Die Luxemburger Juristen hatten nämlich staatliche Monopole bei Sportwetten beanstandet. Deshalb wollen die dem Glücksspielstaatsvertrag beigetretenen Bundesländer 20 Lizenzen für Sportwetten vergeben. Dabei darf auch online gewettet werden, Poker und Roulette im Internet bleiben jedoch verboten und können demnächst vermutlich nur im hohen Norden gespielt werden. Denn Schleswig-Holstein macht beim Glücksspielstaatsvertrag nicht mit und hat sich ein eigenes Gesetz gegeben.
Das sieht nicht nur eine unbeschränkte Vergabe von Wettlizenzen vor, sondern erlaubt auch Online-Casinospiele und Poker. Die Anbieter müssen sich allerdings lizenzieren lassen. Die von CDU und FDP getragene Regierung im Lande zwischen Nord- und Ostsee erwartet jährliche Umsätze der Anbieter in Höhe von 200 Millionen Euro. Der Staatskasse dürften daraus zwischen 35 und 40 Millionen Euro zufließen. Denn die Veranstalter von Pokerrunden müssen 20 Prozent des Rohertrags abführen. Das ist ein recht risikoloses Geschäft, denn wer online Roulette spielen oder pokern will, der muss vorab sein Konto beim Glücksspielveranstalter per Kreditkarte oder Online-Zahlungsdienst wie zum Beispiel Paypal aufladen. Die Spieleinsätze werden dann von diesem internen Veranstalterkonto abgebucht.
"Der Online-Markt macht gegenwärtig mindestens zehn Prozent des gesamten Marktes von Glücks- und Geschicklichkeitsspielen in Deutschland aus", urteilen die Professoren Reiner Clement und Franz Peren vom Forschungsinstitut für Glücksspiel und Wetten in Sankt Augustin bei Bonn. Fürs Pokern im Netz geben die deutschen Spieler ihren Schätzungen zufolge knapp 340 Millionen Euro im Jahr aus. Damit hat Online-Poker die Online-Sportwetten, deren Umsatz bei 290 Millionen Euro im Jahr liegt, glatt überholt.
Deshalb investieren die bisher etablierten Anbieter wie Poker Strategy, Pokerolymp, Party Poker oder Pokerstars enorme Summen, um ihre Software weiterzuentwickeln. Ihr Augenmerk gilt dabei vor allen Dingen der persönlichen Zusatzsoftware für den Online-Spieler sowie Sicherheitsfunktionen, die auch Mitarbeiter der Veranstalter nicht aushebeln können.
Software für Spielangebote in sozialen Netzwerken und Poker-Apps für Tablet-PC und Smartphones sinken derzeit auf der Prioritätenliste der Pokerbranche. Dabei tummeln sich allein auf der Facebook-Plattform täglich bis zu 30 Millionen Online-Pokerspieler. Das Poker-Angebot von Zynga hat mittlerweile das "Farmville" desselben Herstellers auf der Beliebtheitsskala überholt.
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