Hiobs Botschaft
Kann man das Alte Testament einfach herauskürzen aus der christlichen Lehre, wie ein Berliner Theologe vorschlägt? Oder zeugt dieser Vorschlag von Antisemitismus und Ahnungslosigkeit? 27.04.2015, von Friedrich Wilhelm Graf http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/...le=true#pageIndex_2
"Den Muslimen im Lande empfehlen aufklärungsstolze Christen aus Wissenschaft und Politik derzeit gern, sie müssten endlich demokratiefähig werden, indem sie den Koran historisch-kritisch zu lesen lernten und die Aufklärung nachholten. Doch wenn es um die eigenen „Heiligen Schriften“ geht, führt man ohne jeden historischen Sinn dogmatische Debatten über deren „Kanonizität“.
Texte sind aber nicht heilig, weil ein Gott sie geschrieben hat, sondern weil fromme Menschen ihnen einst besondere Orientierungskraft zur Selbstdeutung in einer Erinnerungsgemeinschaft zuerkannten. Juden lesen ihre Hebräische Bibel dabei anders als Christen ihr Altes Testament. Aber hier wie dort wird aus guten Gründen zumeist sehr selektiv gelesen, ist in den vorchristlichen Texten der Bibel doch viel von gottgewollter Gewalt die Rede. Auch das Neue Testament kennt mehr Gewalt, als oft gesehen wird.
So kann man mit beiden Testamenten nur sehr kritisch, in radikaler Historisierung umgehen, was ihre selektive religiöse Inanspruchnahme nicht ausschließt. Aber die Kunst prägnanter Unterscheidung und die Offenheit für geschichtliches Denken scheinen derzeit nicht zu den Stärken mancher Kirchenfunktionäre, christlichen Universitätstheologen und jüdischen Intellektuellen zu gehören." ----------- Tja, kann ja so sagen, kann nichts dazu sagen, ob das sein kann, oder nicht. |