Quelle:
http://www.boerse-online.de/aktie/empfehlung/...524.html#nv=rss_ariva
Primacom-Aktie schlägt Kapriolen [14:05, 10.01.11]
Unter Zockern in Deutschland gibt es wohl derzeit keine heißere Aktie als die von Primacom. Zeitweise schoss die Notierung zum Wochenstart um 70 Prozent in die Höhe. Der Grund ist eine Meldung über eine geglückte Refinanzierung. Aber auch auf der Homepage gehen merkwürdige Dinge vor.
Primacom
Eigentlich hat die Meldung genügend Zündstoff für eine begründete Kursexplosion: „Primacom freut sich, heute bekannt geben zu können, dass die Anfang November 2010 vereinbarte Refinanzierung am 6. Januar 2011 final abgeschlossen werden konnte. Die Refinanzierung versetzt Primacom in die Lage, fast 100 Millionen Euro über die nächsten vier Jahre investieren zu können, um das Geschäft weiter zu entwickeln und im Markt weiter zu wachsen“, steht in der heute veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens. Dank der neuen Finanzstruktur sei das Unternehmen nun „sehr gut aufgestellt“ und „verzeichnet erstmals eine positive Eigenkapitalbilanz“. Das Unternehmen erhielt eine sofortige Finanzspritze über 30 Millionen Euro und konnte zugleich die bestehen Finanzverbindlichkeiten um 155 Millionen Euro reduzieren. Die Reaktion an der Börse ließ nicht lange auf sich warten. Zur Eröffnung und damit zum Tagestief gab es die Anteilsscheine für 0,74 Euro, gegen Mittag mussten Anleger bereits mehr als 1,24 Euro auf den Tisch legen. Das sind fast schon Zahlen, die sonst nur mit Hebelzertifikaten möglich werden. Die Sache hat nur einen Haken:
Der heiß gehandelte Börsenmantel hat nichts mehr mit dem operativen Geschäft zu tun. Mitte Juli 2010 hat der Insolvenzverwalter Hartwig Albers die Vermögenswerte der Primacom AG an die luxemburgische Investmentgesellschaft Medfort verkauft. Bei dem Deal drehte es sich aber nur um die operativ tätige Primacom Management GmbH. In dieser GmbH war das werthaltige Kabelgeschäft gebündelt. Wie nun kürzlich bekannt wurde, soll schon bald den Beteiligungsfirmen Alcentra, Tennenbaum Capital und Avenue Capital sowie der niederländische Bank ING zu etwa gleichen Teilen Medford gehören. Die insolvente AG hatte im Wesentlichen nur Holdingfunktionen. |