10.000 Besucher getäuscht ?
Kulturamt in Xian bestätigt: "Unsere Figuren werden nur mit dem Flugzeug bewegt." Die Exponate für Hamburg kamen aber mit dem Schiff . . .
Schon mehr als 10 000 Menschen haben seit dem 25. November die Ausstellung "Macht im Tod" im Museum für Völkerkunde besucht - und wohl alle im festen Glauben, hier tatsächlich acht Originale der Terrakotta-Armee des legendären ersten chinesischen Kaisers zu sehen. Seit heute weist ein schlichter Zettel im Eingangsbereich des Hauses an der Rothenbaumchaussee darauf hin, dass sie vermutlich getäuscht wurden.
Dort ist zu lesen: "Es gibt von dritter Seite Hinweise darauf, dass es sich bei einigen oder allen in der Ausstellung als Originale ausgewiesenen Objekten um Kopien handeln könnte. Darauf möchten wir sie vorsorglich vor dem Besuch der Ausstellung hinweisen. Im Interesse der Glaubwürdigkeit gehen wir diesem Verdacht intensiv nach. Die Berechtigung dieser Vorwürfe lässt sich allerdings nur durch aufwendige Analysen klären. Wir hoffen, bis Ende Dezember 2007 diese Vorwürfe eindeutig geklärt zu haben und bitten für die unklare Situation um Verständnis."
Nun steht das Museum für Völkerkunde vielleicht vor einem Scherbenhaufen, denn die Zweifel an der Echtheit der dort gezeigten chinesischen Terrakotta-Krieger häufen sich bedenklich. Am Montagmittag statteten zwei Beamte des Hamburger Landeskriminalamts dem Museum einen einstündigen Besuch ab, sahen sich die Ausstellung an und sichteten den gesamten damit zusammenhängenden Schriftverkehr.
"Wir ermitteln wegen des Verdachts auf Betrug und möglicher Urheberrechtsverletzung", sagte ein Polizeisprecher dem Abendblatt. Damit reagierte die Hamburger Polizei auf eine Anzeige, die der Leipziger Ex-Antiquitätenhändler Roland Freyer gegen das einst von ihm selbst gegründete Center of Chinese Art and Culture (CCAC), das die Hamburger Ausstellung organisiert, gestellt hatte.
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http://www.abendblatt.de/daten/2007/12/11/826043.html?s=1
Vor allem weil die zeitweise Behinderung der Ausstellung mit politischen Entwicklungen in Verbindung gebracht worden war, erscheint die Aussage der chinesischen Kulturfunktionäre, sie hätten jetzt erstmals überhaupt von der Ausstellung erfahren, zweifelhaft.
Zweifelhaft ist einiges an dieser merkwürdigen Ausstellungs-Affäre. So haben die Asien-Experten des Völkerkundemuseums zwar eine frühere Tonkrieger-Ausstellung der CCAC in Markkleeberg bei Leipzig begutachtet, es gab aber keinerlei direkte Kontakte zu den chinesischen Leihgebern. Das Museum verließ sich da auf einen Geschäftspartner, dessen Seriosität keineswegs über jeden Zweifel erhaben zu sein scheint. Auch dass nicht chinesische Experten, sondern CCAC-Mitarbeiter die Krieger am Ausstellungsort in die Vitrinen stellten, ist merkwürdig.
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http://www.abendblatt.de/daten/2007/12/11/826043.html?s=2
----------- Leben und leben lassen - gibt's das bei ARIVA? NÖ ! |