist, dass wir bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten in der Studie eine signifikante Verbesserung der Symptome feststellen konnten“, so CEO Jean-Paul Kress. Patienten der mittleren Risikogruppe, für die diese Aussage zutrifft, machen mehr als 90 Pro-zent der insgesamt 430 Stu-dienteilnehmer aus. Die Analysten von JP Morgan sehen daher immer noch eine Chance, dass das Mittel zumindest für diese Patientengrup-pe zugelassen wird. Das würde immer noch Milliardenumsätze er-möglichen. Die Gemengelage rückt die ASH-Jahrestagung, die am 9. Dezember beginnt, in den Fokus. Auf dieser Veranstaltung will Morphosys detaillierte Daten präsentieren.









