| 12.04.06, 16:13 Uhr | Die vollständige Übernahme des Nachrichten-Senders n-tv ist trotz Bedenken wegen einer weiteren Konzentration auf dem Werbemarkt genehmigt worden. Das Bundeskartellamt habe den Kompletterwerb von n-tv durch RTL freigegeben, weil damit die Voraussetzungen für eine Sanierungsfusion gegeben seien, teilten die Wettbewerbshüter mit. Zwar hege die Behörde wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen den Zusammenschluss, doch würde n-tv ohne die Übernahme eingestellt. Damit griffen die gesetzlichen Voraussetzungen, die eine Genehmigung für diesen Sonderfall vorsehen.
Keine marktbeherrschende Stellung
Die RTL-Gruppe, die bereits 50 Prozent der n-tv-Anteile hält, kann nun die restlichen 50 Prozent vom Mitgesellschafter CNN Time Warner erwerben. Nach Angaben von Behördenchef Ulf Böge erteilten die Kartellwächter ihre Genehmigung trotz ihrer Bedenken, dass RTL mit der alleinigen Kontrolle des Nachrichtensenders seine dominante Position auf dem deutschen Fernsehwerbemarkt weiter ausbauen könne.
Schon heute werde dieser Markt von der Münchner Sendergruppe ProSiebenSat1 und der in Luxemburg ansässigen RTL-Gruppe mit ihren Sendern RTL, RTL2, Super RTL und Vox beherrscht, erläuterte Böge beherrscht. Doch hätten die Ermittlungen des Kartellamts ergeben, dass auch bei einem Fusionsverbot die Werbekunden von n-tv bei RTL oder ProSiebenSat1 landen würden, weil der Nachrichtensender dann dicht gemacht würde. Andere potenzielle Käufer hätten sich „angesichts der wirtschaftlichen Situation von n-tv und den Marktgegebenheiten“ nicht gefunden, fügte Böge hinzu.
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