Die Europäische Zentralbank – kurz EZB – ist nach der US-amerikanischen Notenbank Fed die bedeutendste Zentralbank der Welt. Sie bestimmt über die Geldpolitik im Euroraum – einem Währungsblock, dem mehr als 340 Millionen Menschen aus aktuell 19 Staaten angehören.
Die Hauptaufgabe der EZB besteht darin, die Preise in der Eurozone stabil zu halten. Doch was versteht die EZB eigentlich unter stabilen Preisen? Hören wir, was die Zentralbank selbst dazu zu sagen hat: „Stabile Preise bedeuten, dass die Preise nicht stark steigen (Inflation) und auch eine Phase, in der die Preise über längere Zeit fallen (Deflation), vermieden wird. Denn längere Phasen einer übermäßigen Inflation oder Deflation schaden der Wirtschaft.“ (Quelle: EZB, „Warum sind stabile Preise wichtig?“, 25. August 2021).
Nach Auffassung der EZB kann Preisstabilität am besten gewährleistet werden, wenn auf mittlere Sicht ein Inflationsziel von 2 Prozent angestrebt wird. Dieses Ziel ist symmetrisch, das heißt negative Abweichungen von diesem Zielwert sind ebenso unerwünscht wie positive (Quelle: EZB, „EZB-Rat verabschiedet neue geldpolitische Strategie“, 8. Juli 2021).
Bleibt die spannende Frage, welche Werkzeuge der EZB zur Verfügung stehen, um die Geldpolitik zu steuern bzw. Preisstabilität zu gewährleisten. Das bekannteste und wichtigste Instrument ist der Hauptrefinanzierungssatz, allgemein als Leitzins bezeichnet. Zu diesem Zinssatz wird den Geschäftsbanken Zentralbankgeld für eine Woche zur Verfügung gestellt. Doch warum gehen von Veränderungen des Leitzinses Effekte auf die Preise aus? Erhöhungen des Leitzinses führen – vereinfacht ausgedrückt – dazu, dass Geld „teurer“ wird und die Kredit- und Einlagezinsen steigen. Dies drosselt die Konjunktur und den Preisauftrieb. Leitzinssenkungen wiederum machen Geld „billiger“, wodurch die Konjunktur angekurbelt werden soll.
Neben dem Hauptrefinanzierungssatz bedient sich die EZB zwei weiterer Zinsinstrumente: Zur Spitzenrefinanzierungsfazilität können sich Banken kurzfristig (über Nacht) Geld von der EZB beschaffen. Zur Einlagefazilität legen Banken überschüssiges Zentralbankguthaben bis zum nächsten Geschäftstag im Eurosystem an. Seit 2015 zählt auch der Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme/APP) zum geldpolitischen Repertoire der EZB. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die öffentlichen Ausgaben sowie die unternehmerischen Investitionen zu forcieren.
Über die Richtung der Geldpolitik entscheidet der EZB-Rat. Diesem steht leitend die:der Präsident:in vor. Seit November 2019 ist das Christine Lagarde. Nachdem die EZB jahrelang eine ultralockere Geldpolitik verfolgte, hat sie aufgrund des starken Anstiegs der Inflation mittlerweile eine Zinswende eingeläutet und den Leitzins in diesem Jahr in mehreren Schritten von 0 auf 2,00 Prozent erhöht.
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Der Beitrag EZB: Hüter des Euro erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).
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